WIFO-Landwirtschaftsbarometer 2018

Geschäftsklima bei den Landwirten ist positiv

Freitag, 22. Juni 2018 | 11:16 Uhr

Bozen – Das Geschäftsklima bei den Südtiroler Landwirten hat sich im letzten Jahr verbessert und ist allgemein positiv, wenn auch mit Unterschieden zwischen den einzelnen Branchen. Dies geht aus dem Landwirtschaftsbarometer des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung der Handelskammer Bozen hervor. Mit den Auszahlungspreisen am meisten zufrieden sind nach wie vor die Winzer, aber auch die Milchbauern sind sehr zuversichtlich. In der Obstwirtschaft hat sich die Stimmung im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gebessert, nachdem die Apfelpreise aufgrund der europaweit niederen Produktion stark angestiegen sind. Von der günstigen Entwicklung der Preise konnten leider nicht alle Wein- und Obstbauern profitieren, da Spätfrost und Unwetter erhebliche Ausfälle bei der Ernte 2017 zur Folge hatten.

Das Jahr 2017 brachte europaweit eine Steigerung der Preise für Milch und Äpfel, mit positiven Effekten für die Südtiroler Landwirtschaft. Insgesamt waren 82 Prozent der Südtiroler Bauern und Bäuerinnen mit den von den Genossenschaften erhaltenen Auszahlungspreisen zufrieden, allerdings gab es Unterschiede zwischen den verschiedenen Branchen.

Für das Jahr 2018 wird allgemein eine leichte Besserung des Geschäftsverlaufs erwartet sowie eine Steigerung der Produktionsmenge. Heuer gehen 86 Prozent der Landwirte von zufriedenstellenden Auszahlungspreisen aus.

In der Obstwirtschaft brachte das Jahr 2017 eine wesentliche Veränderung der Marktlage. Die vorherigen Jahre waren von niederen Apfelpreisen gekennzeichnet, bedingt durch die Überproduktion in Europa, das russische Embargo und die Krisen in Nordafrika. Ab dem Frühjahr 2017 sind aber die Preise stark angestiegen, als klar wurde, dass die Spätfroste europaweit zu erheblichen Ernteausfällen führen würden. Die von den Südtiroler Obstgenossenschaften ausgezahlten Erzeugerpreise waren für etwa 70 Prozent der Bauern und Bäuerinnen zufriedenstellend. Die Apfelernte war dann – auch aufgrund von Hagelschäden – mit etwa 754.000 Tonnen Tafelware um etwa ein Fünftel unter dem Niveau des Vorjahres. Die Vermarktungssaison lief aber gut, gekennzeichnet durch hohe Verkaufspreise und einen schnellen Abbau der Lagerbestände. Daher gehen 81 Prozent der Obstbauern von (zumindest) befriedigenden Auszahlungspreisen im Jahr 2018 aus.

Die Milchwirtschaft muss sich weiterhin einer sehr komplexen internationalen Marktlage stellen. Die Produzenten in Europa haben auf die anziehenden Erzeugerpreise schnell reagiert und seit März 2017 sind die angelieferten Mengen wieder über das Niveau der Vorjahre gestiegen. Die wachsenden Exporte und die hohen Butterpreise haben trotzdem europaweit relativ gute Erzeugerpreise ermöglicht. In Südtirol wurde die Produktion erhöht und fast alle Bauern waren mit den Auszahlungen zufrieden. Diese lagen im Jahr 2017 bei durchschnittlich 50,6 Cent pro Kilogramm. Die europaweit anhaltend hohe Produktion könnte aber im laufenden Jahr zu Preissenkungen führen. Die Südtiroler Bauern erwarten für 2018 weiterhin angemessene Auszahlungspreise, allerdings eher „befriedigend“ als „gut“. Die Produktion dürfte laut der interviewten Landwirte in etwa auf dem bereits hohen Niveau des vergangenen Jahres bleiben.

Die Weinwirtschaft zeigt weiterhin eine positive Stimmung. Fast alle Winzer bewerten die von den Kellereien im Jahr 2017 erhaltenen Auszahlungen zumindest als „befriedigend“, die Mehrheit meldet sogar „gute“ Auszahlungspreise. Die Weinlese 2017 war leider aufgrund von Spätfrost- und Hagelschäden geringer als in den Vorjahren: Die Produktion von DOC- und Landweinen erreichte 273.800 Hektoliter und damit in etwa ein Fünftel weniger als im Vorjahr. Die Qualität wird aber von den Kellermeistern als sehr gut bewertet. Aus diesem Grund erwarten die Bauern weiterhin befriedigende bis gute Auszahlungspreise von den Genossenschaftskellereien bzw. gute Verkaufspreise beim selbstvermarkteten Wein.

Handelskammerpräsident Michl Ebner ist über das steigende Geschäftsklima in der Südtiroler Landwirtschaft erfreut und unterstreicht die wichtige Rolle der Europäischen Union für die Erhaltung der Berglandwirtschaft: „Es ist wichtig, dass die Bedürfnisse der kleinen landwirtschaftlichen Betriebe bei der Gestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2020 berücksichtigt werden. Dabei soll die wirtschaftliche, aber auch die soziale Bedeutung der Berglandwirtschaft anerkannt werden.“

Nachfolgend die Stellungnahme des Vertreters des Wirtschaftsverbandes

Leo Tiefenthaler, Bauernbund-Obmann

„Dass die Landwirtschaft insgesamt optimistisch in die Zukunft blickt, ist ein sehr erfreuliches Signal. Neben den Produzenten selbst, die durch eine sehr hohe Qualität die Voraussetzungen für gute Preise schaffen, sind es vor allem die Genossenschaften, die eine sehr gute Arbeit leisten und wesentlich zum Erfolg beitragen.“

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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33 Kommentare auf "Geschäftsklima bei den Landwirten ist positiv"


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krakatau
krakatau
Universalgelehrter
24 Tage 3 h

Ist klar. Wenn es für alles Beiträge und Subventionen gibt

m. 323.
m. 323.
Superredner
24 Tage 2 h

@ihr armselige Neider ..jeder in Südtirol kriegt Beiträge…auch wer zufaul ist zum Stinken..kriegt halt Sozial Fürsorge….

lalala
lalala
Grünschnabel
24 Tage 50 Min

Hosch du kinder? Wenn jo, kriagsch von die sem a an beitrog?

typisch
typisch
Universalgelehrter
24 Tage 29 Min

wenn das geschäftsklima negativ wäre, wärst du dann neidisch u schadenfroh zugleich. wenn ich mich recht erinnere gibt es ja auch beiträge für normalbürger, aber von nichts kommt nichts auser mitbeihilfen, km geld, sanierungsbeiträge, beiträge auf erneuerbare energien u energieeffizienz usw…..

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
23 Tage 23 h

@ krakatau: so, dann sagen sie mir doch, für was ich einen Betrag bekomme? Die Förderungen sind nur ein Bruchteil dessen, was effektive Aufwände sind. Und dann darf man noch gar nicht die Arbeit selbst am Hof dazurechnen. Also, lieber Krakatau: bitte Fakten, und nicht leere Vermutungen. Ach ja, aufpassen, dass nichts explodiert wie ein vulkan

Pic
Pic
Tratscher
23 Tage 23 h

@m. 323. verwechseln Sie bitte nicht die Bauern mit “jedem Südtiroler”! Wenn unter den Bauern nur die Steuern, die die Bauern einzahlen, ihnen als Soziale Fürsorge, pardon als Beiträge, ausbezahlt würden, möchte ich sehen, wie die Bauern leben müsstet. 

natan
natan
Superredner
23 Tage 14 h

@m. 323.informiere dich besser, das was du hier behauptest stimmt nicht!!!

lalala
lalala
Grünschnabel
23 Tage 11 h

@natan dann sagen sie mir, was bekommen wir bauern an rente?

peterle
peterle
Superredner
23 Tage 11 h

@lalala
Erklär mir wo ansuchen, bekomme für mein kind die normale zulage, zu wenig um dem kind etwas bei seite zu tun.

peterle
peterle
Superredner
23 Tage 11 h

@lalala mir wir das zigfache jeden monat abgezogen als ein landwirt einzahlt
aber da die landwirte nur 2 bis 5% der Bevölkerung ausmacht fällt immer wieder erwas mehr für sie ab.

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

@Marco schwarz  Ein Viehhändler erzählte in einem Gasthaus folgenden Witz: Warum tragen Bauern alle Stiefel ?  Weil es für Schnürsenkel keinen Beitrag gibt.

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

@lalala Die Rente hängt von den eingezahlten Beiträgen ab

Ludwig11
Ludwig11
Tratscher
24 Tage 2 h

Wieviel Geld wird eigentlich in die Landwirtschaft gepumpt ? 
Ich erinnere mich noch an einem Hubschraubereinsatz um 5 Kälber von der Alm vom Wintereinbruch in Sicherheit zu bringen, vom Land finanziert wohlgemerkt. 

m. 323.
m. 323.
Superredner
24 Tage 2 h

@ jedes Kalb hat ein Recht auf Leben..wieviele Wintersporter oder Bergsteiger werde.n vom Hubschrauber inns Tal gebracht..

Ludwig11
Ludwig11
Tratscher
24 Tage 52 Min

@m. 323. zu welcher Gattung gehörst du ?

lalala
lalala
Grünschnabel
24 Tage 44 Min

Handel in benachteiligten Gebieten: Förderung von 3,7 Mio. Eurohttps://www.suedtirolnews.it/wirtschaft/handel-in-benachteiligten-gebieten-foerderung-von-37-mio-euro

Wie viel geld wird in anderen bereichen gepumt?🤔

typisch
typisch
Universalgelehrter
24 Tage 40 Min

wieviel geld an steuern kommt eigentlich vom kreislauf der landwirtschaft heraus von den erzeugten produkten, und welcher wirtschaftszweig hängt an dessen weiterverarbeitung an diesen roh produkten? keine angst, es wirft soviel ab, das auch deine mitbeihilfe bezahlbar ist

Marco schwarz
Marco schwarz
Tratscher
23 Tage 23 h

Dazu gibts Versicherungen, die abgeschlossen werden können. Und nicht gleich was aus der Luft holen, wo sie ja die Fakten nicht kennen!!!

Pic
Pic
Tratscher
23 Tage 23 h

@m. 323. selbstverständlich hat jedes Kalb ein Recht auf Leben, aber auch Wolf, Bär und alle Tiere. Nur die Bauern und der Großteil der Südtiroler Politiker wollen dies nicht wahrhaben.

m. 323.
m. 323.
Superredner
23 Tage 22 h

@Pic man kann alles drehen wie man will…odr hast du schon einmal gehört daß ein Kalb eine Wolf gefressen hat

Staenkerer
23 Tage 21 h

sorry, ober ba an plötzlichen wintereinbruch hot der bauer schun zurecht hilfe ungfordert und a zu kriegn! genau wie de seilbergung der kuh, a bericht neulich in SN, a richtig isch! mensch und tier in a SICHTBARER notlage zu helfn isch richtig und wichtig!

i honn amoll in a doku gsechn das vor vielen jahrzenten in deutschlond de schwolbn von a verfrühten wintereibruch überrascht wurden, 10.000 eingfongen wurden und per flugzeug in den süden gebrocht wurden und so den erfrierungstot entgongen sein!

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

@m. 323. dann lasst Sie Leben die Tiere.

Sag mal
Sag mal
Universalgelehrter
23 Tage 12 h

@Pic wie lange hatt so ein Kalb recht zu leben?

barbastella
barbastella
Superredner
23 Tage 11 h

@m. 323.
…aber ich hab gehört, dass Menschen Kälber essen…du sagtest “Recht auf Leben”…wie lange? männliche Kälber werden nach einigen Tagen der Mutter genommen u zu Kalbsleberwurst verarbeitet!

barbastella
barbastella
Superredner
23 Tage 11 h

@m. 323.
da hast du Recht:
das Kalb retten und dann eben auch leben lassen statt auf die Schlachtbank bringen.
Hast halt so keinen Profit, aber dafür ein großes Herz!!!

m. 323.
m. 323.
Superredner
23 Tage 7 h

@barbastella wir Bauern retten sichr mehr Leben…als solche Möchtegern Tierschützer….ach so für dich hat nur der Wolf ein Recht auf Leben

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
21 Tage 8 h

Ludwig11 – Allein von Brüssel erhalten die Bauern jährlich 55,5 Millionen (21.09.2016 6.036)

Staenkerer
24 Tage 28 Min

jo wenn des so isch nor heart jetz des jammern sicher auf …. oder?

m. 323.
m. 323.
Superredner
23 Tage 22 h

ganz sicher…du armseliger Bauernhasser….

So sig holt is
So sig holt is
Tratscher
24 Tage 1 h

und Kommentare der Bauernhasser in 3, 2, 1.., 😂

wellen
wellen
Superredner
23 Tage 11 h

Interessante Ergebnisse. Wenn man mit den Bauern so redet, tun sie aber alke furchtbar jammern…was stimmt jetzt?

Supergscheider
Supergscheider
Grünschnabel
23 Tage 8 h

Liebe Talbauern,ihr seid halt privilegiert das ist eine Tatsache und eine Ungleichheit benachteiligt immer den Anderen,diese werden sich halt logischerweise irgendwann dagegen wehren damit müsst ihr Leben.

klosi
klosi
Grünschnabel
20 Tage 3 h

Wenn do Beitrog stimp na stimp a s Klima.. gell Herr Dr. BAUER

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