Neue Studie überrascht Forscher weltweit

Spirulina liefert echtes Vitamin B12

Mittwoch, 06. Mai 2026 | 07:00 Uhr

Von: atav

Spirulina könnte zum Gamechanger werden
Eine neue Studie bringt frischen Wind in die Ernährungsforschung: Eine speziell gezüchtete Form der Blaualge Spirulina könnte erstmals eine echte Quelle für biologisch aktives Vitamin B12 sein. Damit würde eines der größten Probleme dieses beliebten Superfoods gelöst.

Ein internationales Forschungsteam unter der Leitung von Dr. Asaf Tzachor von der Reichman University hat diese neue Form entwickelt. Die in der Fachzeitschrift „Discover Food“ veröffentlichte Studie zeigt, dass durch gezielte Lichtsteuerung sogenannter „photosynthetisch kontrollierter Spirulina“ erstmals biologisch aktives Vitamin B12 erzeugt werden kann. Gemeinsam mit Partnern aus Island, Dänemark und Österreich untersuchten die Forscher, wie sich die Nährstoffproduktion der Algen gezielt beeinflussen lässt.

Warum Vitamin B12 so wichtig ist
Vitamin B12 ist essenziell für euren Körper. Es unterstützt die DNA-Produktion, die Funktion des Nervensystems und die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Vitamin-B12-Mangel kann schwerwiegende Folgen haben – von Anämie bis hin zu neurologischen Schäden.

Weltweit sind mehr als eine Milliarde Menschen betroffen. Das Problem: Natürliche Quellen für Vitamin B12 stammen fast ausschließlich aus tierischen Produkten wie Fleisch und Milch.

Das große Problem mit herkömmlicher Spirulina
Spirulina gilt seit Jahren als nährstoffreiches Superfood. Sie enthält Proteine, Eisen und Antioxidantien. Doch ein entscheidender Nachteil hat ihren Durchbruch verhindert: Das enthaltene Vitamin B12 ist meist eine inaktive Form, die euer Körper nicht verwerten kann.

Die neue Technologie hinter dem Durchbruch
Mithilfe von kontrollierten Lichtbedingungen wurde Spirulina nun so gezüchtet, dass sie aktives Vitamin B12 produziert, ganz ohne genetische Veränderung.

Das Ergebnis: Die neue Spirulina enthält vergleichbare Mengen an aktivem Vitamin B12 wie Rindfleisch. Über 98 % des enthaltenen Vitamins sind für den menschlichen Körper nutzbar.

Stabil und nachhaltig produziert
Die Forscher konnten zeigen, dass diese Werte über einen Zeitraum von neun Monaten stabil bleiben. Das deutet darauf hin, dass die Methode auch langfristig zuverlässig funktioniert.

Zusätzlich ist die Produktion klimafreundlich: Die Spirulina wird in geschlossenen Systemen gezüchtet und kann CO₂-neutral hergestellt werden.

Kann das global etwas verändern?
Die Forscher haben auch berechnet, was passieren würde, wenn die Produktion im großen Stil umgesetzt wird. Allein in Island könnte eine massive Menge Spirulina produziert werden; genug, um Millionen von Kindern mit Vitamin B12 zu versorgen.

Je nach Szenario könnten über 50 Millionen Kinder weltweit von dieser neuen Quelle profitieren.

Eine mögliche Zukunft ohne tierische B12-Quellen?
Die Ergebnisse zeigen einen vielversprechenden Weg, den Vitamin-B12-Mangel zu bekämpfen, ohne die Umwelt zusätzlich zu belasten. Spirulina könnte damit eine echte Alternative zu Fleisch und Milchprodukten werden; besonders in einer Welt, die nachhaltigere Ernährungslösungen sucht.

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