Von: APA/Reuters
Das KI-Start-Up Anthropic dringt mit neuen Anwendungen in den Finanzsektor vor und setzt damit etablierte Datenanbieter unter Druck. Das Unternehmen stellte am Dienstag in New York zehn KI-Agenten vor, die Aufgaben wie die Erstellung von Präsentationen, die Prüfung von Bilanzen oder das Verfassen von Kreditberichten mit minimalem menschlichen Zutun erledigen sollen.
Die Ankündigung setzte den traditionellen Finanzsoftware-Anbietern zu: Die Aktien von FactSet fielen im Verlauf um 7,4 Prozent. Anthropic-Chef Dario Amodei erklärte, dass einzelne Software-as-a-Service-Unternehmen (SaaS) durch den KI-Umbruch in die Insolvenz rutschen könnten, auch wenn die Softwarebranche insgesamt wachsen werde.
Finanzbranche für Anthropic zweitwichtigster Markt
Als Agenten werden in der Künstlichen Intelligenz (KI) Systeme bezeichnet, die im Gegensatz zu einfachen Chatbots komplexe Arbeitsabläufe eigenständig planen und ausführen können. Die Finanzbranche ist für Anthropic nach dem Technologiesektor mittlerweile der zweitwichtigste Markt. Nach Angaben des Unternehmens stammen 40 Prozent der 50 größten Kunden aus diesem Bereich, darunter Branchengrößen wie Goldman Sachs, Visa, Citi und AIG. Das rasante Wachstum spiegelt sich auch in den Geschäftszahlen wider: Der Umsatz habe sich im ersten Quartal auf das Jahr hochgerechnet verachtzigfacht, sagte Amodei. Die Mitarbeiterzahl liege inzwischen bei rund 3500.
Mit Blick auf den Wettbewerb zeigte sich Amodei selbstbewusst. Andere große US-KI-Labore seien in ihrer Leistungsfähigkeit schätzungsweise ein bis drei Monate im Rückstand, während chinesische Modelle wahrscheinlich sechs bis zwölf Monate hinterherhinkten. Das von Anthropic entwickelte KI-Modell “Mythos” habe hinter verschlossenen Türen bereits Zehntausende Sicherheitslücken gefunden.




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