Alfreider in Brüssel

Brennerachsen-Transit: EU-Koordination auf Gesamt-Route München-Verona

Montag, 08. Juli 2019 | 17:36 Uhr

Brüssel – Um langfristige Lösungen bei der Transitproblematik auf der Brennerroute ging es beim heutigen Treffen zwischen Vertretern der Infrastruktuministerien von Österreich, Deutschland und Italien sowie Vertretern der Länder Tirol und Südtirol. Für Südtirol nahm Landeshauptmannstellvertreter und Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider am Treffen in Brüssel teil.

Maßnahmen abstimmen für mehr Wirksamkeit

Alfreider betonte, dass es für die Zukunft eine gemeinsame, auf europäischer Ebene koordinierte Verkehrsdosierung mindestens zwischen München und Verona brauche, um die Situation zu entschärfen: “Unsere Forderung ist, dass wir als betroffene Länder gemeinsam mit der EU und den Nationalstaaten endlich konkrete Maßnahmen für eine umweltfreundliche Mobilität umsetzen, die den Güterverkehr langfristig emissionsärmer macht und auf die Schiene verlagert”, unterstreicht Alfreider. “Dafür braucht es jetzt ein kurzfristiges Investitionsprogramm in neue Antriebstechniken wie Wasserstofftechnik sowie ein erweitertes Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs, damit auch der Individualverkehr (PKW) auf der Autobahn verringert werden kann”, sagt Alfreider.

Derzeit sei die Brennerautobahn A22 durch den steigenden Transitverkehr überlastet, sagt Alfreider: “Mit dem erhöhten Schadstoffausstoß sinkt die Lebensqualität der Bürger entlang der Strecke. Bereits seit 2006 arbeiten wir an Alternativen, obwohl es damals noch viel Gegenwind gab.”

Beim Treffen in Brüssel betonten die Vertreter von Deutschland und Italien, dass die Brennerroute die zentrale Achse für den Warenverkehr zwischen Europas Süden und Norden sei und forderten, Österreich solle die restriktiven Maßnahmen lockern .

Einig war man sich beim Treffen hingegen, dass durch den Bau des Brennerbasistunnels ein bedeutender Schritt hin zu einer langfristigen Verkehrsverlagerung in Umsetzung sei. Trotzdem seien bereits jetzt Maßnahmen bis zur Inbetriebnahme 2026 notwendig, die umweltpolitisch und wirtschaftlich abgestimmt werden müssen.

Anreize für Verkehr auf Schiene schaffen

Analysiert wurden bei den Gesprächen in Brüssel verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten für den Langstreckentransport zwischen Deutschland und Italien, zum Beispiel Anreize für den Ankauf von besonders sauberen und leisen LKWs, ein starkes Investitionsprogramm in die Verladetechnologie, eine Erhöhung der Güterverkehrsbeihilfen auf Bahnstrecken im Alpenraum und eine potentielle Umweltmaut – alles Schritte, die vergangene Woche auch die zehn Alpenländer der Arge Alp in ihrer Resolution zum alpenquerenden Verkehr gefordert hatten.

“Maßnahmen abzustimmen bedeutet nicht, dass wir nicht aktiv werden wollen, sondern dass der Verkehr in Zukunft möglichst emissionsfrei und flüssig auf der Autobahn verkehren kann und in Zukunft stärker von der Straße auf die Schiene verlagert wird”, unterstreicht Alfreider.

Von: luk

Bezirk: Bozen, Eisacktal, Überetsch/Unterland, Wipptal

Kommentare

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16 Kommentare auf "Brennerachsen-Transit: EU-Koordination auf Gesamt-Route München-Verona"


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DeziBel
DeziBel
Grünschnabel
9 Tage 16 h

wieso wird nicht auch die Schweiz eingeladen? Anscheinend fahren die LKW’s ja bis zu 300km Umweg weil die Maut über den Brenner zu billig bzw. jene in der Schweiz zu teuer ist. Diese massive Umweltverschmutzung durch Umwegverkehr ist mehr als bedenklich

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
9 Tage 4 h

Hast du eine Ahnung wieviel 300km kosten, ich glaube nicht dass der mautunterschied so extrem hoch ist, also wirklich, wenn man die zeit und alles rechnet kann das niemals stimmen, auser durch die Schweiz fahren kostet über 1000€ maut….

Vieldenker
Vieldenker
Superredner
9 Tage 3 h

Die Überquerung der europabrücke alleine kostet schon 80€ und 80 für den rückweg + Autobahn. Erhöht man das alles, wird halt alles teurer, so erzeugt man ordentlich Inflation, oder meint jemand das die spedideure und fahrer auf ihr geld verzichten? Immerhin muss der warenaustausch stattfinden und die schiene hat die Kapazität nicht

Slotty
Slotty
Grünschnabel
7 Tage 2 h

@Vieldenker
Wieteuer die Maut in der Schweiz ist weißich nicht, aber Fackt ist, dass LKWs die in die Lombardei oder Piemont müssen, über die Brennerautobahn fahren anstatt durch die Schweiz. Wo die Strecke kürzer ist.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
9 Tage 16 h

Seit 30 Jahren immer das selbe Gelaber ,, mehr auf die Schiene” !

fuxschwoaf
fuxschwoaf
Neuling
9 Tage 16 h

Sehr gut Herr Alfreider, “es braucht ein Gesamtkonzept” das ist wie bei den Flüchtlingen es passiert also gar nichts. wenn jetzt schon Lkw an Lkw über den Brenner fährt, wieso sollte dann nicht Zug an Zug mit Lkws beladen über den Brenner kommen. alle Lkws die zwischen Kufstein und Bozen nichts auf oder abzuladen haben sollten auf die Schiene gezwungen werden.

altmeraner
altmeraner
Grünschnabel
9 Tage 14 h

Ich hoffe die Tiroker haben Schienen genug um dann auch alle Lkws in beide Richtungen durch zu bringen. Denn der Personenverkehr soll ja besten falls auch noch auf die Schiene. Und dann arme Leute, die in der Nähe der Bahntrassen wohnen, oder täglich einen Bahnübergang queren müssen. Aber, es lebe der Populismus, denn der bringt Stimmen

ghostbiker
ghostbiker
Tratscher
9 Tage 15 h

Gian tuatz do Brennerautobohn lei ums Geld.je mehr Verkehr umso mehr Geld😂😂😂

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
9 Tage 4 h

In welchem Betrieb ist das nicht so?

ghostbiker
ghostbiker
Tratscher
5 Tage 20 h

@Dagobert Ober net af Kosten von die gonzn Anrainer.grosser Unterschied

Steinbock 1
Steinbock 1
Grünschnabel
9 Tage 14 h

sagen wir mal wenn Eisen Holz Auto Papier Fliesen und andere Materialien die nicht verderblich sind auf die Schiene verlagern dann ist die Hälfte weg von der Autobahn

Tabernakel
8 Tage 14 h

Die Eu sollte den Verkehr in ganz Europa kontrollieren und steuer. Auch auf der MEBO.

Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
7 Tage 17 h

Jo hoila Tabsi, wieder aktiv?

Costa
Costa
Tratscher
9 Tage 2 h

Auf der Brennerroute nimmt der Schwerverkehr jedes Jahr zu, während er auf anderen transalpinen Strecken abnimmt. Eine Korridormaut zwischen Kufstein und Verona würde da vielleicht zu einer Umverteilung führen.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
9 Tage 4 h

Immer wieder dieselben Gespräche ohne konkreten Lösungen, es ändern sich nur die Vertreter der Länder.
Das einzige Land, das durchgreift, ist Tirol. Südtirol sollte endlich denselben Schritt tun, aber da braucht man Rückgrat.

selwol
selwol
Grünschnabel
9 Tage 3 h

Würde man den Sinnlosverkehr eindämmen,wäre auch ein grosser Teil des Verkehrs weg.
z.B. bezuschussten Import/Export abschaffen.

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