Problematik für einheimische Arbeitnehmer

FH: „Kollektivverträge müssen autonome Kompetenz werden“

Mittwoch, 02. Mai 2018 | 17:15 Uhr

Bozen – Die freiheitlichen Landtagsabgeordneten Walter Blaas und Tamara Oberhofer fordern mehr autonome Kompetenzen, um der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt in Südtirol gerecht zu werden. Bereits jetzt seien die Wünsche und Vorsätze der Gewerkschaften und Regierungspolitik anlässlich der Maifeiern verklungen.

„In Anbetracht einer sich stabilisierenden Wirtschaftslage in Südtirol, braucht es im Sinne der Autonomie mehr Kompetenzen in Fragen der Kollektivverträge und der besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unseres Landes“, halten die beiden freiheitlichen Landtagsabgeordneten Tamara Oberhofer und Walter Blaas in einer gemeinsamen Pressemitteilung einleitend fest. „Die territorialen Zusatzverträge wurden großspurig angekündigt aber nur sehr selten umgesetzt oder wie im Fall der SAD sogar aufgekündigt. Die derzeit gültigen Kollektivverträge für Arbeitnehmer auf gesamtstaatlicher Ebene, spiegeln keineswegs die Realität in Südtirol wider. Die hohen Lebenshaltungskosten in Südtirol sind für viele Arbeitnehmer eine enorme finanzielle Hürde“, so die beiden Landtagsabgeordneten.

„Nur die Berücksichtigung der besonderen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unseres Landes ermöglicht es, Kollektivverträge im Sinne eines gesunden Wirtschaftskreislaufes auszuarbeiten. Es gilt zu bedenken, dass ein wesentlicher Teil des Lohnes der einheimischen Arbeitnehmer im Land bleibt und den lokalen Unternehmen und dem Handel zugutekommt. Die Politik hat die Aufgabe die notwendigen Schritte in die Wege zu leiten, um das Aushandeln der Kollektivverträge auf Landesebene zu ermöglichen“, so Oberhofer und Blaas.

„Eine weitere Problematik für einheimische Arbeitnehmer ist der hohe Anteil an unbefristeten Arbeitsverhältnissen. Diese Situation ist für ein zielgerichtetes und zukunftsorientiertes Wirtschaften nicht förderlich“, so Oberhofer. „Mit Blick auf Südtirols Jugend, die unter derartigen Rahmenbedingungen die Abwanderung ins Auge fasst, ist die Entwicklung besorgniserregend. Ungünstige Wettbewerbsvoraussetzungen schmälern die Chance der Jugendlichen im Berufsleben Fuß zu fassen oder verbauen die Möglichkeiten eine selbstständige Existenz aufzubauen“, bemängeln die Landtagsabgeordneten.

„Nur durch die Erlangung von autonomen Kompetenzen kann dieser Entwicklung gegensteuert werden, zumal es unerlässlich ist, den Besonderheiten und Bedürfnissen unserer heimischen Wirtschaft und den Anforderungen der Arbeitnehmer Rechnung zu tragen. Der Weg dorthin ist das Ziel“, halten Tamara Oberhofer und Walter Blaas abschließend fest.

Von: luk

Bezirk: Bozen

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