Von: mk
Bozen – Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten wirken sich erneut auf die internationalen Energiemärkte aus. Steigende Kraftstoffpreise sowie anhaltend hohe Strom- und Erdgaspreise erhöhen den Kostendruck auf Unternehmen und belasten insbesondere das Handwerk. Für viele Betriebe in Südtirol sind bezahlbare Energie und verlässliche Rahmenbedingungen zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor geworden.
Eine aktuelle Analyse des italienischen Handwerksverbandes Confartigianato zeigt, dass die Unsicherheiten auf den internationalen Märkten unmittelbare Auswirkungen auf die Energiepreise haben. Steigende Transportkosten und volatile Energiepreise erschweren den Unternehmen eine verlässliche Planung und erhöhen die Produktionskosten. Besonders betroffen sind kleine und mittlere Betriebe, die steigende Ausgaben häufig nicht vollständig an ihre Kundinnen und Kunden weitergeben können.
„Unsere Handwerksbetriebe brauchen Planungssicherheit. Wenn Energie- und Kraftstoffpreise innerhalb kurzer Zeit stark ansteigen, geraten Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit unter Druck“, erklärt lvh-Präsident Martin Haller. „Das Handwerk ist das Rückgrat unserer lokalen Wirtschaft. Damit unsere Betriebe auch künftig erfolgreich wirtschaften und Arbeitsplätze sichern können, braucht es eine Energiepolitik, die Versorgungssicherheit und leistbare Preise gewährleistet.“
Steigende Strom-, Gas- und Treibstoffkosten treffen zahlreiche Gewerke unmittelbar – von Transport und Logistik über das Bau- und Baunebengewerbe bis hin zu Produktionsbetrieben. Gleichzeitig erschweren schwankende Energiepreise die langfristige Kalkulation und bremsen Investitionen in Innovation und Wachstum.
Aus Sicht des lvh braucht es daher politische Maßnahmen, die Unternehmen langfristige Sicherheit geben. Dazu zählen eine zuverlässige Energieversorgung, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie der konsequente Ausbau erneuerbarer Energien. Ebenso wichtig ist die Förderung von Investitionen in Energieeffizienz, damit Betriebe ihren Energieverbrauch senken und unabhängiger von internationalen Krisen werden können.
„Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie stark globale Krisen unsere Wirtschaft beeinflussen können“, sagt lvh-Direktor Walter Pöhl. „Gerade deshalb müssen wir die Widerstandsfähigkeit unserer Betriebe stärken. Investitionen in Photovoltaik, Energiespeicher oder energieeffiziente Technologien helfen, die Abhängigkeit von den internationalen Energiemärkten zu reduzieren. Gleichzeitig müssen Fördermaßnahmen einfach zugänglich sein und bürokratische Hürden weiter abgebaut werden.“
Das Handwerk spielt eine Schlüsselrolle bei der Energiewende. Zahlreiche Handwerksbetriebe entwickeln, produzieren und installieren Lösungen für mehr Energieeffizienz und den Ausbau erneuerbarer Energien. Damit sie diese Aufgabe auch künftig erfüllen können, benötigen sie stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Der lvh appelliert deshalb an die politischen Entscheidungsträger, die Energiepolitik konsequent auf Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit auszurichten. Nur mit leistbarer Energie, verlässlichen Rahmenbedingungen und gezielten Investitionen in moderne Technologien kann das Handwerk seine Rolle als Motor der regionalen Wirtschaft und als Partner der Energiewende weiterhin erfolgreich wahrnehmen.




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