Von: luk
Bozen – Die Südtiroler Vinzenzgemeinschaft hat bei ihrer Vollversammlung am 18. April in Bozen eine Bilanz ihrer Tätigkeit gezogen und zugleich zentrale Herausforderungen für die Zukunft skizziert. Zentralratspräsident Heinrich Erhard berichtete über ein weiterhin breites Spektrum an Unterstützungsleistungen für Bedürftige im ganzen Land.
Ein zentrales Problem sei zunehmend die soziale Isolation vieler Menschen. Neben materieller Hilfe würden Angebote wie die tägliche Morgenbrotausgabe in Bozen oder kostenlose Abendessen in Meran auch als Treffpunkte dienen, um Kontakte zu knüpfen und Anliegen vorzubringen, betonte Erhard.
Schwerpunkt auf Wohnen und Lebenshaltungskosten
Trotz des allgemeinen Wohlstands bleibe Armut in Südtirol präsent. Ein Großteil der finanziellen Mittel werde daher für Wohnkosten aufgewendet. Unterstützt werden unter anderem Mietkautionen, Monatsmieten, Kondominiumsspesen sowie Energie- und Nebenkosten. Auch steigende Lebenshaltungskosten würden viele Haushalte zunehmend unter Druck setzen.
Breites Angebot an Hilfsdiensten
Neben finanzieller Unterstützung bietet die Vinzenzgemeinschaft zahlreiche weitere Hilfen an. Für Obdachlose stehen in Bozen etwa mit dem „Vinzishower“ Dusch- und Waschmöglichkeiten zur Verfügung. Lebensmittelhilfe erfolgt durch direkte Verpflegung, elf Tafeln sowie die Ausgabe von Gutscheinen. Ergänzt wird das Angebot durch Kleiderverteilungen, medizinische Unterstützung sowie Initiativen zur sozialen Integration.
Besondere Bedeutung misst die Organisation auch sogenannten immateriellen Dienstleistungen bei, darunter Besuchsdienste und Begleitungen zu Behörden oder Ärzten. Mit dem Projekt „Swap2Learn“ werden zudem aufbereitete Computer an bedürftige Schüler verteilt, um digitale Teilhabe zu fördern.
Mitgliederzahl leicht gestiegen
Die Zahl der ehrenamtlich tätigen Mitglieder ist leicht gestiegen: Zum Jahresende 2025 zählte die Vinzenzgemeinschaft 788 aktive „Vinzenzgeschwister“, gegenüber 750 im Jahr zuvor. Der Zuwachs ist unter anderem auf neue Initiativen wie eine Lebensmitteltafel in Terlan und die Gruppe „Swap2Learn“ zurückzuführen.
Strukturelle Änderungen und Investitionen
Im organisatorischen Bereich wurden mehrere inaktive Gruppen aufgelöst, während andere neu zugeordnet wurden. Zudem beschloss die Vollversammlung einstimmig den Ankauf des Klosterareals der Tertiarschwestern in Kaltern. Dieses soll künftig für soziale Zwecke genutzt werden.
Große Aufgaben in den kommenden Monaten
Mit dem geplanten Erwerb des Klosters sind laut Erhard zahlreiche Entscheidungen verbunden, etwa zur zukünftigen Nutzung, zur Zusammenarbeit mit der Caritas sowie zur organisatorischen Trägerschaft. Parallel dazu wolle man die bewährte, unbürokratische Hilfe in allen Bereichen fortführen.
Erhard zeigte sich abschließend überzeugt, dass die Vinzenzgemeinschaft auch künftig eine zentrale Rolle im sozialen Gefüge Südtirols spielen werde.




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