Von: red
Eine Tasse Wasser für Tee oder ein Glas Milch für die Kinder schnell in die Mikrowelle stellen – das gehört in vielen Haushalten zur Routine. Doch genau dieser praktische Handgriff kann ein unterschätztes Risiko bergen.
Wasser in der Mikrowelle überhitzen
Der Hauptgrund ist das sogenannte Überhitzen. Dabei kann Wasser über den Siedepunkt hinaus erhitzt werden, ohne sichtbare Blasen zu bilden. Die Flüssigkeit wirkt ruhig, ist jedoch instabil.
Wird das Gefäß anschließend bewegt oder ein Löffel hineingestellt, kann es zur sogenannten explosionsartigen Siedeverzögerung kommen. Das Wasser kocht dann schlagartig über und kann schwere Verbrühungen verursachen.
Warum die Mikrowelle anders heizt
Die Mikrowelle erwärmt Flüssigkeiten durch elektromagnetische Wellen, die Wassermoleküle in Bewegung versetzen. Dieser Vorgang erfolgt schnell, aber nicht immer gleichmäßig.
Es entstehen sogenannte „Hotspots“, also Bereiche mit höherer Temperatur. Dadurch kann Wasser überhitzen, ohne dass die typischen Kochblasen entstehen, die ihr vom Herd kennt.
Mikrowelle oder Herd im Vergleich
Beim Erhitzen auf dem Herd bilden sich kontinuierlich sichtbare Blasen. Dadurch lässt sich die Temperatur besser einschätzen. Regelmäßiges Umrühren während des Erwärmens verteilt die Hitze zusätzlich.
Die Mikrowelle ist schneller, bietet aber weniger visuelle Kontrolle – besonders bei kleinen Flüssigkeitsmengen steigt das Risiko des Überhitzens.
So reduziert ihr das Risiko
Mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich senken:
- Flüssigkeit vor dem Erhitzen kurz umrühren.
- In kurzen Intervallen von 20–30 Sekunden erhitzen.
- Das Gefäß nach dem Erhitzen einige Sekunden stehen lassen.
- Einen Holzstab bereits vor dem Erhitzen ins Gefäß stellen.
- Nur mikrowellengeeignete Gefäße aus Glas oder Keramik verwenden.
- Die Tasse nicht randvoll füllen.
Wichtig: Nach dem Erhitzen solltet ihr das Gefäß nicht sofort kräftig umrühren. Lasst es kurz ruhen und bewegt es vorsichtig, um plötzliche Reaktionen zu vermeiden.
Besondere Vorsicht bei Milch
Milch erwärmt sich oft ungleichmäßig und kann ebenfalls plötzlich überkochen. Zudem reagieren empfindliche Nährstoffe sensibel auf sehr hohe Temperaturen.
Für Babys oder Kleinkinder empfehlen viele Fachleute daher alternative Methoden wie das Erwärmen im Wasserbad oder bei niedriger Hitze auf dem Herd.
Sichere Alternativen
Wer maximale Kontrolle möchte, nutzt den Herd bei niedriger Temperatur oder einen Wasserkocher für Wasser. Für Babyfläschchen gilt das klassische Wasserbad als besonders gleichmäßig und schonend.
Die Mikrowelle bleibt ein praktisches Küchengerät – doch nur, wenn ihr ihre physikalischen Besonderheiten kennt und bewusst berücksichtigt.




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