Von: apa
Fünf Freunde für den ESC: Das Quintett Bandidos do Cante startet beim 70. Eurovision Song Contest für Portugal. Die Truppe, bestehend aus Miguel Costa, Duarte Farias, Francisco Raposo, Luís Aleixo und Francisco Pestana, geht mit dem auf Portugiesisch gesungenen Lied “Rosa” (deutsch: “Rose”) in Wien an den Start und stellt sich am 12. Mai im ersten Halbfinale der Konkurrenz. Der Song klingt eher nicht nach aktuellem Pop, sondern greift die Tradition des “Cante Alentejano” auf – eines traditionellen mehrstimmigen Gesangs aus der im Süden Portugals gelegenen Alentejo-Region, der auch in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde.
Die Musikgruppe gibt es seit 2022. Ihre Debütsingle “Amigos Coloridos” war gleich ein Hit und zwischenzeitlich der meistgespielte Song im portugiesischen Radio. Der Stern des Quintetts stieg und stieg, im Vorjahr standen mehr als 80 Konzerte am Tourplan. Erst im Jänner dieses Jahres veröffentlichten Bandidos do Cante ihr erstes Album “Bairro das Flores”.
Ihr Ticket zum Song Contest löste die Band schließlich am 7. März. An diesem Samstag errangen bzw. ersangen die Mannen den Sieg beim Festival da Canção – und hatten damit die ESC-Teilnahme für ihr Heimatland in der Tasche. Im Vorfeld des Festivals, das traditionell über den oder die portugiesischen Song-Contest-Teilnehmer entscheidet, hatten im Zuge der in mehreren Ländern aufgepoppten Boykottdebatten durch die Teilnahme Israels nur zwei Gruppen – darunter die letztendlichen Gewinner – bekanntgegeben, im Falle eines Sieges nach Wien reisen zu wollen.
Portugals ESC-Geschichte
Portugal gehört wahrlich zu den ESC-Veteranen. Das südeuropäische Land ist bereits seit 1964 beim Gesangswettbewerb mit von der Partie – und das mit fünf Ausnahmen durchgängig. Und doch konnte man bis dato nur einen einzigen Sieg für sich verbuchen: 2017 holte Salvador Sobral mit “Amar Pelos Dois” bei der 49. Teilnahme Portugals an einem Song Contest den ersten Sieg für sein Land. Gleich im Jahr danach, als die Hauptstadt Lissabon den Bewerb ausrichtete, musste man sich allerdings mit dem letzten Platz mehr als geschlagen geben.
Überhaupt ist Portugals ESC-Geschichte nicht gerade von Höhenflügen charakterisiert. Abgesehen vom Triumph 2017 gelang der Heimat des Fado kein einziger Platz unter den Top 5. Den besten Wert – den Sieg ausgenommen – errang man 1996 mit dem 6. Platz. Ansonsten rangierte Portugal meistens im unteren Mittelfeld. Ob Bandidos do Cante mit ihrer getragenen, von regionaler Tradition geprägten Nummer beim 57. Antreten Portugals den Schnitt in diesem Jahr deutlich heben werden, darf bezweifelt werden.
Die größten Erfolge Portugals
Platz 1
2017
Salvador Sobral “Amar Pelos Dois”
Platz 6
1996
Lúcia Moniz “O meu coração não tem cor”
Platz 7
1980
José Cid “Um grande, grande amor”
Platz 7
1972
Carlos Mendes “A festa da vida”
(S E R V I C E – www.eurovision.com/eurovision-song-contest/vienna-2026/all-participants/bandidos-do-cante/ )




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