Vermischtes

Firma trickst bei Sondertransporten: Ermittlung wegen Bandenbildung

Mittwoch, 15. April 2026 | 10:20 Uhr

Von: stnews

Bozen – Am Dienstag in den frühen Morgenstunden haben Einheiten der Straßenpolizei Trentino-Südtirol, im Veneto, in der Lombardei und im Latium zahlreiche Durchsuchungen ausgeführt – mit Unterstützung von Spezialisten für Cybersicherheit der Staatspolizei. Ins Fadenkreuz der Ermittler ist im Rahmen der Operation „Logistic Games“ eine Kapitalgesellschaft nach österreichischem Recht geraten, an deren Spitze ein in Südtirol ansässiger Italiener steht. Parallel dazu fanden Razzien im österreichischen Bundesland Tirol sowie in Oberbayern statt.

Die Vorwürfe wiegen schwer. Laut den Ermittlern soll das Unternehmen, das auch operative Sitze in Litauen, Polen und Kroatien mit zentralen Strukturen in Deutschland und Österreich unterhält, systematisch gegen Gesetze verstoßen haben, um sich im Logistikbereich einen unfairen Marktvorteil zu verschaffen.

Um Genehmigungen für lukrative Sondertransporte zu erhalten, griffen die Verantwortlichen offenbar zu kriminellen Mitteln: So sollen gefälschte Kennzeichen und manipulierte Fahrzeugpapiere verwendet worden sein. Autobahnbetreiber, Provinzen und Gemeinden wurden laut den Ermittlern dadurch falsche technische Datenblätter in die Irre geführt. Sogar Vidimierungen vom Kraftfahrzeugamt seien nachgeahmt worden.

Durch diese Manipulationen konnte das Unternehmen Aufträge in einer Geschwindigkeit und zu Preisen anbieten, mit denen legale Konkurrenten nicht mithalten konnten.

Risiko für die Sicherheit auf der Straße

Der Betrug war nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern stellte laut den Ermittlern auch eine erhebliche Gefahr für die Allgemeinheit dar. Durch die Fälschungen seien für Spezialtransporte Fahrzeuge eingesetzt worden, welche die gesetzlich vorgeschriebenen technischen Voraussetzungen gar nicht erfüllten.

Die Komplexität des Falles machte eine enge internationale Kooperation notwendig. Im Rahmen einer sogenannten Kontaktgruppe arbeiteten die Staatsanwaltschaften von Bozen, Innsbruck und Traunstein Hand in Hand. Auf polizeilicher Ebene kooperierten die Straßenpolizei Bozen, das Landeskriminalamt (LKA) Innsbruck und die Verkehrspolizei Rosenheim.

Elf Verdächtige im Visier

Aktuell wird gegen elf Personen wegen des Verdachts der Bandenbildung, der Urkundenfälschung und des schweren Betrugs ermittelt. Bei den Razzien wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, darunter auch zahlreiche digitale Daten, die nun von IT-Experten ausgewertet werden.

Im Video sieht man Beamte der Straßenpolizei bei einer Routinekontrolle von Schwerfahrzeugen.

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