Mehr als nur ein guter Vorsatz

Dry January: was bringt der Monat ohne Alkohol?

Montag, 05. Januar 2026 | 13:34 Uhr

Von: Ivd

Bozen – Einerseits sind Neujahrsvorsätze kein Muss mehr. Laut einer Umfrage des Norddeutschen Rundfunks (NDR) vom Dezember 2024 gehen heute mehr als die Hälfte der Befragten ohne konkrete Vorsätze in das neue Jahr. Andererseits antworteten 28 Prozent auf die Frage, ob sie im Januar 2025 am „Dry January“ teilnehmen werden, mit Ja.

Die Kampagne „Dry January“ (engl. für „trockener Januar“) lädt Menschen dazu ein, im ersten Monat des Jahres auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Die Idee dafür stammt aus Großbritannien, wo der Dry January 2014 erstmals lanciert wurde. In der Schweiz gibt es die Kampagne seit 2021, in Deutschland seit 2023 und in Südtirol seit 2024 als „C0,0L – Dry January Challenge“ von Forum Prävention, Südtiroler Sanitätsbetrieb und Land Südtirol.

Einer Studie der University of Sussex in Großbritannien zufolge, genauer gesagt: einer Online-Befragung an mehr als 800 Menschen, die 2018 am Dry January teilgenommen hatten, hat eine solche Teilnahme eine überwältigend positive Wirkung. „Bis in den August jenes Jahres tranken die Befragten weniger und weniger oft Alkohol – vor dem Dry January an durchschnittlich 4,3 Tagen pro Woche, nachher an 3,3 Tagen pro Woche –, zudem waren sie weniger oft betrunken – vorher durchschnittlich 3,4 Mal pro Monat, nachher 2,1 Mal pro Monat“, berichtet Silke Raffeiner, die Ernährungsexpertin der Verbraucherzentrale Südtirol. 93 Prozent der Teilnehmer hatten ein Erfolgserlebnis, 88 Prozent sparten Geld, 82 Prozent reflektierten über ihr Verhältnis zu Alkohol (z.B. wann und warum sie trinken), 80 Prozent konnten ihr Trinkverhalten besser kontrollieren, 71 Prozent schliefen besser, 67 Prozent fühlten sich energiegeladener, 58 Prozent verloren Gewicht, 57 Prozent konnten sich besser konzentrieren und 54 Prozent hatten ein besseres Hautbild.

Allein schon durch den Versuch eines alkoholfreien Monats nahmen Menschen die ganz unmittelbaren Vorteile einer Alkoholpause am eigenen Körper wahr. Denn auch jene Befragten, die es zwar versucht, aber letztendlich nicht geschafft hatten, den ganzen Januar über „trocken“ zu bleiben, verzeichneten eine positive Wirkung, wenn auch eine schwächere.

Für manche Menschen mag der Dry January ein einmaliges temporäres Experiment bleiben. Im Idealfall kann er das erste Kapitel einer längerfristigen Lebensstiländerung sein und anhaltend positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben.

Bezirk: Bozen

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