Projekt stößt in Südtirol auf reges Interesse

Direktverbindung Mailand-Berlin könnte ab 2026 starten

Freitag, 14. Juni 2024 | 12:05 Uhr

Von: apa

Bozen/Mailand/Berlin – Mit dem Zug von Mailand nach Berlin über Bozen durchfahren – das könnte ab 2026 möglich werden. Die Bahnverbindung über Bozen ist eine von zehn, mit denen die Europäische Union Bahnfahren über Grenzen hinweg attraktiver machen will. ÖBB, Deutsche Bahn (DB) und die italienischen Staatsbahn (FS) führen laut Medienberichten Gespräche über eine direkte Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Mailand und München, die dann auf Berlin verlängert werden soll.

Ziel sei es, die Fahrzeiten zu verkürzen: Derzeit dauert die Fahrt von Mailand nach München mit obligatorischem Umsteigen bis zu neuneinhalb Stunden. Durch den Einsatz der Hochgeschwindigkeitszüge des Typs “Frecciarossa” wird die Fahrzeit auf sechseinhalb Stunden reduziert. Der Service soll von der Tochter der italienischen Staatsbahnen Trenitalia, der ÖBB und der DB mit jeweils eigenem Zugpersonal durchgeführt werden.

Das Projekt ist eines von zehn Pilotverbindungen, die die EU starten will. Darunter ist auch ein Nachtzug zwischen Amsterdam und Barcelona und ein neues Angebot des Unternehmens “Flixtrain” zwischen München und Zürich. Wie die EU-Kommission kürzlich bekannt gab, sollen mit diesen zehn Verbindungen bessere Verbindungen über Grenzen hinaus geschaffen werden, indem sie schneller und häufiger fahren bzw. auch günstiger sind.

Die Pläne für eine Bahnlinie Mailand-Berlin wird in Südtirol mit großem Interesse beobachtet. “Unsere Forderungen nach einer direkten Bahnverbindung mit Deutschland werden aufgegriffen. Auf diese Weise wird Südtirol wirklich ins Zentrum Europas gerückt”, sagte der Südtiroler Landtagsvizepräsident Angelo Gennaccaro der Regierungspartei La Civica.

“Durch die Möglichkeit der Mobilität unserer Bürger bereichern wir unser Gebiet. Ich sage, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen”, so Gennaccaro. Bozen und die Brennerachse seien schon immer ein Kreuzungspunkt der Sprachen und Kulturen und ein Übergang zwischen dem Mittelmeer und dem transalpinen Raum gewesen. “Diese Besonderheit müssen wir nutzen, indem wir weiterhin in einen innovativen und nachhaltigen Schienenverkehr investieren”, so der Landtagsvize.

Bezirk: Bozen

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8 Kommentare auf "Direktverbindung Mailand-Berlin könnte ab 2026 starten"


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Kinig
1 Monat 9 Tage

Baer bitte nicht Trenitalia zuschieben.
Wenn öffentliche Geleder fließen muss ausgeschrieben werden.

Schaut euch doch mal Italotreno an.
Wie efizient und angenehm.
Und dann schaut euch die abgeranzten Freccia an.

genau
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Kinig
1 Monat 6 Tage

Also liebe Minus-Drücker?
Was habt ihr denn zu sagen?

Zum Großteil besteht die genannte Flotte aus alten schlecht gewarteten Zügen mit abgeranzten Interieur und klemmenden Klotüren.😄
Umd mit “Hochgeschwindigkeit” ist hier gar nichts.
Beispiel Norditalien

Venedig – Verona wird auch zum Großteil mit ca. 130 km dahingedümpelt.
Auf bestimmten Abschnitten in denen die “Schnellzüge” eine eigene Trasse haben gehts auf 250 kmh.
Und das schafft man auch mit einer normalen Taurus-Lok.
Von Verona nach Mailand ist das aber auch nur auf der Strecke Brescia – Mailand der Fall.
Also? Keine Ahnung von der Materie aber hier Minus drücken??😭

info
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Universalgelehrter
1 Monat 9 Tage

Bleiben diese Züge hier überhaupt stehen?

Spacefish
Spacefish
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Auf Verkehrsmittel Zug sollte viel mehr gesetzt und investiert werden.
Insbesondere im Nahverkehr

Nichname
Nichname
Superredner
1 Monat 9 Tage
Ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern (das ist lange her), als die Trans-Europa-Expresszüge (TEE) quer durch Europa fuhren und Grenzen anscheinend kein Problem waren. Je mehr di europäische Einigung vorangeschritten ist, um so mehr wurden die grenzüberschreitenden Zugverbindungen reduziert. Die Trenitalia getraut sich überhaupt nicht mehr ins Ausland. Ohne ÖBB gäbe es nicht einmal mehr einen Verkehr über den Brenner. Vor 100 Jahren war es noch viel einfacher, von Bozen nach Innsbruck und wieder zurück zu kommen. Heute muss man, wenn man nicht einen der wenigen grenzüberschreitenden Züge erwischt, einen Spießrutenlauf an der “heiligen Grenze Italiens” absolvieren, um… Weiterlesen »
genau
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Kinig
1 Monat 5 Tage

Ich kann mich noch an die abgenutzten Trenitalia EC erinnern, die bis nach München gefahren sind. Und ich kann mich noch erinnern, als Trenitalia die DB in Italien sabotieren wollte, nur weil sie selbst gerne mit ihren Freccia-Zügen nach Deutschland fahren würden.

Und als RFI absichtlich Züge des Konkurrenten Italo fehlgeleitet hat. Oder als man in Rom über Nacht einen Ticketschalter des Konkurrenten zugemauert hat. Infolge dieses Affentheaters wurde auch die italienische Regulierungsbehörde für den Eisenbahnverkehr, ATR, gegründet.

sauermachtsuess
sauermachtsuess
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Innereuropäisch sollte sowieso der Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes Priorität haben, dan könnte man auf jeglichen Flugverkehr verzichten.

genau
genau
Kinig
1 Monat 6 Tage

Ja aber bitte nicht mit diesem inefizienten Ramsch-Verein

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