94,5 Prozent Genauigkeit bestätigt

Bluttest erkennt Alzheimer früh

Mittwoch, 25. Februar 2026 | 07:09 Uhr

Von: red

Ein Bluttest mit erstaunlicher Präzision
Ein spanisches Forschungsteam hat gezeigt, dass ein einfacher Bluttest Alzheimer mit einer Genauigkeit von 94,5 Prozent erkennen kann. Im Mittelpunkt steht die Proteinform p-tau217, die sich als zuverlässiger Biomarker im Blut nachweisen lässt.

In einer klinischen Studie mit 200 Patientinnen und Patienten über 50 Jahren, die bereits Symptome zeigten, verbesserte sich die diagnostische Treffsicherheit der Ärzte deutlich. Während die reine klinische Einschätzung bei 75,5 Prozent lag, stieg sie mit Einbeziehung des Bluttests auf 94,5 Prozent.

Warum p-tau217 so entscheidend ist
Die Proteinform p-tau217 gilt als Marker für neurodegenerative Prozesse, die typisch für Alzheimer sind. Durch moderne biomolekulare Technologien können selbst geringste Konzentrationen dieser Substanz im Blut präzise gemessen werden.

Das Besondere: Der Test funktioniert nicht nur in frühen Stadien mit leichten Gedächtnisproblemen, sondern auch bei fortgeschrittener Demenz. Damit deckt er das gesamte Spektrum kognitiver Verschlechterung ab.

Mehr Sicherheit für Ärzte – bessere Diagnosen für euch
Die Studie zeigte nicht nur eine höhere Genauigkeit, sondern auch mehr Sicherheit bei den behandelnden Ärzten. Auf einer Skala von eins bis zehn stieg ihre diagnostische Zuversicht von 6,90 auf 8,49 Punkte.

Bemerkenswert ist außerdem: Bei etwa jedem vierten Patienten änderte sich die ursprüngliche Diagnose nach dem Bluttest. Manche Fälle, die zunächst als Alzheimer galten, stellten sich als andere Erkrankungen heraus. Andere Symptome, die als normales Altern interpretiert wurden, erwiesen sich als frühe Alzheimer-Anzeichen.

Internationale Bestätigung durch weitere Studien
Kurz vor Veröffentlichung der spanischen Studie erschien eine umfangreiche Analyse in der Fachzeitschrift Nature. Unter Leitung von Henrik Zetterberg (Universität Gothenburg) und Barbara Bendlin (Universität Wisconsin-Madison) wurde die Bedeutung von p-tau217 als entscheidender Biomarker ebenfalls hervorgehoben.

Die Wissenschaftler betonen, dass Biomarker im Blut zunehmend ermöglichen, neurodegenerative Prozesse präzise und frühzeitig zu erkennen. Dadurch können Patienten schneller Zugang zu gezielten Therapien und klinischen Studien erhalten.

Die Rolle der Biomarker in der personalisierten Medizin
Biomarker sind messbare biologische Indikatoren, die krankhafte Prozesse sichtbar machen. Laut der Fundación Pasqual Maragall helfen sie, Alzheimer bereits zu identifizieren, bevor deutliche Symptome auftreten.

Darüber hinaus ermöglichen sie eine kontinuierliche Überwachung des Krankheitsverlaufs. Therapien können dadurch individueller angepasst werden – ein zentraler Baustein der personalisierten Medizin.

Ein globales Problem verlangt neue Lösungen
Aktuell leben weltweit rund 57 Millionen Menschen mit Demenz. Die WHO prognostiziert bis 2050 einen Anstieg auf 139 Millionen Betroffene. Da Alzheimer 60 bis 70 Prozent aller Demenzfälle ausmacht, steht die Erkrankung im Zentrum gesundheitspolitischer Strategien.

Ein zuverlässiger Alzheimer-Bluttest könnte die Diagnostik grundlegend verändern. Statt invasiver Verfahren oder kostenintensiver Untersuchungen würde eine einfache Blutprobe ausreichen, um frühzeitig Klarheit zu schaffen.

Die wachsende Evidenz aus Europa und den USA deutet darauf hin, dass p-tau217 in Zukunft eine Schlüsselrolle in der Alzheimer-Früherkennung spielen könnte – mit direkten Auswirkungen auf Diagnostik, Therapie und Lebensqualität von Millionen Menschen.

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