"Neue Wohnmodelle im Visier"

Genossenschaft „Wohnen im Alter“ hat Großes vor

Donnerstag, 27. Mai 2021 | 23:30 Uhr

Bozen – Die Genossenschaft „Wohnen im Alter“ hat wieder große Pläne und viele Projekte. Keine Onlinesitzung, nein es war ein erstes persönliches Zusammentreffen der 14 Mitglieder nach Monaten bei der Vollversammlung der Genossenschaft Wohnen im Alter. Ein gutes Gefühl für alle getesteten, geimpften oder genesenen Anwesenden, nach einer schwierigen Zeit mit vielen Einschränkungen wieder „normal“ durchstarten und arbeiten zu können.

Der Präsident Otto von Dellemann blickte auf das Jahr 2020 zurück und berichtete, dass trotz Coronapandemie einige Projekte dennoch umgesetzt werden konnten. Im Herbst 2020 fand eine Tagung in Zusammenarbeit mit dem Assessorat der Landesrätin Waltraud Deeg zum Thema „Aktives Altern“ statt. Weiters wurde eine Studienreise nach Weyarn (Bayern) organisiert, um die Koordinationsstelle „Wohnen im Alter – Bayern“ und eine Wohnanlage zum Thema „Soziale Quartiersarbeit“ zu besuchen. Es wurde weiters an neuen Wohnmodellen und Projekten für
seniorengerechtes Wohnen gearbeitet.

Auch in den Jahren 2021 und 2022 will die Genossenschaft weiterhin an verschiedenen Wohnmodellen arbeiten, die das Leben älterer Menschen in ihrem Wohnviertel einfacher und schöner machen. Da gibt es einige tolle Beispiele von gelebter Nachbarschaft in den Nachbarregionen und den Nachbarstaaten. Am 24.September 2021 soll dazu auch eine Tagung stattfinden, zusammen mit dem Amt für Senioren, dem Wobi und den Rentenvertretern der Gewerkschaften.

Wie kann man sich im am besten davon überzeugen, dass ein Projekt gut läuft? Indem man es vor Ort anschaut, mit den Menschen spricht und sich Ideen dazu holt. Das plant die Genossenschaft “Wohnen im Alter” ebenfalls im Herbst bei einer Exkursion zu einem Vorzeigewohnprojekt in Innsbruck. Über den Tellerrand hinausschauen ist auch bei einem weiteren Projekt geplant. Es nennt sich „Gesund fürs Leben“. Dabei geht es um körperliche und geistige Fitness für ältere Menschen. Viele von uns kennen es: Wir möchten zwar gerne was für unsere Fitness tun, aber alleine ist es uns einfach zu anstrengend und zu langweilig, also lassen wir’s ganz bleiben. Die Idee: Ehrenamtliche im Alter von 65+ werden ausgebildet, um mit anderen Menschen über 65 Jahren Fitnessübungen zu machen und mit ihnen über gesunde Ernährung zu sprechen.

Die Uni Wien hat das Projekt erfolgreich durchgeführt. Die Auswertung der Daten zeigte, dass die Leistungsfähigkeit deutlich zugenommen und gleichzeitig die Gebrechlichkeit abgenommen hat. Das Projekt soll nun auch in Südtirol starten. Nächstes Jahr im Frühling soll es vorerst mit der Ausbildung von 20 Ehrenamtlichen losgehen.

“Kontakte fördern ist überhaupt wichtig, wenn es darum geht, ältere Menschen in die Gesellschaft einzubinden. ‘Sommer mal anders’, ist die Idee der Genossenschaft Wohnen im Alter und der Stiftung Sparkasse. Es werden Sensibilisierungskurse für Hundert Jugendliche angeboten. Sie bekommen die Möglichkeit ein Ferialpraktikum in einem Seniorenwohnheim zu machen um sicherer und befreiter im Umgang mit älteren Menschen zu werden. Ein Treffen der Generationen, von dem Jung und Alt gleichermaßen profitieren können”, so die Genossenschaft.

Daheim ist es immer noch am Schönsten! Vor allem ältere Menschen lassen sich ihre „Hoamat“ nur ungern wegnehmen. Ins Altersheim gehen zu müssen, weil das Zuhause zu unsicher ist, es keinen Aufzug gibt, keine geeignete Dusche, zu schmale Türen, das ist leider immer noch Realität. Dabei gibt es viele Möglichkeiten eine Wohnung so umzubauen, damit sie auch für gebrechliche Menschen sicher bewohnbar ist. Das Problem nur, die meisten Planer und Handwerker haben noch wenig Erfahrung damit, worauf es bei „barrierefrei“ ankommt.

Die Genossenschaft “Wohnen im Alter” zusammen mit dem LVH bietet genau für diese Berufsgruppen im Herbst 2021 wieder den Lehrgang „Fachplaner für Wohnen im Alter” an. Dazu können die Teilnehmer auch einen Selbsttest mit GERT machen, einem Alterssimulationsanzug, der die Einschränkungen des Alters imitiert. Weiters wird an der Herausgabe eines Seniorenführers gearbeitet. Zudem wird die Genossenschaft mit einem eigenen Stand an der Herbstmesse 2021 teilnehmen und über ihre Tätigkeiten informieren. Die Genossenschaft plant, die gemeinsamen Projekte mit den verschiedensten Organisationen, Verbänden und Abteilungen weiterzuführen.

Zum Abschluss der Vollversammlung dankte der Präsident Otto von Dellemann den Mitarbeitern, dem gesamten Vorstand und den Mitgliedsorganisationen für die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit. Informationen zur Genossenschaft: Die Genossenschaft Wohnen im Alter wurde 2016 gegründet mit dem Ziel, das Wohnen im Alter zu verbessern. Zwölf Organisationen (Südtiroler Gemeindenverband, LVH, Weisses Kreuz, KVW, Cooperdolomiti, Humanistas24, SSP Servizi, Coopbund Alto Adige Südtirol , Stifltung St. Elisabeth, Sophia-Genossenschaft für soziale Innovation und Forschung, Ehical Banking – Raiffeisenkasse Bozen, Arche im KVW VFG) haben sich in einer Genossenschaft zusammengefunden, um gemeinsam für dieses Ziel zu arbeiten.

Wohnen im Alter berät seit seiner Gründung Privatpersonen und Institutionen rund um das Thema Wohnen im Alter, sensibilisiert durch unterschiedlichste Maßnahmen wie Vorträge, Messen, Tagungen, Weiterbildungen und vieles mehr, versucht das Netzwerk an Organisationen zu verstärken, die in diesem Bereich aktiv sind und entwickelt im Verbund mit seinen Mitgliedern und der öffentlichen Hand neue Dienstleistungen und Projekte als Ergänzung zum Sanitäts- und Sozialdienst.

Von: bba

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Genossenschaft „Wohnen im Alter“ hat Großes vor"


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berthu
berthu
Universalgelehrter
15 Tage 13 h

Keine Rede von den “Fehl-Vorschriften” der Wohnbaupolitik seit den 70erJahren. Bau-Volumen-, Quadratmetergrenzen, unsinnige Vorschriften, Begrenzungen zu “ja nicht ausbaufähigen” Dachräumen, Wintergärten. Die Bauherren/Damen dürfen nicht selber entscheiden, was für sie gut ist. Und nun die allseitigen Zwangsvorschriften zu “Klimahausstandards” mit unendlich viel Sondergiftmüll. Total kurzsichtig und als “Nachhaltigkeit” verkauft. Wenn fast alle Neubauten in max 30 Jahren umgebaut, weil nicht angepaßt, auch generationengerecht bewohnbar sind.
Dafür stehen sehr viele Industrie-, Prachtbauten, neue Wohnungen und Altkubatur leer herum.

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