Heilpflanze des Jahres 2022

Die Brennnessel, ein Multitalent

Dienstag, 11. Januar 2022 | 06:59 Uhr

Bozen – Alljährlich kürt eine Jury des deutschen Naturheilvereins Theophrastus – benannt nach Theophrastus Bombastus von Hohenheim, genannt Paracelsus – die Heilpflanze des Jahres. Im Jahr 2022 darf die Brennnessel diesen Titel tragen, da sie in Hausapotheke und Küche äußerst vielfältig einsetzbar ist.

Bekannt und gefürchtet ist die Brennnessel in erster Linie dafür, bei Berührung der Brennhaare ein brennendes Gefühl auf der Haut und die Bildung von Quaddeln auszulösen. Doch kann sie noch viel mehr und ist bei näherer Betrachtung eine Alleskönnerin. Wo sie wächst, aktiviert sie die Mikroorganismen im Boden und begünstigt die Humusbildung. Brennnesseljauche kann im Garten als Stickstoffdünger und zur Schädlingsbekämpfung verwendet werden. Sechs Schmetterlingsarten, darunter dem Tagpfauenauge, dient die Pflanze zur Eiablage und als Futter für die Raupen. Die Fasern können zu Stoffen, Schnüren und Taschen verarbeitet werden. Nicht zuletzt wurde die Brennnessel bereits in der Antike als Heilpflanze geschätzt und kann auch kulinarisch verwendet werden.

In der Naturheilkunde punktet die Brennnessel mit ihrer antioxidativen und entzündungshemmenden Wirkung. Diese Effekte sind vermutlich auf verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe, darunter Polyphenole, zurückzuführen. „Zudem sind Mineralstoffverbindungen wie Kieselsäure, Kalium- und Kalziumsalze enthalten, welche harntreibend wirken und den Stoffwechsel anregen, sowie Eisen und Vitamin C“, ergänzt Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. In erster Linie werden die Blätter verwendet, beispielsweise für einen Teeaufguss, doch auch die Stiele und die Wurzel finden Anwendung.

In der Küche kann frische Brennnessel ähnlich wie Blattspinat zubereitet werden, auch für Suppen oder Pesto eignet sie sich. Ein Brennen im Mund braucht man beim Essen nicht zu befürchten, denn durch Hitze werden die Brennhaare zerstört. Werden Brennnesselblätter dagegen roh verarbeitet, sollte man die gewaschenen Blätter in ein Küchenhandtuch einschlagen und mit einem Nudelholz abrollen.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Die Brennnessel, ein Multitalent"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
14 Tage 4 h

Hallo nach Südtirol,

an Einkehren wo es selbstgemachte Brennesselknödel auf der Karte gibt kann unbesorgt eingekehrt werden, da wird auch vieles Weitere direkt aus Natur und näherer Umgebung stammen.
Bockbraten mit Brennesselknödel ist gewiss nicht aus der Tüte aufgewärmt und auch nicht aus China rangekarrt.

Preislich auf dem Niveau von TK-Schnitzel mit Pommes und es ist entsetzlich wie die Verteilung der Bestellungen verläuft.
Manch Wirt gibt es auf und serviert dann eben nur noch das das Gelump woran er sogar erheblich besser verdient.

Auf Wiedersehen auf einem richtigen Berggasthof

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