Sanität präsentiert Kinder-Rheumatologie im Krankenhaus Bozen

100.000 Menschen in Südtirol leiden an Rheuma

Dienstag, 11. Oktober 2016 | 18:05 Uhr

Bozen – Der Welt-Rheuma-Tag findet weltweit alljährlich am 12. Oktober statt. Anlässlich des diesjährigen Weltrheumatages möchte der Südtiroler Sanitätsbetrieb die Kinder-Rheumatologie im Krankenhaus Bozen vorstellen, denn auch Kinder können von dieser Krankheit betroffen sein.

Der Welt-Rheuma-Tag (World Arthritis Day) wurde erstmals 1996 von der internationalen Vereinigung der Selbsthilfeverbänden Rheumabetroffener, der Arthritis and Rheumatism International (ARI), ins Leben gerufen. Ziel dieses Welttages ist es, die Anliegen rheumakranker Menschen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.

Rheumatoide Arthritis, Fibromyalgie, Arthrose, Morbus Bechterew, Lupus oder Gicht – Rheuma hat viele Gesichter. Zirka 400 bis 500 verschiedene Krankheiten werden zu den „Rheuma-Erkrankungen“ gezählt. So unterschiedlich diese auch sein mögen, eines ist allen rheumatischen Erkrankungen gemeinsam: Sie sind meistens mit Schmerzen verbunden. In Gelenken, Sehnen, Muskeln und Knochen oder inneren Organen. Die Schmerzen schränken nicht nur die Bewegungsfähigkeit der Betroffenen ein, sondern auch ihre Lebensqualität.

Statistisch gesehen leidet jeder Fünfte an einer rheumatischen Erkrankung, das heißt, dass in Südtirol rund 100.000 Menschen davon betroffen sind. Jeder Zwanzigste leidet an einer chronisch-entzündlichen rheumatischen Erkrankung, für Südtirol bedeutet das etwa 20.000 bis 25.000 Fälle.

In der Öffentlichkeit wenig bekannt ist, dass auch Kinder an rheumatischen Erkrankungen leiden können. Jährlich erkranken in Südtirol geschätzte 15 bis 20 Kinder an juveniler idiopathische Arthritis, insgesamt wird davon ausgegangen, dass rund 500 Kinder in Südtirol davon betroffen sind. Als Hilfe für diese Kinder aber auch für die Eltern und den niedergelassenen Pädiatern, wurde im Krankenhaus Bozen eine disziplinübergreifend arbeitende Kinder-Rheumatologie-Ambulanz eingerichtet.

Die juvenile idiopathische Arthritis ist nicht nur die häufigste chronisch-rheumatische Erkrankung, sondern auch die häufigste chronische Erkrankung des Kindesalters überhaupt. Es handelt sich um eine chronische autoimmune Gelenksentzündung. Jahrzehntelang wurde diese Krankheit als harmlos abgetan, heute weiß man allerdings, dass es sich um eine chronisch-destruierende Erkrankung handelt, die, wenn nicht entsprechend behandelt, zu permanenten Gelenksschäden und Behinderung führen kann und damit das zukünftige Arbeits- und Sozialleben des Kindes unwiderruflich beeinträchtigt. Die modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten gepaart mit aktuellen Behandlungsstrategien haben die Prognose entscheidend verändert. Unerlässlich sind eine schnelle Diagnose und die Überweisung an einen Facharzt in diesen Bereich, in Folge engmaschige Verlaufskontrollen alle zwei bis drei Monate und bei Bedarf Therapieanpassungen. So kann dem Kind und seinen Eltern ein normales Leben gewährleistet werden.

Das gemeinsames Ambulatorium für Kinder-Rheumatologie entstand als gemeinsames Projekt der Abteilungen Rheumatologie/Innere Medizin und Pädiatrie des Zentralkrankenhauses Bozens. Damit soll Südtirols Kindern mit rheumatischen Erkrankungen eine Rundumversorgung nach modernen Prinzipien sowie nationalen und internationalen Leitlinien garantiert werden.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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