Von: mk
Bozen – Der Juni steht weltweit im Zeichen des Pride-Month. Er ist ein Monat der Sichtbarkeit, des Gedenkens und der Solidarität mit der queeren Community. “In einer Zeit, in der queere Rechte zunehmend unter Druck geraten, sind öffentliche Zeichen der Solidarität wichtig. Gleichzeitig gilt allerdings: Sichtbarkeit allein reicht nicht”, erklärt netz | Dachverband Offene Jugendarbeit.
Weltweit wird der Monat Juni als Pride-Month ausgerufen. Auch in Südtirol wird die Initiative von der Landesregierung unterstützt. Unternehmen und Institutionen sind dazu aufgerufen, sich mit eigenen Aktionen daran zu beteiligen. Sichtbare Zeichen der Unterstützung sind beispielsweise Regenbogenfahnen, in den Regenbogenfarben eingefärbte Logos oder öffentliche Stellungnahmen.
Als netz | Dachverband Offene Jugendarbeit begrüße man dieses Engagement ausdrücklich. “Wir setzen uns für eine offene, vielfältige und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein, in der junge Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität respektiert werden und sich sicher entfalten können. In unserer Arbeit erleben wir, dass queere Jugendliche nach wie vor mit Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung konfrontiert sind”, erklärt Christiane Kofler, verantwortlich für Gender & Sexualpädagogik bei netz | Dachverband Offene Jugendarbeit. “Das Thema ist für uns nicht nur im Juni relevant, sondern das ganze Jahr. Regenbogenfahnen und bunte Logos sind wichtige Zeichen. Entscheidend ist aber, was dahintersteht: eine klare Haltung, konkrete Maßnahmen gegen Diskriminierung und die Bereitschaft, Vielfalt im Alltag tatsächlich zu leben.”
Die Gefahr des sogenannten “Rainbow-Washings” bestehe dort, wo queere Symbole nach außen sichtbar seien, ohne dass sie von entsprechenden Strukturen und Maßnahmen begleitet würden. Wer queere Menschen laut netz unterstützen will, müsse über symbolische Aktionen hinausgehen. Dazu gehören Sensibilisierung und Weiterbildung, klare Antidiskriminierungsrichtlinien, geschützte Meldewege sowie eine diskriminierungssensible Sprache und Infrastruktur. Besonders wichtig seien Schutzkonzepte, die verbindliche Standards gegen Diskriminierung, Grenzverletzungen und Gewalt schaffen und Betroffenen die Sicherheit geben, dass Vorfälle ernst genommen und konsequent bearbeitet werden.
„Wer Flagge zeigt, sollte auch bereit sein, die notwendigen Rahmenbedingungen für echte Teilhabe und Schutz zu schaffen. Gleichberechtigung entsteht, wenn Sichtbarkeit von konkreten Maßnahmen, gelebter Verantwortung und nachhaltigen Strukturen begleitet wird – nicht nur im Juni, sondern an jedem Tag des Jahres!“, betont Kofler.




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