Von: luk
Bozen – „GEMEINschatfsPLÄTZE“ ist der Titel eines neuen Projekts, das die Caritas mit dem Forschungszentrum Eurac Research mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds in den kommenden zwei Jahren umsetzen wird. Ziel ist es, Menschen ohne festen Wohnsitz oder mit unsicheren Wohnverhältnissen den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern und ihre soziale Teilhabe zu stärken. In dieses Projekt eingebunden sind die Gäste bzw. Nutzerinnen und Nutzer der 3 Caritas-Dienste Domus (für Menschen in Wohnungsnot), Odòs (für Haftentlassene) und Flüchtlingsberatung.
„Menschen ohne festen Wohnsitz brauchen weit mehr als nur ein Bett für eine Nacht. Sie benötigen Orientierung, Stabilität und verlässliche Beziehungen. Wirkliche soziale Teilhabe gelingt nur, wenn wir ihre gesamte Lebenssituation im Blick behalten und gemeinsam an nachhaltigen Lösungen arbeiten“, sagt Danilo Tucconi, Projektkoordinator und Leiter des Bereiches Obdach- und Wohnungslosigkeit der Caritas Diözese Bozen-Brixen.
Das Projekt baut deshalb auf einer engen Zusammenarbeit der Caritas‑Dienste Domus, Odòs und der Flüchtlingsberatung auf, mit der bereichsübergreifenden Unterstützung des Caritas‑Zentrums für Kultursensible Beratung sowie weiteren externen Partnern.
Das Projekt baut deshalb auf einer engen Zusammenarbeit der Caritas Dienste Domus, Odòs und Flüchtlingsberatung mit externen Partnern auf. Zu diesen gehören der Betrieb für Sozialdienste der Stadt Bozen, das Bozner Gefängnis, das italienische Amt für den externen Strafvollzug (UEPE), die Antidiskriminierungsstelle der Autonomen Provinz Bozen sowie das Sozialressort der Gemeinde Bozen. Ergänzt wird dieses Netzwerk durch eine Vielzahl weiterer lokaler Organisationen.
Im Mittelpunkt des Projekts steht die Erkenntnis, dass Menschen in Wohnungsnot ein vielschichtiges Unterstützungssystem benötigen. Eine Unterkunft genügt nicht. Entscheidend ist eine umfassende Begleitung, die den Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheitsdiensten, rechtlicher Beratung, psychologischer Unterstützung und sozialen Kontakten ermöglicht und stärkt.
„Wir möchten Menschen befähigen, Wohnsituationen langfristig zu halten. Das gehören die Vorbereitung auf Gespräche mit Vermietern, ein respektvoller Umgang in der Nachbarschaft und die Sicherheit im Umgang mit Behörden und bürokratischen Anforderungen. Unser Ziel ist es, ihnen den Weg in eine stabile und hoffnungsvolle Zukunft zu erleichtern“, erläutert Tucconi diesen Ansatz weiter.
Insgesamt sollen rund 100 Personen begleitet werden. Sie erhalten individuelle Unterstützung in Form von Beratungsgesprächen, gemeinsamer Fallführung, Gruppenangeboten, Informationsformaten und einer aktiven Beteiligung an allen Schritten, die ihre Lebenssituation betreffen. Auch Ehrenamtliche werden eingebunden, um ein Gefühl von Gemeinschaft zu fördern und tragfähige soziale Beziehungen aufzubauen. Bei Bedarf können Teilnehmende vorübergehend in Einrichtungen der Caritas wohnen, um ihren Übergang in eine stabile Wohnsituation zu erleichtern.
Das Forschungszentrum Eurac Research übernimmt im Projekt die Verantwortung für Monitoring, Kommunikation und Evaluation. Dadurch wird die Wirksamkeit der Maßnahmen laufend überprüft, mögliche Herausforderungen werden sichtbar gemacht und fundierte Grundlagen für eine spätere Weiterentwicklung des Projektes geschaffen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen in Form von Best Practice Ansätzen aufbereitet werden, die über das Projekt hinaus nutzbar sind.
„Dieses Projekt lebt von der gemeinsamen Verantwortung unterschiedlicher Institutionen. Es geht darum, eine Stadt zu gestalten, in der niemand an den Rand gedrängt wird und in der auch verletzliche Menschen einen sicheren Platz finden. Nur gemeinsam können wir eine wirklich inklusive Gemeinschaft schaffen“, betont Tucconi die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Beteiligten.




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