Schutzhütten Südtirols ziehen Bilanz

“Deutlich weniger Umsätze und Übernachtungen”

Montag, 16. November 2020 | 12:15 Uhr

Bozen – Aufgrund der geltenden Corona-Bestimmungen mussten auch die Schutzhütten Südtirols etwas früher als gewohnt schließen. Auch die jährliche Versammlung der Fachgruppe „Schutzhütten Südtirol“ des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) konnte nicht abgehalten werden. Dabei wird traditionell Bilanz über die abgelaufene Hüttensaison und die zahlreichen Aktivitäten der Fachgruppe gezogen. Normalerweise werden im Rahmen der Jahresversammlung auch immer die Ergebnisse der Umfrage über die Hütten präsentiert, welche unter den knapp 60 Mitgliedern durchgeführt wird. Im Rahmen der Umfrage wurden Umsatzvergleiche zu den vergangenen Jahren angestellt, sowie das Ausgabeverhalten der Gäste und die Herkunft der Gästeschichten analysiert.

Die Ergebnisse fielen heuer erwartungsgemäß schlechter aus als in den vergangenen Jahren. Über den ganzen Sommer gesehen lagen die Zahlen mindestens ein Drittel unter jenen der Saison von 2019. „Die Saison hat aufgrund des Lockdowns im Frühjahr verspätet und nur zaghaft begonnen. Juni und Juli waren daher sehr schwache Monate. Mit den Monaten August und September konnten wir etwas aufholen, blieben aber dennoch weit unter den Zahlen der vergangenen Jahre“, berichtet Stefan Perathoner, Vorsitzender der Fachgruppe. Erschwerend kamen in den ersten Wochen der Öffnung die Herausforderung und die damit einhergehende Unsicherheit dazu, alle Regeln in Bezug auf die Covid-19-Bestimmungen auf den Schutzhütten einzuhalten.

Sieht man sich die Gästeschichten an, die die Hütten im Sommer besucht haben, hat sich laut Umfrage im Vergleich zu den vergangenen Jahren einiges geändert: Waren es bisher eher deutsche Gäste, die den Sommer für Wanderungen in den Südtiroler Berger nutzten, so waren es heuer vorwiegend italienische und einheimische Gäste. Dazu kommt, dass dieses Jahr viel mehr jüngere Gäste und Familien einen Ausflug in die Natur und zu den Schutzhütten unternahmen. Tagestouristen waren dabei die Regel, Wandergruppen oder Alpenüberquerer wie in den vergangenen Jahren, die auch in den Hütten übernachteten, die Ausnahme. So verzeichneten die Hütten bei den Übernachtungen einen Rückgang von bis zu 50 Prozent. Wettmachen konnten die Hüttenwirtinnen und -wirte diese Ausfälle nur durch Einsparungen im Personalbereich und einem verstärkten eigenen Einsatz.

Der Kälteeinbruch und die steigenden Corona-Zahlen im Oktober haben dann für die meisten Hütten die Sommersaison frühzeitig beendet und Anfang November mussten alle Schutzhütten schließen.

Zwei weitere Themen beschäftigen die Hüttenwirte dieses Jahr noch Abseits des Tagesgeschäfts besonders: Erstens wünscht man sich endlich eine bessere rechtliche Absicherung bei der Nutzung von Materialseilbahnen, denn im Moment trägt der Hüttenwirt das gesamte Risiko. „Es muss möglich sein, z. B. Handwerker und Personal oder bei Unfällen die Bergrettung transportieren zu können“, fordert Stefan Perathoner. Und Zweitens warten die privaten Schutzhütten derzeit zu lange auf die Zusage von Landesförderungen. „Eine Planung von Instandhaltung und Erweiterung ist unter diesen Umständen schwierig“, bedauert der Vorsitzende der Fachgruppe.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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13 Kommentare auf "“Deutlich weniger Umsätze und Übernachtungen”"


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Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
8 Tage 5 h

Das war sicher zu erwarten und ist keine Überraschung. Übrigens, es hätte viele “richtige Hütten” als diesen Klotz als Beispielfoto in Südtirol gegeben.

ines
ines
Tratscher
8 Tage 4 h

Kann ich nur zustimmen und wozu müssen wir Millionen für so ein Prestige-Projekt hineinpulvern? Und andere Bereiche werden totgespart!

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
8 Tage 5 h

Früher hieß es “Hütte am Schwarzenstein”, heute “Klotz am schwarzen Bein” 🙈

Zugspitze947
8 Tage 1 h

Ars Vivendi =für Uns ist es ein Bunker ,da frehlt nur noch das Maschienengewehr dann kommt KEINER mehr !!! Ich werde solche Hütten jedenfalls NIE besuchen 🙁

Zugspitze947
8 Tage 1 h

Diese Hütte ist ein totaler FREMDKÖRPER in der Natur ! Wir von der fb Gruppe Gegen Monsterschutzhütten und  Zerszörung der Natur haben mit über 5000 Mitgliedern bis in  den Südtiroler Landtag gegen diesen UNSINN protestiert. Denn eine Holzkonstruktion die aussen kompeltt mit Blech verkleidet wird und noch dazu an die 8 Monate im Jahr geschlossen ist gibt es mit Sicherheit Schimmelbildung usw an nicht zugänglichen Stellen …… 🙁 Übrigens über 3 Millionen für eine Hütte ist Verschwnedung ! 🙁

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
8 Tage 1 h

Mir gefällt diese Hütte auch nicht aber wenschon dann sollte man doch zuerst vor seiner eigenen Haustür kehren

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
7 Tage 21 h

@Norbi..👍ich mißbillige diese “Baukatastrophe” auf der Zugspitze genauso wie weitere in den Alpen geplante Umbauten. Als mittlerweile (passives) über 50 Jahre Mitglied des DAV habe ich dieses schon mehrfach in Wort- und Schriftbeiträgen zum Ausdruck gebracht. Ich hätte mir schon vorstellen können, dass sich die Verantwortlichen im traditionellen und bodenständigen Südtirol diesen seit Jahren permanent “wachsenden” deutsch-österreichischen Schandfleck als abschreckendes Beispiel nehmen.

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Universalgelehrter
7 Tage 21 h

@Norbi..👍aber wer im wahrsten Sinne des Wortes 💩 baut, kann sich nicht damit raus reden, dass der Nachbar auch 💩 gebaut hat.

Laugen
Laugen
Neuling
8 Tage 2 h

Tolle Hütte !

neidhassmissgunst
8 Tage 3 h

Wahrscheinlich ist die Strategie der Hüttenerbauer die sogenannten “Katastrophentouristen” herzulocken. Sozusagen wandern die ganzen neugierigen Leute nach oben um diesen Bau zu sehen, einzigartig in seiner Hässlichkeit, grauenvoll in dieser herrlichen Bergwelt. 

Guennl
Guennl
Tratscher
8 Tage 3 h

Die Hütten und Lifte hätten geschlossen bleiben müssen.

Andreas1234567
Andreas1234567
Superredner
8 Tage 37 Min
Hallo nach Südtirol, die Hütten haben es gut gemacht, der Meterabstand hat Luft zum Raum und Leben gelassen. Ansonsten gab es einfache, leicht verständliche Anweisungen, die allgegenwärtigen Hygienespender und die Tische wurden auseinandergezogen, meist war ja Platz. Zu Anfang gab es noch unpraktikable Vorschläge wie ein Vorbuchungssystem und nur gemeinsame Familien an einen gemeinsamen Tisch zu lassen. Gelebter Menschenverstand hat es zu “wer da ist bekommt den Platz” und “wer zusammen ankommt darf auch zusammenhocken” gewandelt. Es gab nicht eine Hütte oder Alm die geschlossen und desinfiziert werden musste, nicht eine Einzige. Von mir aus einen herzlichen Dank an die… Weiterlesen »
anonymous
anonymous
Universalgelehrter
7 Tage 22 h

Sieht aus wie Hinkelstein aus Holz

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