Das Südtiroler Start-up DriWe macht den Vatikan „grüner“

Das neue „Papamobil“ fährt mit Strom – dank Südtiroler Start-up

Donnerstag, 16. März 2017 | 17:18 Uhr

 

Bozen – Seit seinem 80. Geburtstag im vergangenen Dezember fährt Papst Franziskus ein Elektromobil. Der Vatikan als Modell für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit: Diesen ehrgeizigen Plan verfolgt die deutsche Investmentgruppe Wermuth zusammen mit DriWe, einem Technologieunternehmen aus dem IDM-Gründerzentrum in Bozen.

„Wunderschön und leise“ findet Papst Franziskus den elektrischen Nissan Leaf, den er zu seinem 80. Geburtstag von Wermuth Asset Management bekommen hat. Dafür arbeitete der deutsche Investor mit DriWe zusammen, einem Start-up aus dem Bereich Elektromobilität. Das 2015 von Luca Secco und Alessandro Marsilio in Schio gegründete Unternehmen ist seit August 2016 im IDM-Gründerzentrum in Bozen angesiedelt. Für das neue „Papamobil“ stellte DriWe eine Ladestation bereit, die den Wagen in einer Stunde auflädt und per Smartphone-App bedient wird.

Das Elektroauto für den Pontifex ist aber nur die Spitze des Eisbergs

Die eigentliche Idee ist ein ehrgeiziger Plan für den Vatikan: „Die Machbarkeitsstudie, die dem Papst überreicht wurde, sieht nicht nur die Umrüstung des gesamten vatikanischen Fuhrparks vor“, erklären Marsilio und Secco, „sondern sie zeigt auch auf, wie der Vatikan als einer der ersten Staaten weltweit ausschließlich mit erneuerbarer Energie versorgt werden könnte.“

Das päpstliche Elektromobil passt bestens zu Franziskus’ Aufruf zu mehr Klima- und Umweltschutz in seiner Enzyklika „Laudato si’“. Nachhaltigkeit ist auch ein wichtiger Teil der Firmenphilosophie von DriWe: „Grüne Mobilität ist nicht nur finanziell rentabel und verringert die Umweltbelastung, sondern sie reduziert auch die enormen Müllmengen, die Autos nach Ende ihrer Nutzungsdauer hinterlassen.“ DriWe liefert daher für den Umstieg auf E-Mobilität nicht nur Fotovoltaikanlagen (20 Quadratmeter Solarpaneele reichen für mehr als 15.000 Kilometer im Jahr) und die Ladesäulen DriWe Charge, sondern rüstet auch gebrauchte PKWs auf Elektrobetrieb um. Dafür wird der Benzin- oder Dieselmotor durch einen effizienteren Elektromotor ersetzt und ein neuer Tank mit Lithiumbatterien eingebaut. „Wir arbeiten vor allem mit Kleinwagen wie Panda und Smart, die für Strecken von weniger als 100 Kilometern pro Tag genutzt werden“, so die Inhaber.

Auch zu Südtirol hat DriWe interessante Neuigkeiten

„Hier rüsten wir derzeit viele Panda 4×4 um, die am Berg ja weit verbreitet sind“, erzählen die Gründer. Erklärtes Ziel ist zudem ein Netzwerk von Ladesäulen, damit Touristen auf dem Weg Richtung Venedig – über den Gardasee oder Cortina – sowie Gäste, die nach Südtirol kommen, ihr Auto aufladen können. „Und zwar über unsere App, ohne dass sie eine Kundenkarte benötigen“, so Marsilio und Secco. Über 20 Säulen haben sie im Nordosten Italiens bereits installiert, bald folgt die erste in Südtirol. „Für uns war es ein großer Erfolg, im IDM-Gründerzentrum aufgenommen zu werden“, resümieren die DriWe-Manager. „Denn im Bereich der erneuerbaren Energien liegt Südtirol italienweit an der Spitze.“

Von: pf

Bezirk: Bozen

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1 Kommentar auf "Das neue „Papamobil“ fährt mit Strom – dank Südtiroler Start-up"


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Grünschnabel
7 Tage 3 h

bravo. ein schritt in die richtige richtige richtung

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