Von: apa
Kandidatin Leléka
Zwischen hoffnungsvoll getragenem Gesang, etwas folkloristischem Einschlag und einem opernhaften stimmlichen Ausflug changiert der diesjährige ukrainische ESC-Beitrag. Die am 10. November 1990 geborene, vielfältig erfahrene Sängerin Wiktorija Leleka wird die Bühne der Wiener Stadthalle für die berühmten rund drei Minuten unter ihrem Bühnen- und Familiennamen “Leléka” bespielen. Alles andere als schmächtig gibt sich die “Ridnym” benannte Nummer, mit der die jazzgesanglich ausgebildete, in Berlin lebende Musikerin die Vorauswahl der Ukraine – “Vidbir 2026” – für sich entscheiden konnte.
Wenn es Leléka gelingt, die stimmlich anspruchsvolle, elfenhaft anmutende Darbietung im Rahmen des zweiten Semifinale am 14. Mai mehr oder weniger auf den Punkt aufs Parkett zu zaubern, scheinen die Chancen auf das Finale durchaus groß zu sein. Immerhin: Ein echtes finales Abheben gesteht sie dem Song nicht zu – und das kann man in der Song-Contest-Logik als doch recht mutig einordnen. Wer jedenfalls auf ein Weiterkommen der Ukraine tippt, der braucht deutlich weniger Mut: Seit dem ersten Start der Ukraine im Jahr 2003 hat man eine herausragende ESC-Bilanz vorzuweisen.
Die ESC-Geschichte der Ukraine
Gleich beim zweiten Antreten 2004 konnte Ruslana mit ihren “Wild Dances” mit der begehrten Trophäe den Heimweg antreten. 2007 ließ die Ukraine dann ein echtes ESC-Alltime-Highlight folgen: Wer Verka Serduchkas Auftritt mit “Dancing Lasha Tumbai” – aka “Russia Goodbye” – einmal gesehen hat, hat auch gute Chancen, sich bis an sein Lebensende zumindest subkutan daran zu erinnern. Auf den 2. Platz für die Kultperformance folgte sogleich eine weitere Silbermedaille für Ani Loraks “Shady Lady” im Jahr darauf.
Mittlerweile hat man auch zwei 3. Plätze und vor allem zwei weitere volle Erfolge zu verbuchen. Während Jamala mit ihrem Song “1944” im Jahr 2016 den Wettbewerb – trotz angespannter politischer Situation – noch erfolgreich in die Ukraine holen konnte, kam der Erfolg der Rap-Combo Kalush Orchestra mit “Stefania” unter komplett anderen Voraussetzungen zustande: Kurz vor dem ESC im Mai 2022 startete Russland bekanntlich seinen bis dato andauernden Angriffskrieg auf die Ukraine. Auch wenn der Wettbewerb 2023 aus bekannten Gründen in Großbritannien stattfand, nahm das Land seither jedes Jahr an Europas größtem Musikwettbewerb teil. Übrigens: In einem Halbfinale ausgeschieden ist noch nie ein ukrainischer Beitrag.
Die größten Erfolge der Ukraine:
Platz 1
2004
Ruslana “Wild Dances”
Platz 1
2014
Jamala “1944”
Platz 1
2022
Kalush Orchestra “Stefania”
(S E R V I C E – www.eurovision.com/stories/vidbir-winner-leleka-vienna-2026/ )




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen