Nikotin bleibt das Kernproblem

Weder Rauchen noch Dampfen sind harmlos

Sonntag, 08. März 2026 | 07:59 Uhr

Von: luk

Eine aktuelle Simulation sorgt mit alarmierenden Ergebnissen für Aufsehen: Sie vergleicht die Auswirkungen von Rauchen und Dampfen und zeigt, dass auch E-Zigaretten keineswegs unbedenklich sind – selbst wenn sie als vermeintlich gesündere Alternative zum klassischen Tabakrauchen gelten.

E-Zigaretten, einst als moderner Ausweg aus der Nikotinabhängigkeit gefeiert, erfreuen sich insbesondere bei jüngeren Menschen wachsender Beliebtheit. Ihre bunten Designs, intensiven Aromen und unkomplizierte Handhabung haben das Dampfen in vielen Ländern populär gemacht. Doch Forschende warnen: Auch beim Inhalieren von Kirsch- oder Ananas-Dampf gelangen Nikotin und andere Schadstoffe in den Körper.

Nikotin bleibt das Hauptproblem

Nikotin ist ein stark suchterzeugender Stoff, der den Herzschlag beschleunigt und die Blutgefäße verengt. Manche Liquids enthalten zudem Reizstoffe wie Formaldehyd – obwohl diese in regulierten Produkten, etwa in Großbritannien, verboten sind. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist weltweit immer noch etwa ein Fünftel der erwachsenen Bevölkerung nikotinabhängig.

Eine Umfrage des britischen Statistikamts (ONS) zeigt zudem, dass in Großbritannien inzwischen mehr Menschen dampfen als herkömmliche Zigaretten rauchen. Viele greifen aus gesundheitlichen Gründen zu E-Zigaretten, da sie als weniger schädlich gelten. Eine Animation der Plattform Untold Healing verdeutlicht die biologischen Unterschiede zwischen beiden Formen des Nikotinkonsums.

Rauchen bleibt klar gefährlicher

Die Simulation macht deutlich, dass Tabakrauch besonders giftig ist: Jede Zigarette setzt rund 7.000 Chemikalien frei – darunter krebserregende Stoffe wie Benzol, Formaldehyd und Arsen. Außerdem entsteht Teer, von dem laut der American Cancer Society je nach Marke bis zu 43 Milligramm pro Zigarette enthalten sein können. Diese Substanzen können das Erbgut schädigen und langfristig zu Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegsleiden führen. Zusätzlich enthält Tabakrauch Kohlenmonoxid, das die Sauerstoffaufnahme im Blut behindert und lebenswichtige Organe schwächt.

E-Zigaretten vermeiden die Verbrennung von Tabak und damit viele dieser toxischen Rückstände. Laut britischem Gesundheitsdienst NHS setzt das Dampfen „rund 95 Prozent weniger schädliche Chemikalien frei“ als das Rauchen. Studien belegen, dass Raucher, die vollständig auf E-Zigaretten umsteigen, ihre Belastung durch krebsauslösende und giftige Stoffe deutlich senken können.

Risiko durch illegale oder minderwertige Produkte

Ein Gesundheitsrisiko bleibt jedoch bestehen – besonders bei unregulierten oder illegalen Geräten. Schlechte Verarbeitung kann dazu führen, dass Schwermetalle wie Blei oder Nickel aus den Heizelementen in den Dampf übergehen. In einigen verbotenen Produkten wurde zudem Diacetyl entdeckt, ein Aromastoff, der mit der gefährlichen Lungenkrankheit „Popcorn-Lunge“ in Verbindung gebracht wird.

Das Dampfen mag für Raucher eine risikoärmere Alternative sein, doch es ist keine gesunde Gewohnheit. Fachleute raten daher: Wer nicht raucht, sollte auch mit dem Dampfen gar nicht erst anfangen – denn „weniger schädlich“ bedeutet keinesfalls „harmlos“.

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