Von: mk
Bozen – Die Versammlung gegen den Verkehr in der Region, die für den 30. Mai 2026 mit einer achtstündigen Sperrung des Brennerkorridors geplant ist, wird erhebliche soziale, ökologische und wirtschaftliche Schäden verursachen. Davon sind die Handelskammern von Bozen, Trient, Verona, Cremona-Mantua-Pavia und Modena überzeugt. Sie fordern, dass die Veranstaltung in die Nähe der Autobahn verlegt wird, damit die A13 auf Tiroler Seite frei befahrbar und ohne Einschränkungen bleibt.
Eine Blockade der Autobahn und der angrenzenden Bundesstraßen entlang des Skandinavisch-Mittelmeer-Korridors, einem der wichtigsten TEN-V-Korridore, verstoße gegen den freien Personen- und Warenverkehr, ein Grundrecht der Europäischen Union. Dass diese an einem der verkehrsreichsten Tage des Jahres stattfindet, verschärfe die Folgen noch weiter. Die Auswirkungen würden in großen Teilen Norditaliens zu spüren sein. Der 30. Mai liegt kurz vor wichtigen Fenstertagen. In Österreich und Deutschland werden am 24. Mai Pfingsten bzw. am 4. Juni Fronleichnam gefeiert, in Italien am 2. Juni der Tag der Republik. Historisch gesehen verzeichnen die Tage vor und nach diesen Feiertagen am Brennerpass einige der höchsten Verkehrsspitzen des Jahres.
“Neben Gefahren für die Sicherheit der Reisenden und der Bevölkerung in den grenznahen Gebieten wird die Veranstaltung zweifellos zu einer Zunahme der Umweltbelastung führen. Für die im Stau stehenden Verkehrsteilnehmenden erhöht sich das Unfallrisiko, wie es für Tage mit starkem Verkehrsaufkommen typisch ist. Zudem besteht in den Regionen in unmittelbarer Nähe der Straßensperren die Gefahr von erheblichen Staus, die die Durchfahrt von Rettungsfahrzeugen blockieren oder einschränken. Die Zunahme der Umweltbelastung ist auf die Wahl alternativer Routen zurückzuführen, da die Verkehrsteilnehmenden dazu gezwungen werden, unverhältnismäßig lange Strecken zur Umfahrung Tirols zurückzulegen. Hinzu kommt der Stop-and-Go-Verkehr, zu dem es infolge der unvermeidlichen Überlastung des Straßennetzes kommen wird”, erklären die Handelskammern in einer Aussendung.
Auch die wirtschaftlichen Schäden würden erheblich sein. Für den Güterverkehr werde diese weitere Sperre, zusätzlich zu den anderen Fahrverboten in Tirol und den bereits geplanten Dosiertagen am 27. und 28. Mai sowie am 1. Juni, zu Verzögerungen und höheren Transportkosten führen. Im Tourismus- und Gastgewerbe werde mit einem Rückgang der Buchungen sowie mit kurzfristigen Stornierungen entmutigter Urlaubsgäste gerechnet.
„Die negativen Folgen der achtstündigen Vollsperrung der Autobahn A13 in Tirol werden sich nicht auf den 30. Mai beschränken, sondern schon viel früher einsetzen und noch viele Tage danach nachwirken. Wir sind uns einig, dass das Demonstrationsrecht unantastbar ist. Nichtsdestotrotz sind wir überzeugt, dass die Sicherheitsrisiken und die Schäden, die durch die Wahl des Ortes und des Datums der Demonstration verursacht werden, zu hoch sind“, sind sich die Präsidenten der Handelskammern entlang der Autobahn A22, die von Modena bis zum Brenner führt, einig.




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