Wie kam das Baumaterial zur Kultstätte?

Ewiges Rätsel “Stonehenge”

Mittwoch, 20. März 2019 | 07:21 Uhr

Der Steinkreis von Stonehenge ist faszinierend, ein Besuchermagnet und ein ungelüftetes Rätsel. Bisher dachten Wissenschaftler, dass die Steine per Seefracht zur Baustelle gelangten. Neue Funde deuten nun jedoch eher auf den Landweg hin. Vermutlich hatte bereits der Transport rituelle Bedeutung.

Kaum ein Bauwerk stellt Archäologen und Laien vor solche großen Rätsel wie der atemberaubende Steinkreis von Stonehenge. Warum, beispielsweise, stammt ein Großteil des Baumaterials dieser Kultstätte aus etwa 300 Kilometer entfernten Steinbrüchen? In einem Beitrag im Fachmagazin Antiquity erklären Archäologen um Mike Parker Pearson vom University College London nun, wie die Steine vor 5000 Jahren abgebaut und vor allem transportiert wurden. Sie spekulieren, dass sie nicht, wie oft geglaubt, auf Schiffen, sondern über den Landweg befördert wurden.

In einer früheren Studie hatte ein ebenfalls von Parker Pearson geleitetes Team bereits zwei ehemalige Steinbrüche in den Preseli-Bergen in Westwales als Ursprung eines Teils des Baumaterials von Stonehenge ausgemacht, Carn Geodog und Craig Rhos-y-Felin. Diese Stellen wurden nun genauer untersucht. Dort erleichterte die natürliche Form der Felsen ihre Nutzung als Baumaterial. Durch Risse im Gestein war die spätere Form der Megalithen in der Kultstätte schon vorgegeben. In sie wurden Keile aus weicherem Gestein geschlagen und so der später verbaute Stein aus dem Fels gelöst, ohne ihn zu beschädigen. Anschließend wurde er mit Seilen herausgezogen und heruntergelassen.

Wie es dann weiterging, deutet eine weitere Entdeckung der britischen Forscher an: Sie fanden am Fuß beider Steinbrüche eine Plattform, die wohl als eine Art Laderampe für das prähistorische Baumaterial gedient hat. Von dort wurde es auf hölzerne Schlitten geladen und abtransportiert. Zumindest in Craig Rhos-y-Felin fanden sich auch Hinweise auf einen Hohlweg, über den die Schlitten weggezogen wurden. Dieser deutet auf einen Umweg hin, denn die Route führte nach Norden und somit von Stonehenge weg. Da beide untersuchten Steinbrüche im Norden des walisischen Gebirges liegen, vermuten die Forscher, dass das prähistorische Baumaterial über Land transportiert worden sein könnte. Bisher glaubten manche Forscher, dass die Stonehenge-Steine in den Süden gebracht und dort verschifft wurden.

Auf dem Weg nach Stonehenge könnten die Steine eine längere Pause gemacht haben. Möglicherweise wurden sie sogar zwischendurch zu einem Steinkreis aufgestellt – einen möglichen Ort für diese Wanderkultstätte haben Archäologen auch schon ausgemacht.

Wahrscheinlich hat aber auch schon der Transport an sich eine rituelle Bedeutung gehabt, vermutet Johannes Müller, Professor für Ur- und Frühgeschichte an der Universität Kiel. Er schließt das aus Kieler Untersuchungen über südasiatische Völker, die heute noch Megalith-Monumente bauen. Sie zelebrieren nicht nur deren Fertigstellung, sondern auch den Transport der Einzelteile. Vermutlich sei schon in der Urgeschichte der technische Aspekt weniger bedeutend gewesen. Die Frage sei weniger: Konnten sie das? “Natürlich konnten sie das. Der Aufwand bestand wahrscheinlich schon damals mehr darin, das rituelle Fest für die beteiligten Clangruppen zu organisieren”, sagt Müller.

Von: bba

Kommentare

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8 Kommentare auf "Ewiges Rätsel “Stonehenge”"


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Laempel
Laempel
Tratscher
1 Monat 2 Tage

Solange es Menschen gibt, werden sie eifrig danach trachten die Fesseln der Naturgesetze zu überwinden und über sich hinauszuwachsen. Stonehenge ist wahrscheinlich ein gelungenes positives und nachhaltiges Beispiel dafür, dass Glaube in Einzelfällen Berge versetzen kann. Meist aber führen zu gewagtes Grenzgängertum, arrogante Selbstüberschätzung, ungebremste Gier, grassierender Fortschrittswahn und rücksichtslose Ausbeutung der Umwelt früher oder später unweigerlich zum tiefen Fall in den Abgrund, denn ausnahmslos jedem, der seine naturgegebenen Grenzen überschreitet, bleiben die Folgen nicht erspart.

Seppl123
Seppl123
Tratscher
1 Monat 2 Tage

gezeichnet -laempel-

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

vielleicht waren es ganz einfach außerirdische Intelligenz…

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

domols hobn a no viele leit ihre logik, ihr wissen, ihre ideen, ihre muskelkroft und ihre zeit zommgeleg und solche megaprojekte mittanond realisiert! heit werd de theorie stur heil am schreibtisch ausgheckt ohne ahnung ob de praktisch umsetzbar sein … wos außerkimmt sicht man am bestn ba stuttgard 21 und in berlin ….

Bauchnoblwollwuzl
Bauchnoblwollwuzl
Grünschnabel
1 Monat 2 Tage

“Wie kam das Baumaterial zur Kultstätte?”

hmmm….DROHNEN ?
😂☺😊🙈

iuhui
iuhui
Universalgelehrter
1 Monat 2 Tage

vielleicht schon, grosse Drohnen von grüne Männchen gesteuert 😉

typisch
typisch
Kinig
1 Monat 1 Tag

@iuhui
Grüne männchen gibts bei uns auch viele

Staenkerer
1 Monat 2 Tage

i find de geschichte um stonehenge und oll de onderen uroltmegabauten und de wissenschoftler und achiologen faszinierend, vor ollem wenn man bedenkt wos de domols primitiven hilfsmittel!
vor ollem wenn man bedenkt das man heit, sammt oll de maschinen und möglichkeitn und technischen knowhow kaum oder nit imstond isch des so nochzubaun!
i schaug viele dokus darüber und zoll den menschen von damals hohen respekt vor ihrer baukunst und kunsfertigkeiten!

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