Von: importer
Die EU hat am Donnerstag in Brüssel eine Ausschreibung zur Errichtung von bis zu sieben KI (Künstliche Intelligenz)-Gigafabriken in ganz Europa veröffentlicht. Die Initiative soll laut EU-Kommission Investitionen in Höhe von mindestens 30 Milliarden Euro in der gesamten EU mobilisieren. Die Ziele sind, Europas KI-Rechenkapazitäten zu erweitern und Unternehmen, Wissenschaft und Behörden besseren Zugang zu fortschrittlichen, bahnbrechenden KI-Modellen zu verschaffen.
Die KI-Gigafabriken sollen fortschrittliche KI-Prozessoren, Software, Hochgeschwindigkeitsverbindungen und energieeffiziente Rechenzentren vereinen. Die Initiative soll sicherstellen, dass Europa fortschrittliche KI auf seiner eigenen Infrastruktur entwickeln kann, im Einklang mit EU-Vorschriften und -Werten. Die in den KI-Gigafabriken entwickelten KI-Technologien werden laut Kommission den EU-Standards in Bezug auf Datenschutz, Sicherheit und Ethik entsprechen. In Europa werden die Stimmen immer lauter, die weniger Abhängigkeit von den großen meist US-amerikanischen Tech-Konzernen fordern, die derzeit den Markt dominieren.
Virkkunen betont Bedeutung für technologische Souveränität
“Die Eröffnung der Ausschreibung für KI-Gigafabriken stellt einen Meilenstein für unsere Ambitionen im Rahmen des ‘AI Continent’ dar. Der Zugang zur enormen Rechenleistung der KI-Gigafabriken ist für Europa angesichts der zunehmenden Entwicklung der KI eine strategische Notwendigkeit. Ich freue mich, dass die Mitgliedstaaten, die Industrie und die Kommission gemeinsam an diesen Einrichtungen arbeiten, die für unsere technologische Souveränität von entscheidender Bedeutung sind”, sagte Henna Virkkunen, Exekutiv-Vizepräsidentin der Kommission für technologische Souveränität, Sicherheit und Demokratie, laut Aussendung.
Bewerben können sich bis 12. November 2026 Konsortien oder Zweckgesellschaften, in denen Unternehmen, öffentliche Einrichtungen, Investoren und andere Partner zusammengeschlossen sind. Die KI-Gigafabriken können in einem oder mehreren Mitgliedstaaten errichtet werden. Das von der EuroHPC JU (Gemeinsames Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen) durchgeführte Bewertungsverfahren soll Anfang 2027 abgeschlossen sein; danach können die Verträge unterzeichnet werden und die Bauarbeiten im Laufe von 2027 beginnen.
Start geplant für 2028
Die KI-Gigafabriken sollen spätestens 18 Monate nach der Unterzeichnung der Verträge starten. Öffentliche Mittel sollen laut Kommission die umfangreichen privaten Investitionen anstoßen, die für den Bau und Betrieb dieser Anlagen erforderlich sind. Die von der Industrie geleitete und mit bis zu 10 Milliarden Euro an EU- und nationalen Fördermitteln unterstützte Initiative soll in der gesamten Union private Investitionen in Höhe von mindestens 20 Milliarden Euro mobilisieren, so die Kommission.
Das EuroHPC JU und die Mitgliedstaaten werden gemeinsam Rechenzeit bei den ausgewählten KI-Gigafabriken beschaffen. Achtzehn Mitgliedstaaten haben bisher eine Vereinbarung über die gemeinsame Beschaffung unterzeichnet; Österreich ist derzeit nicht darunter. In Österreich gibt es bereits die Initiative “AI Factory Austria” (AI:AT): Sie soll das österreichische Ökosystem für Künstliche Intelligenz (KI) rund um Forschung, Unternehmen und öffentliche Institutionen stärken.
Mit der am 1. August 2024 in Kraft getretenen Verordnung über Künstliche Intelligenz (“Artificial Intelligence Act”) hat die EU das erste staatenübergreifende Regelwerk zur Regulierung von KI (AI) geschaffen. Sie definiert EU-weit klare Anforderungen für KI-Entwickler und -Betreiber. So sollen KI-Systeme sicher, ethisch und vertrauenswürdig sein. Mit dem 2. August starten Transparenzpflichten für KI-Systeme sowie die nationale und europäische Durchsetzung.




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