Flexible Arbeitsverträge erheblich eingeschränkt

HGV: Würde-Dekret ist falscher Ansatz

Mittwoch, 04. Juli 2018 | 14:40 Uhr

Bozen – Das von der Regierung jüngst erlassene Dekret zur Bekämpfung unsicherer Arbeitsbedingungen geht für den Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) in die falsche Richtung, weil mit diesem Dekret die flexiblen Arbeitsverträge erheblich eingeschränkt werden sollen.

„Zahlreiche Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe benötigen flexible Instrumente, um zum einen auf die saisonal unterschiedliche Auslastung und zum anderen auf eine temporäre Notwendigkeit besser reagieren zu können. Wir haben Verständnis für die Bedeutung der Sicherheit des Arbeitsplatzes, vor allem für Jugendliche, damit Arbeitnehmer nicht jahrelang in prekären Arbeitsverhältnissen ausharren müssen“, meint HGV-Präsident Manfred Pinzger.

So wie die nationalen Verbände Federalberghi und Fipe befürchtet auch der HGV, dass die neuen Bestimmungen des Dekrets nicht zu mehr unbefristeten Arbeitsverhältnissen führen. Zudem, so merkt der HGV an, greift das Dekret erheblich in die verschiedenen Sektorenabkommen ein. Speziell im Tourismus hat der HGV mit den Gewerkschaften Übereinkommen geschlossen, wonach die Mitarbeiter in Südtirol acht Prozent mehr Lohn erhalten als im nationalem Kollektivvertrag festgeschrieben. Auf Ablehnung stößt auch die Reduzierung der maximalen Dauer der befristeten Arbeitsverträge von 36 auf 24 Monate. Dies führt zu einer ernsthaften Benachteiligung für die Tourismusbetriebe, die auch in Südtirol zum Großteil saisonal tätig sind.

Der HGV hoffe nun, dass im Zuge der Umwandlung des Gesetzesdekretes im Parlament Klarheit über die Nichtanwendung dieser Bestimmungen bei Saison- als auch bei Jahresbetrieben mit saisonaler Tätigkeit geschaffen wird, heißt es abschließend in der Presseaussendung des HGV.

Von: mk

Bezirk: Bozen

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