Landesberufsschule Savoy unterstützt das Nachtquartier des Vereins Dormizil EO

150 Kilogramm Solidarität

Mittwoch, 22. April 2026 | 12:53 Uhr

Von: mk

Meran – Rund 150 bis 200 Kilogramm Speisen hat die Landesberufsschule für das Gastgewerbe Savoy in Meran zwischen Anfang Februar und Mitte April für die obdachlosen Menschen des Nachtquartiers des Vereins Dormizil EO in Bozen bereitgestellt. Direktor Karl Telser hat die Initiative angestoßen und gemeinsam mit Lehrpersonen und Schülern umgesetzt. Er brachte an insgesamt 15 Abenden jeweils rund 15 Portionen ins Nachtquartier.

Das Nachtquartier in der Vintlerstraße 9 war vom 17. Oktober bis zum 13. April in 179 Nächten jeweils von 19.00 bis 8.30 Uhr geöffnet. 25 obdachlose Menschen, größtenteils italienische Staatsbürger, fanden dort einen geschützten Schlafplatz. Rund 120 Freiwillige übernahmen Nacht- und Frühstücksdienste, hatten ein offenes Ohr und verteilten je nach Verfügbarkeit Snacks oder warme Mahlzeiten.

Karl Telser erzählt, wie die Idee zur Unterstützung aus einem persönlichen Anlass entstand: „Meine Frau engagiert sich ehrenamtlich im Nachtquartier und hat mir eines Abends ein Foto vom leeren Kühlschrank gezeigt. Mir war klar, dass wir unbürokratisch helfen können und müssen.“ An der Schule bleiben täglich Speisen übrig. Es war naheliegend, diese weiterzugeben. Nach der Abstimmung mit den Kochlehrkräften und den Verantwortlichen des Vereins Dormizil EO wurde die Initiative umgesetzt. Schülerinnen und Schüler aller Ausbildungsstufen, die Lehrkräfte und der Heimkoch beteiligten sich daran. Die Gerichte entstanden im regulären Unterricht. Die Produktionsmengen wurden leicht erhöht, um zusätzliche Portionen für das Nachtquartier bereitzustellen. Zwei Köche übernahmen das Portionieren, Vakuumieren, Beschriften und Kühlen der Speisen. Die Auswahl reichte von Suppen und Knödeln über Gemüsegerichte, Teigtaschen und Currys bis hin zu Gulasch und Süßspeisen. Besonders gefragt waren vegetarische und leicht verdauliche Gerichte, Fleischspeisen wurden bewusst reduziert.

Karl Telser ist überzeugt: „Soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit lernen Menschen am besten, indem sie gelebt wird. Erst wenn Jugendliche sehen, was ihr Einsatz bewirkt, wird das für sie wirklich greifbar.“ An eine Begegnung an der Schule erinnert er sich besonders gern: „Ein Schüler hat mich auf dem Gang angehalten und gesagt, dass er stolz ist, in einer Schule zu sein, die sich so klar sozial positioniert. Ein schöneres Kompliment kann es für eine Initiative nicht geben.“

Auch die Rückmeldungen aus dem Nachtquartier waren durchwegs positiv. „Einmal, als ich etwas früher mit den Speisen angekommen bin und Gäste bereits vor der Tür warteten, wurde ich schon von Weitem mit Jubel und Applaus begrüßt“, berichtet Karl Telser.

Für den Verein Dormizil EO war die Unterstützung eine große Unterstützung. „Die Zusammenarbeit mit der Landesberufsschule Savoy hat unsere Abende im Nachtquartier spürbar erleichtert. Und sie hat den Menschen, die den Tag auf der Straße verbringen und oft keinen Zugang zu frisch gekochtem Essen haben, gezeigt, dass es Solidarität gibt“, sagen Paul Tschigg, Magdalena Oberrauch und Monika Stuefer, die das Nachtquartier im vergangenen Winter koordiniert haben.

Bezirk: Burggrafenamt

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