Von: APA/Reuters
Befürchtungen einer Rezession in der Eurozone infolge des Iran-Kriegs sind nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Yannis Stournaras begründet. “Sorgen vor einer möglichen Rezession in der Euro-Zone sind real und gerechtfertigt”, sagte der Chef der griechischen Zentralbank in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der zyprischen Zeitung “Phileleftheros”. Stournaras verwies auf “neue negative angebotsseitige Störungen”, die durch den Konflikt im verursacht würden.
Die Gespräche zur Beendigung des Iran-Kriegs seien von entscheidender Bedeutung für die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), sagte Stournaras. Zwar sei die Wirtschaft widerstandsfähig, ihre Dynamik habe sich jedoch abgeschwächt. Im Gegensatz zum Jahr 2022 treffe der Inflationsanstieg auf ein Umfeld mit schwächerem Wachstum und geringerem fiskalischen Spielraum.
Bisher gebe es keine nennenswerten Übertragungseffekte der höheren Energiepreise auf die allgemeine Teuerung. Die Reaktion der EZB werde von der Intensität und Dauer des Schocks abhängen, erklärte Stournaras. Sollte dieser vorübergehend sein und keine nennenswerten Zweitrundeneffekte nach sich ziehen, sei keine Anpassung der Geldpolitik erforderlich. Bei einer großen, jedoch temporären Überschreitung des Inflationsziels könne eine maßvolle Anpassung nötig werden. Führe der Schock jedoch zu einer großen und anhaltenden Abweichung der Inflation vom Zielwert, sollte die Reaktion robust ausfallen.




Aktuell sind 0 Kommentare vorhanden
Kommentare anzeigen