Von: Ivd
Bozen – Im Jahr 2025 haben 4.196 Personen den Südtiroler Landtag besucht, ein Rückgang von 11,5 Prozent im Vergleich zu 2024, als mit mehr als 4.700 Besucherinnen und Besuchern ein Rekordwert erzielt wurde. Grund für das Minus bei den Besuchen sind die Protestmaßnahmen der Lehrkräfte in Südtirol, durch welche ab dem Beginn des Schuljahres 2025/26 kaum mehr Schulklassen in das Landesparlament nach Bozen kamen. Alles in allem besuchten 2025 rund 2.900 Schüler den Landtag, etwa ein Viertel bzw. 980 weniger als im Jahr zuvor.
„Ohne die Protestmaßnahmen hätten die Besucherzahlen im Landtag 2025 wohl einen neuen Höchstwert erreicht“, unterstreicht Landtagspräsident Arnold Schuler. „Wir hoffen nun, dass die Lehrausflüge 2026 wieder aufgenommen werden und die Kinder und Jugendlichen wieder die Möglichkeit erhalten, direkt im Landtag das Prinzip der Demokratie zu erleben und mit der Institution und den Abgeordneten in Kontakt zu treten.“ Dies stärke nicht nur die demokratische Bildung, sondern diene ebenso der Vorbereitung auf ein aktives Leben als Bürger. „Parlamentsbesuche helfen jungen Menschen, Demokratie zu erleben, zu verstehen und später aktiv mitzugestalten“, ist Schuler überzeugt.
Trotz des Rückgangs der Schüler-Besuche entfiel der Großteil der Landtagsbesuche nach wie vor auf Klassen: 69 Prozent aller Besucher waren Schüler, 46 Prozent beziehungsweise 1.919 davon von Oberschulen, 13 Prozent beziehungsweise 524 von Mittelschulen, acht Prozent beziehungsweise 352 von Berufsschulen und zwei Prozent beziehungsweise 87 von Grundschulen.
Mit 29 Prozent (1.223 Personen) zweitstärkste Besucher-Gruppe im Landtag waren die „anderen Gruppen“, dazu zählen beispielsweise Personen, die durch Programme von Eurac Research oder mit unterschiedlichsten Bildungseinrichtungen aus Deutschland und Österreich ins Landesparlament kamen. Auf Delegationen – also Besuche anderer Landtage und Institutionen – entfielen rund zwei Prozent (87).
Der Löwenanteil der Besucher des Landtages 2025 war deutschsprachig, nämlich 72 Prozent, 26 Prozent sind italienischsprachig – ein Anteil, der im Vergleich zu 2024 um fünf Prozentpunkte gestiegen ist. Stabil bei zwei Prozent blieb indes der Anteil der Besucher, deren Besuch auf Englisch abgewickelt wurde.
Gruppen, die den Südtiroler Landtag besuchen, können zwischen verschiedenen Besuchsformaten wählen: Am beliebtesten ist traditionell und war es auch 2025 „Hinter den Kulissen“, eine Führung durch den Landtag, die Einblick in die Aufgaben des Landesparlamentes gibt und die Möglichkeit bietet, sich in einem persönlichen Gespräch mit einer oder einem Abgeordneten auszutauschen. Etwa zwei Drittel der Besucher beziehungsweise 2.778 Personen haben sich für dieses Format entschieden. Rund 28 Prozent beziehungsweise 1.158 der und Besucher wählten „Eine Sitzung miterleben“ – und damit die Gelegenheit, während einer Landtagssitzung die Arbeiten im Plenum mitzuverfolgen. Zum politischen „Speed-Dating“ kamen dagegen 150 Personen in den Landtag, bei diesem persönlichen Austausch diskutieren die Besucher abwechselnd in Gruppen mit vier Abgeordneten. 23 Personen entschieden sich für das Format „Auf den Spuren der Südtiroler Autonomie“, einen Rundgang durch die multimediale Ausstellung auf dem Silvius-Magnago-Platz.
Neben den verschiedenen Besuchsformaten für Gruppen auf Vormerkung ist der Besuch der Landtagssitzungen für Einzelpersonen jederzeit und ohne vorherige Anmeldung möglich (hier der Sitzungskalender 2026).




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen