Von: luk
Bozen – Die neue Chefin der Deutsche Bahn, Evelyn Palla, will den grenzüberschreitenden Bahnverkehr zwischen Deutschland und Italien deutlich ausbauen. Ein zentrales Projekt: Mehr Verbindungen über den Brenner. Erstmals soll auch der italienische Hochgeschwindigkeitszug Frecciarossa die Strecke nutzen.
In einem Interview mit der italienischen Zeitung “La Stampa” kündigte Palla an, dass ab dem Fahrplan 2027 zusätzliche Zugverbindungen von München über Bozen hinaus bis nach Mailand und Rom geplant sind. Das Projekt entsteht in Zusammenarbeit mit den Bahngesellschaften ÖBB und Trenitalia.

Schon heute gibt es täglich fünf Verbindungen pro Richtung zwischen München und Bozen. Künftig soll das Angebot weiter verdichtet werden. “Der Frecciarossa wird erstmals den Brenner überqueren”, so Palla. Es sei ein Schritt, der dem internationalen Fernverkehr zusätzlichen Schub geben soll.
Die gebürtige Südtirolerin sieht darin auch ein Symbol für ein enger vernetztes Europa: Direktverbindungen über Ländergrenzen hinweg sollen Reisen einfacher und attraktiver machen. Entscheidend sei dabei vor allem ein unkompliziertes Ticketsystem. Bis Ende 2026 will die Deutsche Bahn deshalb Fahrkarten für die wichtigsten europäischen Partnerbahnen direkt über ihre Plattformen buchbar machen.
Kritik übte Palla an bürokratischen Hürden im Bahnsektor. Genehmigungen und komplexe Verfahren würden Projekte oft bremsen. Neue EU-Regelungen könnten hier zwar helfen, letztlich entscheide aber die Umsetzung in der Praxis.




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