Abweichung wäre laut Tschenett nicht nötig

ASGB: „Das Schindluder mit dem Proporz“

Donnerstag, 26. Juli 2018 | 13:07 Uhr

Bozen – Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), kritisiert mit Nachdruck die Ermächtigung der Landesregierung an den Sanitätsbetrieb, 66,5 Stellen im Missverhältnis zum ethnischen Proporz auszuschreiben.

Der ASGB-Chef hält fest, dass eine Abweichung vom Proporz vor allem im Bereich der Pflegekräfte nicht nötig wäre: „Es ist eine allgemein bekannte Tatsache, dass vor allem in der Vergangenheit viele Claudiana-AbsolventInnen ins Ausland gegangen sind, statt in Südtirol zu bleiben. Dies ist großteils auch dem Unvermögen der politisch Verantwortlichen und der Führung des Sanitätsbetriebes geschuldet, die bis dato nicht imstande waren, dem Beruf des Pflegers die nötige Würdigung zu Teil werden zu lassen. Während für das ärztliche und tierärztliche Personal kürzlich ca. zehn Millionen Euro aufgetrieben wurden, schaut es bei dringend benötigten Ressourcen für die Pflegekräfte trüb aus. Um einen Vergleich anzustellen: man stelle sich vor, ein Betrieb in der Privatwirtschaft bildet für viel Geld einen jungen Menschen aus, würde ihn benötigen, lässt ihn aber ziehen, um jemanden von außerhalb anzustellen, der gar nicht die Anforderungen, die der Betrieb an ihn stellt, erfüllt. Dies ist derart widersinnig, dass einem die Worte fehlen.“

Tschenett ist davon überzeugt, dass die im Land ausgebildeten jungen Menschen großteils auch im Land bleiben und arbeiten würden, wenn man den Sparstrumpf nicht immer zulasten derjenigen ansetzen würde, die vielleicht nicht die stärkste Lobby haben, aber unabdingbar für ein funktionierendes Sanitätssystem sind, und fordert daher ein schnelles Einlenken vonseiten des Sanitätsassessorates.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

5 Kommentare auf "ASGB: „Das Schindluder mit dem Proporz“"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
meister
meister
Grünschnabel
20 Tage 12 h

Die Italianisierung Südtirols geht weiter und weiter. Traurig, wenn eine Minderheit dank SVP und Gleichgesinnten langsam aber sicher ausgerottet wird…

meinungs.freiheit
20 Tage 12 h

Und das genau in der Sanität wo schon einiges an Stamm Personal nicht deutsch spricht…
Zudem müßten dann um 66,5 Stellen der Deutschen Sprachgruppe mehr in anderen Bereichen aufgestockt werden !

herbstscheich
herbstscheich
Superredner
20 Tage 6 h

schon mal nachgefragt was Krankenpfleger in der Schweiz / Österreich / Deutschland verdienen???

sreicht
sreicht
Neuling
19 Tage 3 h
vielleicht sollte sich der ASGB auch fragen ob er immer speziell für die Krankenpfleger eingetreten ist, oder ob nicht auch er lieber nach dem Gießkannenprinzip lieber an alle verteilt hat…und wieviel er sich jetzt einsetzt um durchzusetzen, dass diese einen eigenen Vertrag aushandeln kõnnen. Jedenfalls sind die meist geprügelten sofort hinter den Patienten bei Fachpersonalmangel die Arzte und Krankenpfleger…Da ist es mir lieber einen motivierten Angestellten ohne Proporz zu haben als einen ausgesaugten “Patentierten” also wer sitzt am Verhandlungstisch um unsere Verträge auszuhandeln? Ich dachte die Gewekschaften wären die Vertreter der Arbeitnehmer. Es hat noch Zeiten gegeben in denen man… Weiterlesen »
meister
meister
Grünschnabel
20 Tage 8 h

Hoffentlich bekommt diese Partei im Oktober so eine Watschn, dass ihr Hören und Sehen vergeht.
Vor 100 Jahren waren über 90% der Südtiroler deutscher Muttersprache, heute sind es ~60% und in 100 Jahren werden’s vielleicht noch 30 sein, wenn das so weiter geht…

wpDiscuz