Plan Prags 2020: Zugang für weniger Besucher – mehr Naturerlebnis

Heuer limitierter Zugang zum Pragser Wildsee

Donnerstag, 02. Juli 2020 | 11:21 Uhr

Bozen – Den Plan Prags 2020 haben Mobilitätslandesrat Daniel Alfreider, die für das Unesco-Welterbe zuständige Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer, der Pragser Bürgermeister Friedrich Mittermair und IDM-Präsident Hansi Pichler heute in Bozen vorgestellt.

Welterbe nachhaltig erlebbar machen

Gemeinsames Ziel der Zusammenarbeit zwischen Land, Gemeinde Prags und dem Wirtschaftsdienstleister IDM Südtirol ist es, das Dolomiten- Welterbe in Prags nachhaltig erlebbar zu machen. Aufbauend auf die bisher gemachten Erfahrungen sowie erste Ergebnisse einer Studie der Stiftung Dolomiten UNESCO greifen diesen Sommer neue Maßnahmen. Wie Landesrat Alfreider eklärt, lag der Fokus im Jahr 2019 auf der Verlagerung des Verkehrs auf umweltfreundliche Mobilitätsmittel: “Heuer werden diese weiter angeboten, aber auch der Zugang zum See wird beschränkt.”

Mutige Maßnahmen für besonderes Naturerlebnis gefragt

Dass dies nicht von ungefähr kommt, zeigen die Daten einer Erhebung, die Landesrätin Kuenzer präsentierte. Bei unbeschränktem Zutritt waren 2018 von Juli bis September noch 1,2 Millionen Besucher im Pragser Tal, also durchschnittlich 9.936 Menschen pro Sommertag hin bis zu einem Spitzenwert von 17.874 an einem Augusttag. Im August wurden 393.522 Besucher verzeichnet. Mit einer neuen Tragfähigkeitsstudie nimmt die Stiftung Dolomiten UNESCO die Auswirkungen auf Natur, soziales Umfeld sowie die Wirtschaft unter die Lupe. “Das Naturerlebnis der Besucher und Bewohner des Tales soll aufgewertet werden”, erklärte Kuenzer die wichtigste Erkenntnis. Die Verstärkung der nachhaltigen Mobilitätsmittel und die teilweise Straßensperre waren ein Schritt in die richtige Richtung, sind sich Kuenzer und Alfreider einig. Pro Sommermonat waren 2019 im Durchschnitt rund 250.000 Menschen am See. “Es braucht weitere mutige Maßnahmen. Setzen wir auf die Natur – sie ist unser Kapital”, unterstrich Kuenzer.

Mehr Radler und Fußgänger – weniger Busgäste und Pkw

Auch Landesrat Alfreider betonte, dass das Pragser Tal mit dem einzigartigen Welterbe für Besucher und Bewohner aufgewertet werden solle. Gemeinsam mit der Verkehrskommission der Gemeinde und dem Tourismusverein haben IDM und Land den Plan Prags 2020 erarbeitet. “Gesund und umweltfreundlich, also mit dem Rad oder zu Fuß, kommt man immer zum See”, unterstreicht Alfreider. Entsprechend wurden die Radverleihe in Prags, Niederdorf und Welsberg potenziert. Auch am See wurden laut Alfreider mehr Radparkplätze geschaffen. “Für den Verkehr mit Privatfahrzeug bleibt die Straße ins Pragser Tal vom 10. Juli bis zum 10. September so lange geöffnet bleibt, bis die Parkplätze im Tal belegt sind und dann bis 15 Uhr gesperrt”, kündigte Alfreider an. Ab 10. Juli bringen die Busse der zwei Linien (439 und 442) Besucher an den Pragser Wildsee. Allerdings ist heuer eine Online-Reservierung mit Online-Zahlung über ein neues Portal von Gemeinde und IDM erforderlich. Sobald die Plätze ausgebucht sind, gibt es mit dem Bus-Shuttle keinen Zugang mehr. Für SüdtirolPass-Besitzer sind ohne Online-Reservierung einige Plätze vorbehalten.

Besucherzahl deutlich senken für mehr Wertschöpfung und Umweltschutz

Die Fahr-Beschränkungen gelten natürlich nicht für die Bewohner des Pragser Tals, präzisierte Bürgermeister Mittermair. Für Gäste von Speiselokalen, Geschäften und anderen gibt es gegen Voranmeldung Durchfahrtsgenehmigungen – ebenso für Feriengäste des Pragser Tals. “Wir erwarten uns von der Kontingentierung eine Steigerung der Exklusivität und schlussendlich mehr Wertschöpfung für das Tal und natürlich mehr Schutz für das sensible Ökosystem”, sagte der Bürgermeister. Durch eine Beschränkung der Fahrgästeanzahl in den Bussen kombiniert mit dem Reservierungssystem rechnet Mittermair mit einer Durchschnittsbesucherzahl von rund 4500 bis 5000 Personen gleichzeitig (2019: 7000 Besucher). Mittermair verwies auch auf die Buslinie (443) von Welsberg auf die Plätzwiese, für die es keine Reservierung braucht.

Hotspots sicherer machen und Erlebensraum auch lebenswert halten

Vom Konzept ist auch IDM-Präsident Pichler überzeugt: “Wir müssen die Hotspots in Südtirol durch eine Kontingentierung und Reglementierung des Gästezustroms zum einen sicherer machen und zum anderen als Wirtschafts- und Lebensraum für die Einheimischen und Erlebensraum für die Gäste attraktiv und lebenswert erhalten.” Dies könne nur eine Gemeinschaftsleistung von vielen Akteuren wie Land, Gemeinde, Partnern im Tourismus und in der Mobilität sein, so Pichler. Um alle angemessen zu informieren, hat die IDM ein Kommunikationspaket vorbereitet, vom Faltblatt über Videos bis hin zu Instagram-Beiträgen.

Von: luk

Bezirk: Pustertal

Kommentare

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29 Kommentare auf "Heuer limitierter Zugang zum Pragser Wildsee"


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anonymous
anonymous
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

10 Jahre zu spät, überhaupt sollen Touristen nur mit dem Fahrrad oder e Autos das Tal befahren

genau
genau
Kinig
1 Monat 4 Tage

Seit froh dass überhaupt jemand kommt.
Meine Güte. 🙄

Nik1
Nik1
Tratscher
1 Monat 4 Tage

@genau worsch du schun amol afn Progsa Wildsea??? Dou geht’s zui letza wie af an Umasnhaufe. Des isch nimma normal

genau
genau
Kinig
1 Monat 4 Tage

@Nik1

Ja das ist einige Jahre her.
Aber es ist nicht der einzige Bergsee auf der Welt.
Hauptsächlich wurde diese Location durch einige Low Budget Produktionen bekannt.

Nik1
Nik1
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@genau der einzige Bergsee bestimmt nicht, aber der Best Vermarktete!

tucano2
tucano2
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

@Nik1 selber schuld!

Nik1
Nik1
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@tucano2 frog amol einige brüger vo Progs ob sie den gonzn rumml well! Do hom holt a a poor groaßköpftita in hols nie genui voll kriag

tomsn
tomsn
Tratscher
1 Monat 4 Tage

Einheimische zuerst!

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Wir sind alle Einheimische Erdenbürger.

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

Prager Wildsee: Ausverkauf der Heimat. Horror pur. Touristiker: habt ihr nix gelernt aus Corona?

Pacha
Pacha
Superredner
1 Monat 3 Tage

Ach @wellen…..war Ende Mai am See, alles überrannt! Aber nicht von den Turisten, sondern voll von Einheinischen, eben wegen Corona😂. Also 🤫

Zenz
Zenz
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

zuerst mit Steuergeldern großzügig unterstützt, jetzt mit Steuergeldern und Regelungen wieder versucht den Touristenstrom einzugrenzen ganz nach dem Motto ” die Geister die ich rief werd ich nicht mehr los “. Wieder ein Versagen einer verantwortungslosen politischen Handlung und Ausrichtung

Veritas
Veritas
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

weart wo zeit, obo obse des aso dorichtn?
des brauchats in summo fis gonze puschtotoul……insra puschtra stroße pockt den gonzn vokehr schun longe nimma…

genau
genau
Kinig
1 Monat 3 Tage

Ja das liegt aber an dieser verkrüppelten Straße!

Staenkerer
1 Monat 4 Tage

limitiern hat man dort woll long schun gekennt, dozua hats corona nit gebraucht … oder?

Ars Vivendi
Ars Vivendi
Superredner
1 Monat 4 Tage

Seit Monaten gibt es nur noch eins : Limitieren = Einschränkungen. Vielfach war und ist es notwendig, aber wurde das auch bei den Regierenden in Bozen und bei den Leitenden der Sanität in Sachen Gehälter gemacht ? Ob angeordnet oder freiwillig, es werden gute Beispiele gesucht. Bitte hier melden ! Danke !

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

So wird sich der wilde Parkplatz nicht mehr lohnen! Klasse!!!!

Ewa
Ewa
Superredner
1 Monat 4 Tage

Faktenchecker
hast du den Beitrag überhaupt gelesen oder bloß nicht verstanden?

Faktenchecker
Faktenchecker
Universalgelehrter
1 Monat 4 Tage

“Durchschnittsbesucherzahl von rund 4500 bis 5000 Personen gleichzeitig (2019: 7000 Besucher)”

a sou
a sou
Superredner
1 Monat 4 Tage

Das mit den Radlern ist ein riesen Fehler… Mit so einem modernen E-Bike kommt jeder überall hin und macht mehr kaputt wie jeder Fußgänger… Wennschon dann sollte jegliches Fahrzeug dem See fern bleiben müssen!!

PeterSchlemihl
PeterSchlemihl
Grünschnabel
1 Monat 4 Tage

Vielleicht gelingt jetzt endlich der seit Jahrzehnten beschworene und gewünschte sanfte Tourismus im Vergleich zum verwünschten Massentourismus. Doch die unersättliche Gier der Wirte und der Menschen wird einen Strich durch die Rechnung machen.

Much88
Much88
Neuling
1 Monat 3 Tage

1.Zu Fuß odo mitn rad zum See isch ok, lei missatnse amol an gscheidn radweg richtn. Mit kindo kimsch holt et ini auso ibo die stroße.
2. I tat von jedn besucher 2€ eintritt volong. Konn jeder zohln und die gemeinde vodiant 2.4 Millionen € in 3 munat. Wiase des geld investieren bleibt ihnen überlassn. Vielleicht für an radweg.

Nik1
Nik1
Tratscher
1 Monat 3 Tage

@Much88 eigentlich a guita Ideen Obo iaz vodianse mit den Parkplatz mehra man zohlt zirka 6 Euro.

insenfdazueh
insenfdazueh
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Bold es zuviel isch , larmense , bold es zu wienig isch blerrnse !
De solln sich das pragser tal vergolden lassen , und für die turis shuttlebusse zu verfügung stellen , und eintritt verlangen ! Denn nichts ist umsonnst !
Andere machen es genau so !
Ich schätze dann löst sich das problem von selbst ! 😁

der echte Aaron
der echte Aaron
Superredner
1 Monat 3 Tage

,,……durch eine Kontingentierung und Reglementierung…..” kommt mir irgendwie bekannt vor……DDR oder allgemein Diktatur……demnächst braucht man eine Genehmigung. Die bekommt natürlich nur der was das richtige Parteibüchlein hat.

Server
Server
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Kenne den Pragser Wildsee seit Kindertagen. Damals wunderschön, naturbelassen und wild – so, wie sich ein echter Wildsee gehört – das Sardinien Südtirols. In den letzten Jahren hatte der Tourismus diesen See fast zum Erliegen gebracht. Wunderbar, daß es im Pragser Tal noch Menschen mit Hirn und Herz gibt. Daumen hoch für die Maßnahmen, die Natur und ihre Schönheit wird es euch danken!

Madmax
Madmax
Grünschnabel
1 Monat 3 Tage

So a Quatsch! I gea in Progs afn Berg bol i will und une irgnd a Genehmigung! Itz isch ginui mit de Bledsinne, bsundos noch den Corona ingsperre!!

Stadtler
Stadtler
Tratscher
1 Monat 3 Tage

Die IDM fördert Filmprojekte wie „Un passo dal cielo“ mit Terence Hill. Millionen von Gästen oder auch Tagestouristen werden angezogen. Jetzt muss die IDM wieder dafür sorgen, dass diese in Grenzen gehalten werden. Das erscheint mir weser wirtschafttlich noch strategisch. Zudem sollte sich die IDM auch vom unsinnigen Ziel „Südtirol zum begehrtesten Lebensraum Europas zu machen“ schleunigst verabschieden. Würdet ihr wirklich immer gut schlafen wenn ihr mit der begehrtesten Frau bzw. dem begehrtesten Mann verheiratet wärt? 😉

andr
andr
Universalgelehrter
1 Monat 3 Tage

Gottseidank habe ich den see schon früher besucht 😳😔

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