Vom Drama über das Musical bis zur Doku

Dritte Förderrunde des Jahres mit geballter Portion Südtirol

Mittwoch, 16. November 2022 | 11:40 Uhr

Bozen – Ein Drama über eine (fiktive) Vorkosterin von Hitler; ein Biopic über Levi Strauss und den Schneider Jacob Davis, die beiden Erfinder der Blue Jeans; ein Musical über ein unzertrennliches Paar, das gemeinsam aus dem Leben scheiden will; eine Doku über den aktuellen Wasserstoff-Hype und eine über Eva Pattis Zoja, eine auf Notfälle spezialisierte Psychotherapeutin: Das sind die fünf Filmprojekte, die IDM Südtirol in der dritten Förderrunde des Jahres in der Produktion unterstützen wird. Dazu kommen noch zwei Kurzfilme und zwei Projekte, die eine Produktionsvorbereitungsförderung erhalten. Der erwartete Südtirol-Effekt aller zugesagten Filmprojekte beträgt sechs Millionen Euro. Für einen Teil der Projekte sind grüne Dreharbeiten geplant.

Neun Filmprojekte hat die Expertenkommission, die von IDM einberufen wurde, in diesem dritten und letzten Call 2022 zur Förderung empfohlen: Sieben kommen aus Italien – davon drei aus Südtirol – und zwei aus Deutschland. Mindestens 63 Drehtage sollen insgesamt für die geförderten Produktionen in Südtirol realisiert werden. „Auch in diesem Call gibt es wieder eine geballte Portion Südtiroler Filmfachkraft und Know-how bei den Projekten, die zur Förderung zugelassen wurden. So stammt ein Drittel der präsentierten Projekte von heimischen Produktionsfirmen, nämlich von der Miramonte Film aus Bozen, der Enrosadira Pictures aus Meran und der TGM Media Group aus Auer“, sagt Vera Leonardelli, Direktorin Business Development von IDM. Zudem stammt der Filminhalt zu „Wasserstoff Global“, „Nura“, „Wolf“ und „Cowboy“ jeweils aus Südtiroler Hand, und zwar von Andreas Pichler, Lorenz Klapfer, Nancy Camaldo und Lisa Maria Kerschbaumer, die alle bei ihren Projekten auch für die Regie verantwortlich sind. „Das Projekt ‚Cowboy‘ ist zudem in unserem Script Lab RACCONTI #9 entstanden, was uns besonders freut“, so Leonardelli.

Der Historienfilm „Call me Levi“ von Neele Vollmar erzählt die Geschichte von Levi Strauss, des berühmten Erfinders der Blue Jeans. Der von Lumière & Co. aus Mailand und Tarantula aus Liège produzierte Spielfilm „Le assaggiatrici“ von Silvio Soldini zeigt das Schicksal einer jungen Frau, die gezwungen wird, als Vorkosterin für Adolf Hitler zu arbeiten. 30 der geplanten 48 Drehtage für das Drama sollen voraussichtlich in Südtirol abgedreht werden. Ein Film über Selbstbestimmung, Zusammenhalt und Familie ist „Polvo Seran“ von Carlos Marques-Marcet, der sowohl Regie führt als auch gemeinsam mit Clara Roquet das Drehbuch schrieb. Die dramatische Komödie wird von Kino Produzioni aus Rom in Koproduktion mit Lastor Media aus Barcelona und Alina Film aus Genf produziert. Die Doku „Wasserstoff Global“ gibt einen Einblick in den aktuellen Hype um Wasserstoff als Energiequelle und zeigt damit einhergehende Chancen und Risiken auf. Das Projekt entsteht unter der Regie von Andreas Pichler und wird von Miramonte Film, Bozen, in Koproduktion mit Eikon Media, Stuttgart, und Relation04 Media, Harstard, hergestellt. Als fünftes Projekt wird der Film „Healing Images“ unterstützt, der die Traumabewältigung und die Arbeit einer Psychotherapeutin thematisiert. Regie führt Andrea Deaglio, produziert wird der Spielfilm von Malfé Film, Turin.

Zwei Projekte aufstrebender Südtiroler Regisseurinnen werden bei der Produktionsvorbereitung unterstützt. Das Fantasyabenteuer „Cowboy“ von Lisa Maria Kerschbaumer über eine magische Parallelwelt wird von Enrosadira Pictures aus Meran und Reynard Films aus Leipzig produziert. Die mystische Geschichte einer jungen Frau, die sich gegen einen Wolf zur Wehr setzen muss und sich plötzlich selbst in einen verwandelt, erzählt der Kinospielfilm „Wolf“ der Regisseurin und Drehbuchautorin Nancy Camaldo. Produziert wird das Projekt von der Elfenholz Film, München.

Auch beim dritten Fördercall des Jahres erhalten Kurzfilme Förderung durch IDM Südtirol; so etwa „Nura“ von Regisseur und Drehbuchautor Lorenz Klapfer, produziert von TGM Media Group., Auer, und Sandgrain, Berlin, der eine dystopische Zukunft durch den Klimawandel zeichnet. Der Animationsfilm „Choices and Changes” ist auf eine Reihe von zehn Episoden ausgelegt. Regisseurin Miriam Muraca beleuchtet darin die Sorgen, Themen und Interessen, welche die Generation Digital Millenials beschäftigt. ZENIT ARTI AUDIOVISIVE, Turin, zeichnet für die Produktion verantwortlich.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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