In Schwechat mussten die Flugzeuge in der Früh am Boden bleiben

Flughafen Wien fährt Betrieb nach Glatteissperre wieder hoch

Dienstag, 13. Januar 2026 | 12:34 Uhr

Von: apa

Glatteis hat am Dienstag im Osten Österreichs für Behinderungen, Ausfälle und Unfälle gesorgt. Auf dem Flughafen Wien in Schwechat wurde der Betrieb ab 11.00 Uhr wieder hochgefahren. Es sei weiter mit Verzögerungen zu rechnen, teilte Sprecher Peter Kleemann mit. Zunächst würden abfliegende Maschinen abgefertigt. Ab Mittag soll es auch wieder Landungen geben. Der Flugbetrieb war Dienstagfrüh wegen Glatteis eingestellt worden.

Ankommende Flüge wurden zu anderen Airports – etwa München, Frankfurt, Köln, Venedig – umgeleitet. Abflüge waren verzögert. “Auf dem gesamten Vorfeld, den Rollwegen und den Pisten habe sich “eine dicke Eisschicht gebildet, die unmittelbar nach der Enteisung sofort neu gefriert”, erläuterte Kleemann. Der Winterdienst auf dem Airport war “seit den Nachtstunden voll im Einsatz”. An Reisende erging der Rat, sich bei ihren Airlines “über den Status gebuchter Flüge zu informieren. Sind Flüge abgesagt, ersuchen wir Passagiere, nicht zum Airport zu kommen”. Das galt auch nach der Wiederaufnahme des Flugbetriebs. Außerdem müsse mehr Zeit für die Anreise eingeplant werden.

Beeinträchtigungen im Verkehr in der Ostregion

Der gefrierende Regen sorgte im Osten für Glatteis und damit für Beeinträchtigungen im Verkehr. In Niederösterreich waren die Feuerwehren in allen Landesteilen stark gefordert. Seit Montag, 18.00 Uhr, wurden insgesamt rund 70 Fahrzeugbergungen gezählt, teilte Klaus Stebal vom Landeskommando auf Anfrage mit. Notruf Niederösterreich verzeichnete bis in die Vormittagsstunden mehr als 100 Rettungsdiensteinsätze. Das ist laut Philipp Gutlederer ein Drittel mehr als an einem durchschnittlichen Tag. Ausgerückt worden sei zu Verkehrsunfällen, zudem seien immer wieder auch Personen auf vereisten Gehwegen ausgerutscht oder gestürzt und dabei verletzt worden.

In Wien musste die Berufsrettung bis 12.00 Uhr 65 Personen nach Stürzen am Glatteis notfallmedizinisch versorgen und ins Krankenhaus bringen, sagte Sprecher Andreas Huber. Bisher “kein erhöhtes Einsatzaufkommen” gab es unterdessen bei der Berufsfeuerwehr Wien. “Es hat sich offenbar jeder gut auf die Verhältnisse eingestellt”, sagte Sprecher Jürgen Figerl. Die Situation werde aber genau beobachtet, versicherte er.

Hühner-Lkw verunglückt

In Oberösterreich verunglückte in Vöcklamarkt (Bezirk Vöcklabruck) ein Lkw mit 2.000 Hühnern, hinzu kamen etliche kleinere Autounfälle und zahlreiche Stürze von Fußgängern. Im Öffi-Verkehr gab es mancherorts Probleme, einige Kinder konnten nicht in die Schule kommen. Der Linzer Flughafen war zwar offen, die Landebahnen waren aber in der Früh noch nicht griffig genug, um Ausweichflüge aus Wien aufzunehmen. Die Exekutive hatte mit zahlreichen kleineren Glatteis-Unfällen alle Hände voll zu tun.

Auch im Nordburgenland verletzten sich zahlreiche Menschen bei Stürzen. Die Unfallambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt verzeichnete am Vormittag bereits die ersten Verletzten und rechnete bis Mittag mit vermehrtem Zustrom. Es wurde appelliert, nicht notwendige Wege zu unterlassen.

ÖBB-Reisewarnung

Bei den ÖBB gab es eine Reisewarnung. Nicht dringende Reisen sollen verschoben werden. Es kam zu zahlreichen Streckenunterbrechungen und Ausfällen aufgrund der massiven Eisbildung an Weichen, Fahrzeugen und Oberleitungen. Zwischen dem Wiener Hauptbahnhof und dem Flughafen sind bis voraussichtlich 13.00 keine Fahrten möglich. Nicht betroffen davon seien aber die S-Bahn und der City Airport Train (CAT). ÖBB-Fahrausweise werden von den Wiener Linien bis 13.00 Uhr anerkannt. Züge auf der Südstrecke zwischen Wien und Graz enden und starten nicht am Wiener Hauptbahnhof, sondern in Wien-Meidling.

Die Zugbindung bei allen nationalen Tickets mit Kaufdatum bis Montag wurde für den Zeitraum bis zum (heutigen) Dienstag aufgehoben. Diese Fahrscheine können auch erstattet werden. Für Tickets für Reisen in Nachtreisezügen innerhalb Österreichs ist neben der Erstattung auch eine Umbuchung für Fahrten bis 31. Jänner möglich, informierte die Bahn.

Salzstreuverbot in Wien aufgehoben

In Wien wurde aufgrund des Glatteises das grundsätzlich geltende Salzstreuverbot aufgehoben. Bis 12.00 Uhr darf Salz gestreut werden, teilte die Straßenreinigung (MA 48) mit. Laut Stadt Wien waren 2021 und 2014 die bis dato letzten beiden Male, an denen das Salzstreuverbot aufgehoben wurde. Dies bedeutet, dass entsprechende Auftaumittel auf Gehsteige – die bei gefrierendem Regen nach einer Räumung ansonsten rasch wieder spiegelglatt werden – auch dort aufgebracht werden dürfen, wo es sonst nicht erlaubt ist. Das ist etwa in der Nähe von unversiegelten Flächen bzw. Bäumen der Fall. Für die Betreuung von Gehsteigen sind die Grundeigentümer bzw. jeweiligen Hausbesitzer zuständig.

Die zuständige Magistratsabteilung 48 war laut eigenen Angaben schon seit Montag im Volleinsatz. Ab 14.00 Uhr wurden gestern alle 68 Großräumfahrzeuge in den Dienst gestellt, teilte man der APA mit. In der Nacht auf Dienstag starteten die Kleinfahrzeuge der Straßenreinigung um Mitternacht. Sukzessive wurde weiteres Personal bereitgestellt. Ab 6.00 Uhr war laut der Mitteilung die gesamte Winterdienstmannschaft mit 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 281 Streufahrzeugen im Einsatz.

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