Alicia Keys und Raye: Gemeinsamer Auftritt in Montreux

Raye eröffnete 60. Montreux Jazz Festival mit Alicia Keys

Samstag, 04. Juli 2026 | 07:47 Uhr

Von: APA/sda

Die britische Musikerin Raye hat am Freitagabend das 60. Montreux Jazz Festival eröffnet – und auf einmal stand Alicia Keys auf der Bühne. Die Sängerin und Songwriterin Raye hatte für die Jubiläumseröffnung eine Carte Blanche erhalten und außergewöhnlich genutzt: Erst holte sie als Gast den Starproduzenten Mark Ronson aufs Parkett, gegen Ende dann die R’n’B- und Soulgröße aus den USA.

Denn schon bald nach Konzertstart stand der britische Starproduzent Mark Ronson mit Gitarre neben ihr. Erst gab es eine Kostprobe seines Hits “Uptown Funk”, Raye übernahm dafür den Part von Bruno Mars. Danach spielten Raye und Ronson den gemeinsamen Song “Suzanne”.

Großen Jubel gab es gegen Ende des Eröffnungskonzerts zur 60. Festivalausgabe. Alicia Keys betrat die Bühne und setzte sich im ans Klavier. Erst spielte sie ihren wohl berühmtesten Titel “If I Ain’t Got You”. Danach sangen die US-Amerikanerin und ihre Gastgeberin “Oscar Winning Tears” von Raye.

Witze über Dating-Frust

Raye und ihre Big Band samt Streicher spielten umkreist vom Publikum: Die sich drehende, runde Bühne war quasi in der Mitte des Saals platziert. Zuschauende sassen auch auf der eigentlichen Bühne des Auditorium Stravinski im frisch umgebauten Kongresszentrum.

Neben den je zwei Songs, die ihre illustre Gäste spielten, brachten Raye und ihre Musikerinnen und Musiker einerseits bekannte Titel älterer Alben mit. Etwa den Song “Worth it”. Doch auch ihr kürzlich erschienenes Album, “This Album May Contain Hope”, kam zum Zug.

Dabei redete – und witzelte – die Britin gern mal mit dem Publikum über das Single-Dasein und über Dating heutzutage. Zu Letzterem musste sie einmal lachend loswerden: “The bar is on the floor” – zu Deutsch “Die Messlatte ist am Boden”.

Über Frustration bei Dating-Standards sang sie dann in ihrem neuen jazzigen R-‘n’-B-Stück “Skin & Bones”. Zum Abschluss spielte sie ihren aktuellen und theatralischen Big-Band-Pop-Hit “Where Is My Husband!”. Bei diesem wurde sie von ihren Schwestern vokal begleitet.

Hommage an die ganz Großen

Ihre eindrückliche Stimme gab Raye in Montreux außerdem einigen Klassikern, die andere einst am Festival spielten. Etwa die weltberühmte Jazznummer “Summertime” mit der Ella Fitzgerald ehrte. Sie war 1969 das erste Mal in Montreux. “Eine meiner Lieblingskünstlerinnen”, so Raye. Eine Hommage gab es auch an Prince, indem ein kurzer Teil von “Purple Rain” gesungen wurde. Oder von “Sex Machine” von James Brown.

Raye hat mit Wucht den zweiwöchigen Anlass eröffnet – auch wenn sie einmal für ruhigere Momente sorgte, als sie sehr gesprächig wurde und erzählte – über Liebe, ihren Schweizer Großvater und Freundschaft – und eher traurige Songs spielte.

Insgesamt war es ein perfekter Auftakt. Nicht nur war bis in die hinterste Ecke des Saals die Spielfreude jeder einzelnen Musikerin und jedes einzelnen Musikers zu spüren. Der Abend vereinte mit Jazz, Soul, R’n’B und Vocal Pop, angereichert mit orchestralen Elementen, einem bisschen Festivalgeschichte und Starfaktor, nahezu alles, wofür das Montreux Jazz Festival steht.

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