163 neue Unternehmen in Südtirol

Anzahl der Frauenunternehmen auch 2025 wieder gewachsen

Donnerstag, 05. März 2026 | 09:46 Uhr

Von: mk

Bozen – In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Frauenunternehmen in Südtirol stetig gestiegen. Im Jahr 2025 wuchs die Anzahl weiblicher Betriebe um 1,4 Prozent, was 163 neuen Unternehmen entspricht. Die Handelskammer Bozen unterstützt eine Vielzahl von Initiativen, um die Position der Frauen in der Wirtschaft zu stärken.

Zum Ende des Jahres 2025 waren 11.502 Frauenunternehmen im Handelsregister der Handelskammer Bozen eingetragen, was 18,4 Prozent der Gesamtzahl der Unternehmen in Südtirol ausmacht. Der größte Teil der weiblichen Unternehmen ist im Dienstleistungssektor (28,7 Prozent), im Gastgewerbe (25,7 Prozent) und in der Landwirtschaft (24,6 Prozent) tätig.

Trotz des anhaltenden Anstiegs der Frauenunternehmen in Südtirol sind Frauen in Führungspositionen nach wie vor unterrepräsentiert. Ende 2025 war wiederum nur jede fünfte Person in den Gremien von Kapitalgesellschaften eine Frau. So gab es in Südtirol insgesamt 28.461 männliche Verwalter, bei den Frauen belief sich die Zahl auf 7.430. In diesem Zusammenhang spielt auch das Phänomen der „gläsernen Decke“ eine wichtige Rolle. Darunter versteht man unsichtbare Barrieren, welche Frauen am beruflichen Aufstieg hindern, insbesondere auf höhere Stufen der Karriereleiter. Hinzu kommt, dass Frauen häufig zusätzliche Verpflichtungen wie familiäre Betreuungsaufgaben der Kinder, die Pflege von Angehörigen sowie den Haushalt übernehmen und auch dadurch weniger Aufstiegschancen haben.

„Die Handelskammer unterstützt eine Reihe von Maßnahmen für Frauen in der Wirtschaft. In Form von Information, Weiterbildung und Beratung werden konkrete Schritte gesetzt, damit immer mehr Frauen den Mut fassen, selbständig zu werden bzw. eine Führungsposition einzunehmen“, erklärt Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen.

Initiativen der Handelskammer zur Förderung des weiblichen Unternehmertums

Die Initiativen des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums haben das Ziel, die Position von Frauen in der Wirtschaft zu stärken, Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen zu fördern und die Gründung von Unternehmen durch Frauen zu forcieren. Ein Beispiel ist das Mentoring-Programm für junge Unternehmerinnen, das den Austausch von Know-how in verschiedenen Bereichen der Unternehmensführung durch erfahrene Unternehmerinnen vorsieht.

„Es ist uns ein zentrales Anliegen, interessierte Frauen auf ihrem unternehmerischen Weg gezielt zu begleiten, Hürden abzubauen und nachhaltige Netzwerke zu schaffen“, erklärt Annemarie Kaser, Vorsitzende des Beirats zur Förderung des weiblichen Unternehmertums.

Das WIFI, der Service für Weiterbildung und Personalentwicklung der Handelskammer Bozen, organisiert jährlich Bildungsmaßnahmen speziell für Unternehmerinnen, Freiberuflerinnen, Selbständige und Frauen in Führungspositionen. Auf der Webseite www.wifi.bz.it ist eine Übersicht der aktuellen Weiterbildungsveranstaltungen im Rahmen der Initiative „Frau in der Wirtschaft“ abrufbar.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ organisiert das WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer jedes Jahr drei Abendveranstaltungen in verschiedenen Südtiroler Unternehmen. Im Mittelpunkt der Events im Sommer 2026 werden verschiedene Aspekte des Themas Frau und Wirtschaft stehen. Das Programm wird in den nächsten Monaten auf der Webseite www.zukunftswerkstatt.bz.it veröffentlicht.

Das „audit familieundberuf“ bietet Unternehmen professionelle Unterstützung, um familienfreundliche Maßnahmen im Betrieb einzuführen und gezielt weiterzuentwickeln. Ziel des „audit familieundberuf“ ist es, Unternehmen und Organisationen in Südtirol für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren und die Vereinbarkeit von Familie, Privatleben und Beruf zu fördern.

Frauenunternehmen sind Unternehmen, bei denen Führungs- bzw. Besitzpositionen mehrheitlich von Frauen wahrgenommen werden. Die Differenz zur Gesamtanzahl der Unternehmen entspricht nicht der Anzahl der „Männerunternehmen“, weil die Klassifizierung oft nicht möglich ist (z.B., wenn das Unternehmen von juristischen Personen oder von Männern und Frauen im gleichen Maße kontrolliert wird).

Bezirk: Bozen

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