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Lebensqualität und die nagende Frage

Dienstag, 02. Oktober 2018 | 09:44 Uhr

Bozen – Südtirol hat eine hohe Lebensqualität, heißt es. Immer wieder findet man verschiedene Städte unseres Landes ganz oben auf der Liste bei diversen Rankings. Dem gegenüber steht allerdings die erschreckend hohe Suizidrate bei uns. Äußere Umstände lassen sich offenbar nicht so leicht in inneres Wohlbefinden ummünzen.

Lebensqualität ist ein Sammelbegriff für all jene Faktoren, welche die positiven Lebensbedingungen in einer Gesellschaft für deren Mitglieder ausmachen. Neben dem materiellen Lebensstandard beeinflussen Glück und Zufriedenheit auch Faktoren wie Bildung, Berufschancen, sozialer Status, Gesundheit oder der Zugang zur freien Natur. Auch davon gibt es reichlich in Südtirol.

Dass der Wohlstand nicht bei allen ankommt, ist ein häufiges Gegenargument. Die Lebenshaltungskosten sind zu hoch. Die Berge engen ein und erzeugen eine drückende Stimmung, oder überhaupt: Leistungsdruck, Konsumwahn und Beziehungsunfähigkeit in der modernen Gesellschaft fordern auch in Südtirol ihren Tribut, sind weitere Theorien.

Doch so einfach auf einen Nenner zu bringen, ist das Problem nicht. Immerhin leiden nicht nur Arme an Depressionen, sondern auch viele Menschen aus anderen Schichten. Um unsere Bergwelt werden wir häufig beneidet, während uns Fortschritt und Technologie einen Komfort bieten, den es früher nicht gab.

Trotzdem bleibt die Frage übrig, was uns eigentlich fehlt. Es ist eine Frage, die nagt, weil sie sich nicht so leicht beantworten lässt, und deshalb vermutlich auch nagen soll.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Lebensqualität und die nagende Frage"


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Orschgeige
Orschgeige
Superredner
15 Tage 18 h

Wohlstand ist relativ. Wenn ich einen VW Golf fahre und mein Nachbar einen Masserati, bin ich ein armer Teufel. Für einen afrikanischen Tomatenklauber hingegen, lebe ich in saus und braus.

Gagarella
Gagarella
Universalgelehrter
15 Tage 9 h
Was fehlt uns eigentlich? Die Frage ist Berechtigt. Der materielle Wert kann es nicht sein, zumindest bei den meisten. Was dann? Die hohen Berge, die wir doch lieben? Wie sieht es mit der Identität aus? Mit der Politik? Sind wir Österreicher in einen fremden Staat Italiener? Nimmt sich jemand das Leben, weil er nicht weis, wohin er, sie gehört? Wer kann schon hinein schauen in einen Menschen? Ich kann nur von mir sprechen, starke Wurzeln, starkes Heimatgefühl, ein TIROLER Patriot wie er im Bilderbuch steht, nicht Reich, eine starke Frau an meiner Seite, intakte Familie, mit Höhen und Tiefen, aber… Weiterlesen »
Staenkerer
14 Tage 18 h
gagarella, ware worte und gute aussage! 👍👍 es isch der ständige vergleich den mir ausgsetzt sein der heimliche druck es “zu eppas bringen” zu müßn, wenn möglich mehr wie der nochbor, freund, bekonnte hot! de ständige gemessn wern mit “bessere” nie mit gleiche oder ” letzere”! mir geats wie dir, de liebe zur heimat, de zufriedenheit mit dem erreichten, trauer ums verlorene, donkborkeit auf a gute vergangenheit zrug gschaugn zu kennen, de gabe des jetzt zu geniesen und de gelossenheit meine zukunft auf mi zuakemmen zu lossn, kritisch und woch durchs lebn zu gien, und für meine nachkommen es beste… Weiterlesen »
JingJang
JingJang
Grünschnabel
15 Tage 7 h
Das zwischenmenschliche fehlt, Wohlstand hat wenig mit ihneren Glück zu tun. Anerkennung, das Gefühl gebraucht zu werden, in der Gesellschaft akzeptiert zu werden sind einige Punkte was Glücklich machen. Wer sich überflüssig und ausgestoßen fühlt, dem hilft auch viel Reichtum nichts. Naturvölker haben gar keinen Luxus, aber sie leben liebevoll in einer Gemeinschaft zusammen, jeder hat seine kleinen Aufgaben, die er ohne druck erledigt und Abens sitzen alle zusammen neben dem Feuer. Die Alten Erzählen den Kindern spannende Geschichten und andere Tanzen zusammen und haben Spaß. Nichts macht glücklicher als liebevoll behandelt zu werden. Lebensqualität ist nur zu einem kleinen… Weiterlesen »
Sag mal
Sag mal
Kinig
15 Tage 4 h

oft ist ein langer Weg und tausend Chancen einen Menschen zu helfen,werden vertan.Die Einen kriegen alles,Die Anderen nichts.Kein Zuhause zu haben,nicht willkommen zu Sein wo man ist(damit meine ich nicht Zugewanderte), man hatt ungerecht Sozialwohnungen vergeben .Lebensminimum 500 EURO Wird gekürzt,verfeindete Familienverhältnisse ,gesundheitliche Probleme Die auch aus der schlechten Situation entstehn..das will nicht gesehn werden..

Staenkerer
14 Tage 18 h
es gibbober a vieles des man ändern konn ober dem mut dazua nit aufbring, oft kloanigkeitn de lei a bisl überwindung kostn, a lächeln, a nettes wort, kontakt mit ondre, a hobby um der inneren einsamkeit zu entfliehen und sich besser zu fühln und dazuzughearn! man werd selten am materiellen, bsundere leistungen und aussechn gemessn, sonder meist am wesen und dem des man ausstrohlt, an der leistung de man zu bringen im stonde isch und nit de de man moant bringen zu müßen!! leider spiegelt de heitige zeit grod den jungen es gegentoal wider! und an den druck scheitern viele!… Weiterlesen »
Savonarola
Savonarola
Universalgelehrter
14 Tage 9 h

der Westen ist sowieso dem Untergang geweiht.

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