Palast hatte die Krebserkrankung des Monarchen öffentlich gemacht

Sunak: Krebs von König Charles III. früh erkannt

Dienstag, 06. Februar 2024 | 21:44 Uhr

Der britische Premierminister Rishi Sunak hat dem an Krebs erkrankten König Charles III. eine schnelle Genesung gewünscht. “Glücklicherweise wurde die Krankheit frühzeitig erkannt”, sagte Sunak am Dienstag der BBC. “Wir werden ihn weiter unterstützen und hoffen, dass wir so schnell wie möglich da durchkommen.” Der Buckingham-Palast hatte die Krebserkrankung am Montag öffentlich gemacht. Genesungswünsche kamen unter anderem von Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

Am Dienstag zeigte sich Charles erstmals seit Bekanntwerden seiner Krebsdiagnose in der Öffentlichkeit. Auf Bildern war der 75-Jährige am Dienstagnachmittag beim Verlassen seiner Residenz Clarence House in London gemeinsam mit Königin Camilla auf dem Rücksitz eines Wagens zu sehen. Beide lächelten und winkten beim Vorbeifahren. Berichten zufolge fuhren die beiden zum Buckingham-Palast und brachen von dort aus per Helikopter zu ihrem Landsitz Sandringham in der ostenglischen Grafschaft Norfolk auf. Zuvor war Prinz Harry (39) in London eingetroffen. Der Besuch des Prinzen, der in den USA lebt, dauerte Medienberichten zufolge rund 50 Minuten.

Auf die Frage, was Charles’ Diagnose für die alltägliche Regierungsarbeit bedeute, antwortete Sunak: “Ich bin in regelmäßigem Kontakt mit dem König. Und das wird natürlich normal weitergehen.” Details nannte der konservative Regierungschef nicht. Charles ist britisches Staatsoberhaupt.

Die Erkrankung des 75-jährigen Monarchen war festgestellt worden, als er wegen eines Eingriffs an der Prostata im Krankenhaus war. Das Königshaus gab nicht an, welche Form von Krebs Charles hat. Bekannt ist nur, dass es sich nicht um Prostatakrebs handelt.

Auf medizinischen Rat hin nehme der König vorerst Abstand von öffentlichen Terminen, hieß es in der Mitteilung des Buckingham-Palasts. Die Staatsgeschäfte soll er jedoch fortführen. Charles soll ambulant behandelt werden.

Charles’ Regentschaft hatte mit dem Tod seiner Mutter Königin Elizabeth II. im September 2022 begonnen. Im Mai 2023 wurde Charles gekrönt. Dem Palast zufolge sieht der König seiner Behandlung zuversichtlich entgegen und freut sich darauf, “so bald wie möglich wieder ganz zu seinen öffentlichen Pflichten zurückzukehren”.

Nach Bekanntwerden seiner Diagnose bekam der britische Monarch viele Genesungswünsche. Bundespräsident Van der Bellen erklärte via X (vormals Twitter), er teile “die Hoffnung der Welt und die besten Wünsche für eine rasche und vollständige Genesung Seiner Majestät Charles III., damit er bald seine Arbeit für die Menschen im Vereinigten Königreich und sein Engagement für die Umwelt fortführen kann”. Van der Bellen hatte im Mai des Vorjahres an der Krönung von Charles in London teilgenommen und den damaligen Thronfolger im Jahr 2017 mit Ehefrau Camilla in Wien willkommen geheißen.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau teilte auf der Plattform X mit, seine Gedanken seien bei dem Monarchen. “Wir schicken ihm unsere besten Wünsche – und hoffen auf eine schnelle und vollständige Genesung.” Charles ist auch in Kanada Staatsoberhaupt.

US-Präsident Joe Biden, dessen Sohn Beau an Krebs gestorben war, drückte ebenfalls seine Anteilnahme aus. Der Umgang mit einer Krebsdiagnose sowie die Behandlung und das Leben danach erforderten Hoffnung und absoluten Mut, schrieb Biden auf X. Seine Frau Jill und er würden dafür beten, dass Charles schnell wieder gesund werde.

Genesungswünsche kamen auch von kirchlicher Seite. Der Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, geistliches Oberhaupt der Anglikanischen Kirche, erklärte laut britischen Medienberichten, er “bete für den König und seine Familie”. Der Londoner Kardinal Vincent Nichols übermittelte im Namen aller Katholikinnen und Katholiken in England und Wales Genesungswünsche und sicherte “unerschütterliche Gebete für die vollständige und schnelle Genesung” des britischen Monarchen zu, wie Kathpress berichtete.

Die britischen Royals sind derzeit mit mehreren schlechten Nachrichten konfrontiert. Die Ehefrau von Thronfolger Prinz William, Prinzessin Kate (42), muss nach einer Operation im Bauchraum noch längere Zeit aussetzen. Die Ex-Frau von Charles’ Bruder Prinz Andrew, Sarah (“Fergie”) Ferguson (64), leidet nach einer Brustkrebsdiagnose nun an Hautkrebs.

Anders als bei Charles’ Schwiegertochter Kate, deren Diagnose privat blieb, machte das Königshaus zur Erkrankung des Königs mehr Angaben. “Seine Majestät hat sich entschieden, seine Diagnose zu teilen, um Spekulationen zu vermeiden”, hieß es in der Mitteilung. Er hoffe auch darauf, damit Verständnis für andere Menschen mit Krebserkrankung zu fördern.

Charles’ älterer Sohn William (41) war wegen der Operation seiner Frau kürzergetreten und hatte sich mehr um die Familie gekümmert. Noch vor Bekanntgabe von Charles’ Krebserkrankung wurde öffentlich, dass William nach seiner Auszeit jetzt wieder öffentlich auftreten soll. An diesem Mittwoch soll er demnach eine Zeremonie auf Schloss Windsor ausrichten und an einer Spendengala teilnehmen.

Beobachter des Königshauses spekulieren, dass die Krebserkrankung die Annäherung zwischen Charles und seinem Sohn Harry beschleunigen könnte. Nach einem Zerwürfnis mit der Familie hatte sich Harry im April 2020 mit seiner Frau Meghan von den royalen Pflichten zurückgezogen. Das Paar lebt inzwischen mit seinen beiden kleinen Kindern in Kalifornien. In der Folge erhoben Harry und Meghan sowohl in einer Netflix-Serie als auch der Autobiografie des Prinzen eine Reihe von Anschuldigungen gegen die britisch Königsfamilie.

Zu einem Treffen zwischen Harry und seinem großen Bruder William wird es laut Berichten der PA während der Stippvisite des Prinzen in Großbritannien nicht kommen. Die Situation zwischen den Brüdern sei “sehr schwer zu heilen”, sagte der Experte des britischen Königshauses, Richard Fitzwilliams, der Nachrichtenagentur AFP. William sei überzeugt, “dass das Vertrauen, die Grundlage jeder Beziehung, völlig zerstört ist”, sagte auch Richard Kay, Journalist bei “Daily Mail”.

Von: APA/AFP/dpa

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