"Probleme im System"

15 Jahre Landesverband: Sozialberufe fordern Aufwertung und klare Strukturen

Dienstag, 14. April 2026 | 18:12 Uhr

Von: luk

Bozen – Der Landesverband der Sozialberufe blickt auf sein 15-jähriges Bestehen zurück – und verbindet das Jubiläum mit deutlichen Forderungen an Politik und Gesellschaft. Seit seiner Gründung 2011 versteht sich der Verband als gemeinsame Stimme für Fachkräfte im Sozialbereich in Südtirol.

Im Mittelpunkt stehen laut Verband weiterhin zentrale Herausforderungen: bessere Bezahlung, klare Karrierewege und vor allem eine qualitative Aufwertung der Sozialberufe. Kritisch gesehen werden dabei sogenannte „niederschwellige“ Berufsprofile mit geringeren Standards, die zunehmend in Diskussion gebracht werden.

Zugleich weist der Verband auf strukturelle Probleme im System hin. Sozialberufe sind in Südtirol in unterschiedlichen Bereichen tätig – von den 79 Seniorenwohnheimen über die Sozialdienste in den Bezirksgemeinschaften bis hin zu Genossenschaften und privaten Trägern. Entsprechend unterschiedlich fallen auch die Kollektivverträge und Gehaltsstrukturen aus. Zudem gebe es Ungleichgewichte bei Zulagen und Entlohnung.

Für zusätzlichen Klärungsbedarf sorgt die Weiterentwicklung der Berufsbilder. Neben Sozialbetreuern und Pflegehelfern kommt mit der neuen Ausbildung zur Krankenpflegeassistenz ein weiteres Profil hinzu. Damit entstehen laut Verband Überschneidungen bei Kompetenzen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Eine eigens eingesetzte technische Arbeitsgruppe unter Leitung des Gesundheitsressorts soll nun Lösungen erarbeiten.

Der Verband fordert in diesem Zusammenhang klare Kompetenzabgrenzungen, einheitliche Ausbildungsstandards sowie Transparenz bei den Gehältern. Auch die Ausbildung der Sozialbetreuer müsse überarbeitet werden, um deren Rolle im System klarer zu definieren.

Grundsätzlich betont der Verband die zentrale Bedeutung der Sozialberufe für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gleichzeitig wird der Ton schärfer: Sollte es heuer keinen „wirklichen Durchbruch“ bei den offenen Fragen geben, stellt der Verband sogar seine weitere Tätigkeit infrage.

Bezirk: Bozen

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