Sie wollte ein Gratis-Zimmer - VIDEO

Hotelbesitzer verspottet Youtuberin – sie rastet aus

Montag, 22. Januar 2018 | 07:57 Uhr

Dublin – Für viele erfolgreiche Blogger auf Youtube ist es normal, auf Rosen gebettet zu werden: Während normale Bürger für Reisen, Getränke oder Make-up bezahlen, schreiben die Social-Media-Stars von heute einfach kurz eine Mail und bieten Unternehmen an, Werbung für ihre Produkte zu machen – und bekommen diese dafür umsonst. Doch das funktioniert nicht immer.

Das britische Internet-Sternchen Elle Darby wollte im Tausch gegen Reichweite ein Gratis-Zimmer von einem Hotel in Dublin und versandte eine Anfrage für einen „Business-Deal“ unter anderem an das „The White Moose Café“. Allerdings erntete sie von Hotelbesitzer Paul Stenson eine knallharte Absage und fühlt sich nun als Opfer.

Die 22-jährige Vloggerin zählt auf Youtube rund 90.000 Abonnenten und befasst sich in ihren Videos mit den Themen Beauty, Lifestyle und Fitness. Weil sie ein vorgezogenes Valentinstag-Wochenende mit ihrem Freund in Dublin feiern wollte, fragte sie bei einigen Hotels in der irischen Hauptstadt, ob Interesse an einer „möglichen Kooperation auf Social media“ bestehe. Bei Stenson biss die sogenannte Influencerin allerdings auf Granit.

„Ich würde euch gerne in einem Youtube-Video featuren, damit andere Leute auch Zimmer bei euch buchen und ich dafür umsonst eine Unterkunft bekomme“, hieß es in Darbys Mail. Als Reaktion postete Stenson einen Screenshot des Mails auf dem Facebook-Account seines Hotels und veröffentlichte gleichzeitig diese Worte.

Dear Social Influencer (I know your name but apparently it’s not important to use names),Thank you for your email…

Pubblicato da The White Moose Café su Martedì 16 gennaio 2018

„Es braucht Eier, solch ein Mail zu schreiben, wenn auch wenig Selbstachtung oder Würde“, heißt es in dem Post auf Facebook. Stenson, der den Namen der Youtuberin anonymisiert hat, fragt außerdem, wie er sein Personal bezahlen soll, während die 22-Jährige gratis bei ihm wohnt: „Sollte ich meinen Angestellten sagen, sie kommen in deinem Video vor, statt für ihre Arbeit bezahlt zu werden, während du hier bist?“

Der Hotelbesitzer betont, dass er in sozialen Netzwerken selbst einige Follower hat. „Aber mein Gott, ich würde niemals etwas umsonst verlangen. Solche Zahlen machen mich nicht zu einem besseren Menschen oder geben mir das Recht, etwas gratis zu bekommen, für das jeder andere zahlen muss“, meint Stenson. Der Vloggerin empfiehlt er, in Zukunft eine angemessene Bezahlung anzubieten. Dann bekomme sie von Hotels möglicherweise immerhin ein Upgrade geschenkt. „Damit würdest du etwas mehr Selbstrespekt zeigen und – seien wir ehrlich – es wäre nicht ganz so peinlich“, erklärte Stenson. Wenn das nicht gesessen hat.

 

 

In der Tat reagierte Darby völlig erschüttert und veröffentlichte auf Youtube ein Video, das ganze 17 Minuten lang ist. Der Titel lautet: „Ich wurde bloßgestellt (SO peinlich)“. Im Video wirft sie Stenson bösartige Absichten vor und beschwert sich darüber, dass er ein privates E-Mail veröffentlicht habe. Gleichzeitig verteidigt sie ihre Arbeit als Influencer. „Ich wurde in Stücke gerissen“, erklärte die 22-Jährige, die sich entsetzt darüber ausließ, dass ein erwachsener Mann auf eine junge Frau wie sie losgehe.

Darüber hinaus rief Darby befreundete Social-Media-Stars dazu auf, das Stenson Hotel zu boykottieren und schlechte Reviews zu veröffentlichen. Stenson reagierte darauf, indem er kurzerhand alle Blogger aus seinem Hotel verbannte.

Der Mini-Skandal brachte dem Hotelbesitzer dann allerdings doch genau das, was er ursprünglich abgelehnt hatte: Aufmerksamkeit.

Von: mk