lvh-Ortsversammlung

Enneberg setzt auf Gemeinschaft statt Stillstand

Freitag, 08. Mai 2026 | 08:54 Uhr

Von: mk

Enneberg – Wie bleibt ein Bergdorf lebendig? Diese Frage stand im Mittelpunkt der lvh-Ortsversammlung in Enneberg.

Ortsobmann Paul Kastlunger begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unter ihnen auch lvh-Bezirksobmann David Complojer zur Ortsversammlung. Gemeinsam mit Vizebürgermeister Paul Pisching wurde über aktuelle Herausforderungen und Zukunftsprojekte der Gemeinde diskutiert.

Deutliche Kritik gab es an der zunehmenden Bürokratie bei öffentlichen Ausschreibungen. Vor allem das Vergabeportal und die Rotationspflicht würden viele Betriebe unnötig belasten. Gerade kleine Unternehmen hätten immer häufiger das Gefühl, dass Verfahren komplizierter statt einfacher werden.

Gleichzeitig arbeitet die Gemeinde an mehreren Entwicklungsprojekten: Straßen sollen saniert, eine neue Bushaltestelle errichtet sowie öffentliche Gebäude und die Grundschule modernisiert werden. Auch die Erweiterung der Handwerkerzone bleibt Thema, wenngleich offene Enteignungsfragen das Vorhaben derzeit verzögern.

Im Zentrum des Abends stand jedoch die Vorstellung der Bürgergenossenschaft „Por Mareo Coop“ durch Gemeinderat Felix Ploner. Die Genossenschaft ist Teil des PNRR-Projekts „La Pli – ein Schatz zum Entdecken“ und verfolgt ein klares Ziel: den historischen Dorfkern von Enneberg Pfarre neu zu beleben.

Geplant sind unter anderem die Sanierung historischer Gebäude, die Aufwertung öffentlicher Plätze sowie die Nutzung des Widums als Kultur- und Dokumentationszentrum. Ergänzt wird das Konzept durch kulturelle Veranstaltungen, regionale Kreisläufe und einen digitalen Nahversorger mit lokalen Produkten.

Die Ausgangslage ist herausfordernd: Abwanderung, fehlende Dienstleistungen und begrenzte Arbeitsmöglichkeiten beschäftigen die Gemeinde seit Jahren. Genau deshalb setzt Enneberg bewusst auf eine Verbindung aus Kultur, Handwerk, Landwirtschaft und sanftem Tourismus.
Für Enneberg geht es dabei um weit mehr als neue Infrastruktur. Es geht um die Frage, wie ein Dorf auch in Zukunft lebendig bleiben kann.

Bezirk: Bozen

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