Greift der Trend um sich?

Silvesternacht: Zuflucht für Vierbeiner in deutschen Flughäfen

Freitag, 02. Januar 2026 | 09:29 Uhr

Von: idr

Berlin – Während draußen Raketen pfiffen und Böller explodierten, saßen Hunderte Herrchen und Frauchen mit ihren Hunden auf Decken im Terminal des Berliner Flughafens BER. Mit dabei hatten viele Proviant und natürlich etwas zum Anstoßen. Bis etwa vier Uhr morgens blieben viele Hundehalter in den vom Lärm geschützten Räumen in der Böllerverbotszone, bis sich die Lage in der Stadt beruhigt hatte. Auch andere deutsche Metropolen wie Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Paderborn haben mitgezogen.

Hunderte Hundebesitzer suchten in der Silvesternacht an deutschen Flughäfen Schutz vor dem Lärm. In Frankfurt, Berlin, Düsseldorf, Köln und Paderborn wurden Terminals zu Zufluchtsorten für verzweifelte Vierbeiner und ihre Menschen. Der Grund: Rund um Flughäfen gilt laut Luftverkehrsordnung im Umkreis von 1,5 Kilometern ein Böllerverbot. Dazu kommen die massiv gedämmten Fenster. Eigentlich sollen diese vor dem Fluglärm schützen, doch an Silvester bieten sie auch Vierbeinern Schutz.

Das Geschäft mit der Angst?

Die Hotels am Frankfurter Flughafen hatten sich längst auf den Andrang eingestellt. Das Sheraton, direkt an Terminal 1, bot ein festliches Silvester-Dinner mit eigenem Hundebüfett, Trinkstationen und reserviertem Außenbereich. Wer ein Zimmer buchte, zahlte ab 168 Euro – plus 50 bis 60 Euro für den Hund. Auch das Marriott und das Steigenberger waren restlos ausgebucht, manche Hundebesitzer hatten bereits im Mai reserviert.

Doch das Konzept hat einige Tücken, denn Flughäfen sind alles andere als ideale Orte für einen Hund: glatte Böden, gläserne Fahrstühle, offene Treppen, Menschenmassen mit Koffern, dazwischen überforderte Hunde auf Decken sowie jede Menge Hektik und Lärm. Dazu kommt der Mangel an Auslaufmöglichkeiten. Hundetrainer Dennis Panthen berichtet, dass viele Hunde nicht trotz, sondern wegen des Flughafenaufenthalts am Kölner Flughafen gestresst waren.

Abwägung zeigt: Kein Szenario optimal

Trotzdem: Für viele Besitzer war es die beste Lösung. Mali, die herzkranke 13-jährige Bardino-Hündin von Annique, überlebte dank der Ruhe am BER eine weitere Silvesternacht. Hubert, der bei Böllern in Panik gerät, blieb ruhig, wie die BZ berichtet. Das neue Umfeld bedeutet zwar auch Stress für viele Hunde, doch wäre die Alternative wirklich besser?

Mehr als 500 Hunde waren allein am Flughafen Paderborn/Lippstadt, wo die Aktion „Ruhe statt Böller“ erstmals stattfand. Auch in anderen Großstädten war dieser Trend zu beobachten, doch eine Lösung für alle Hundebesitzer kann das nicht sein. Für einige glückliche Vierbeiner jedoch bedeutete der Zufluchtsort das Überleben und zumindest etwas weniger Stress.

 

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