Von: idr
Bozen – Zum Jahresanfang ruft der Verbraucherschutzverein Robin dazu auf, finanzielle Entscheidungen bewusster zu treffen und typische Fehler zu vermeiden. Denn während Fehler im Alltag oft lehrreich sind, können sie bei Geldfragen schnell teuer werden und langfristige Folgen haben.
„Aus Fehlern lernt man – aber bei Geldfragen zahlt man häufig ein hohes Lehrgeld“, sagt Walther Andreaus, Geschäftsführer des Verbraucherschutzvereins Robin. Gerade im Finanzbereich wirken sich Fehlentscheidungen nicht nur kurzfristig aus, sondern belasten viele Menschen über Jahre hinweg – etwa durch unnötige Kosten, schlechte Verträge oder fehlende Absicherung.
Ziel des Verbraucherschutzes sei es daher nicht, erst aus Schaden klug zu werden, sondern finanzielle Schäden von vornherein zu verhindern. Die beste Strategie liege auf der Hand: Die besten Finanzfehler sind jene, die man selbst gar nicht erst macht.
Zum Jahresbeginn hat der Verbraucherschutzverein Robin ein kompaktes Vademecum zusammengestellt, das Verbrauchern hilft, die häufigsten Finanzfehler zu erkennen und zu vermeiden.
Die häufigsten Finanzfehler im Überblick
Viele Haushalte verlieren Geld durch überteuerte oder unnötige Verträge, etwa bei Handy-, Energie-, Streaming- oder Versicherungsangeboten. Alte Tarife werden nicht überprüft, doppelte Leistungen bleiben unbemerkt bestehen. Verträge sollten mindestens einmal im Jahr geprüft werden. Wichtig ist auch, Kündigungsfristen zu notieren und Vergleichsportale kritisch zu nutzen – am besten jene der zuständigen Aufsichtsbehörden für Strom, Gas, Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Bei Unsicherheit hilft eine unabhängige Verbraucherberatung.
Ein weiterer klassischer Fehler ist Konsum auf Kredit. Ratenkäufe, „Buy now – pay later“-Modelle oder dauerhaft genutzte Kreditkarten verschleiern die tatsächlichen Kosten und führen nicht selten in eine Schuldenfalle.
Zu den größten Risiken zählen auch intransparente oder ungeeignete Finanzprodukte. Komplexe Angebote mit hohen Gebühren oder Provisionen werden oft abgeschlossen, ohne dass Verbraucher sie vollständig verstehen.
Häufig problematisch ist zudem falscher Versicherungsschutz. Existenzielle Risiken sind unzureichend abgesichert, während unnötige oder teure Zusatzversicherungen abgeschlossen werden.
Nicht zu unterschätzen sind Betrug und Abzocke. Phishing, Fake-Shops und unseriöse Anlageangebote setzen gezielt auf Zeitdruck, Angst oder unrealistische Gewinnversprechen.
Ein weiterer verbreiteter Finanzfehler ist das Fehlen ausreichender Rücklagen. Ohne finanzielles Polster (drei bis sechs Monatseinkommen) führen unerwartete Ausgaben schnell zu Krediten oder Zahlungsproblemen.
Grundlegend verschärft wird all dies durch mangelnde Finanzbildung. Wer zentrale Begriffe und Zusammenhänge nicht kennt, ist stärker von Verkaufsinteressen abhängig und trifft häufiger falsche Entscheidungen.
Schließlich wird die Altersvorsorge aufgeschoben. Wer den Faktor Zeit unterschätzt, riskiert langfristig erhebliche Versorgungslücken.
Der Verbraucherschutzverein Robin appelliert daher, sich Zeit für finanzielle Entscheidungen zu nehmen, Angebote kritisch zu prüfen und unabhängige Beratung zu nutzen. Einfache Grundregeln helfen dabei: Zeitdruck ist ein Warnsignal, hohe Gebühren schmälern jede Rendite, und Unabhängigkeit schützt vor Fehlentscheidungen.
„Finanzielle Selbstbestimmung beginnt mit Wissen und Aufmerksamkeit“, so Andreaus. „Gerade zum Jahresanfang ist das ein guter Vorsatz.“




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