Unfallursache Ablenkung

Multitasking funktioniert beim Auto fahren nicht

Donnerstag, 25. April 2019 | 08:01 Uhr

Werden während einer Fahrt vom Lenker fahrfremde Tätigkeiten ausgeführt, leiden Abstand, Spurhaltung und Reaktionsschnelligkeit. Das spiegelt sich in der Unfallstatistik wider: Mit mehr als 38 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2017 führen “Unachtsamkeits-/ Ablenkungsunfälle” die Liste an (Quelle: Statistik Austria). Doch es sind es nicht nur Smartphone und Navi, die ablenken. “Alle Tätigkeiten, die nahe dem Lenkrad oder Sitzbereich stattfinden, können wertvolle Reaktionszeit zur Unfallvermeidung kosten. Dazu gehören auch Nebenbeschäftigungen wie beispielsweise die Bedienung von Radio oder Bordcomputer, das Suchen und Aufsetzen einer Brille, das Öffnen einer Trinkflasche und Essen”, macht ÖAMTC-Psychologin Marion Seidenberger aufmerksam.

Jede Aufgabe, auch wenn man sie scheinbar automatisch ausführt, kostet Leistung und Aufmerksamkeit. “Man kann nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig und gleich gut bewältigen. Wendet man sich dem einen zu, leidet die Kapazität für das andere. Multi Tasking funktioniert scheinbar nur, solange alles ‘normal’ abläuft”, führt die Expertin des Mobilitätsclubs aus. Trügerisch ist, wenn ein Verkehrsteilnehmer glaubt, sich und seine Leistungsfähigkeit wie auch eine aktuelle ‘ungefährliche’ Verkehrssituation längerfristig einschätzen zu können. Denn dann lässt er sich leicht ablenken und wendet sich anderen Dingen zu. “Subjektiv fühlen sich diese Momente kurz an, objektiv gemessen dauern sie aber einige Sekunden. In diesen Sekunden, in denen man blickmäßig, gedanklich und bedientechnisch nur eingeschränkt ‘funktioniert’, legt man viele Meter zurück”, so Seidenberger.

Brille herausnehmen und aufsetzen sind mindestens 40 Meter Blindflug

Die ÖAMTC-Psychologin hat die Auswirkungen bei Echtfahrversuchen gemessen: “Ist man im Stadtgebietsfahrtempo unterwegs, also mit 30 bis 50 km/h, und nimmt eine Brille aus dem Etui und setzt sie auf, legt man in dieser Zeit im Schnitt eine ‘Blindfahrstrecke’ von mindestens 40 Metern zurück – einige Testfahrer waren sogar über 100 Meter beschäftigt, ohne einen Blick auf die Fahrbahn zu werfen.” Wer dazu außerdem beide Hände benötigt, kann bis zu sieben Sekunden “freihändig” on Tour sein. “In dieser Zeit rollt der Wagen ungesteuert durch die Gegend – der Fahrer kann auf unerwartete Situationen nicht mehr adäquat reagieren”, so Seidenberger.

Kinder als Ablenkung – Reisen richtig vorbereiten

Doch nicht nur Dinge können ablenken, auch Beifahrer können die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ferien sind meist Familien-Reisezeiten, die mit kleinen Kindern an Bord unternommen werden. “Kinder haben andere Bedürfnisse. Auf längeren Fahrten machen sich rasch Langeweile und Unbehagen breit. Hilfreich sind hier ein ruhiger ‘cruisender’ Fahrstil, eine angenehme Bordatmosphäre, fix eingeplante Bewegungspausen nach etwa eineinhalb bis zwei Stunden Fahrzeit sowie regelmäßige Kontaktpflege mit und Beschäftigung der jungen Beifahrer, beispielsweise mit Filmen, Lesestoff und Snacks. Bei den ganz Kleinen könnte man auch die Fahrzeit auf deren Schlafzeit legen”, so die Tipps der ÖAMTC-Psychologin.

Von: luk

Kommentare

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11 Kommentare auf "Multitasking funktioniert beim Auto fahren nicht"


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iv
iv
Tratscher
1 Monat 3 h

Frau mit Handy am Steuer, schlimmer geht nimmer 😅

nok
nok
Tratscher
1 Monat 4 h

Und man sieht sie jeden Tag.

berthu
berthu
Superredner
1 Monat 3 h

Autofahren ist per se schon Multitasking! Ein Task mehr oder weniger spielt da meist nur anfangs eine Rolle.
Sicher ist Fahren und Handy-sichten-lesen-schreiben nicht gerade kompatibel. Wobei Freisprechen eher schon zum Fahren paßt.
Schlimmer sind die Fahrer, die ohne Grund beim Überholen und in Tunnels bremsen, beim Abbiegen auf der Fahrbahn stehen bleiben und den Verkehrsfluß unnötig gefährden.
Aber man sucht ja jede Möglichkeit, den Autofahrer abzuzocken.
Die Unfallzahlen sind im Sinken, trotz mehr Verkehr und Handys.

Staenkerer
29 Tage 20 h

als nit autofohrer frog i mi ob der verkehrstofeln, hinweisschilder, mit pech no a verkehrspolizist der verkehr”regelt” ompeln usw a oblenken?

ste
ste
Grünschnabel
1 Monat 2 h

Führerschein minimum a johr wegg.

aristoteles
aristoteles
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

die frauen können ja aus iher sicht multitasting. hinern steuer stellen sie sich aber gleich dumm an wie die männer wenn sie mit dem handy hantieren

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
1 Monat 1 h

…dann müsste man aber schon längst den Autohersteller verbieten Autos zu bauen mit Touchscreen Funktion. Alles wird mit dem Bildschirm gesteuert ist das gleich wie auf dem Handy zu schreiben.

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
1 Monat 3 h

Und es gibt einige die behaupten auch noch dass sie sicher Autofahren und nebenher Whatsapp Nachrichten schreiben können…

sou ischs
sou ischs
Tratscher
29 Tage 21 h

warman jo et im stonde a sunnbrille auzisetzn odo mitn handy schreibm ba de gonzn lecho in do strosse ba ins do

nachgedacht
nachgedacht
Grünschnabel
29 Tage 16 h

wenn men zwischn forst und töll ca 50 verkehrsschilder unschaugn muas und sich dementsprechend verholtn -isch sel nit a multitasking? weil af die stroß zu schaugn bleib sem wiani zeit…. va ondre gegenden gonz zu schweign… ba die semmen bledsinn war a unzusetzn.

anonymous
anonymous
Superredner
29 Tage 21 h

Dann müsste bei Tesla u co der Beifahrer das auto bedienen

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