Südtirolweites Glockenläuten begleiten die Caritas-Kampagne „Hunger macht keine Ferien“

Hunger in Afrika: Nach der Dürre wächst Hoffnung

Dienstag, 10. Juli 2018 | 16:31 Uhr

Bozen – Alle 3,5 Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger, Millionen Buben und Mädchen leiden ein Leben lang unter den fatalen Folgen von Unterernährung. Darauf macht die Caritas mit ihrer Spenden- und Sensibilisierungskampagne „Hunger macht keine Ferien“ aufmerksam. Sie wurde heute am Bozner Domplatz mit einem Smartmob eröffnet, am Freitag, 13. Juli, werden in der Folge in ganz Südtirol die Kirchenglocken läuten, um der vielen Opfer zu gedenken, die der Hunger täglich fordert. Besonders betroffen ist die Bevölkerung in Afrika, in den Gebieten südlich der Sahara. Dürreperioden wie in den vergangenen drei Jahren bedrohen dort das Leben von Millionen von Menschen. Die Südtiroler Caritas setzt sich gemeinsam mit verlässlichen Projektpartnern und mit Unterstützung zahlreicher Spender gegen Hunger und Armut ein. „Dank dieser Hilfe haben viele Familien die vergangene Dürreperiode überlebt. Jetzt, wo der Regen endlich da ist, gilt es, sich gegen kommende Katastrophen zu rüsten, damit die nächste Dürre nicht wieder lebensbedrohlich wird“, bittet Caritas-Direktor Paolo Valente um weitere Unterstützung im Kampf gegen Hunger und Armut.

Ein Smartmob zeigte bei der Eröffnung der Caritas-Kampagne „Hunger macht keine Ferien“ am Bozner Domplatz heute Vormittag eindrucksvoll, dass auf unserem Globus immer noch alle 3,5 Sekunden ein Mensch an Hunger stirbt. Besonders schlimm ist die Situation in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Dort hat eine Dürrperiode den Menschen in den vergangenen Jahren schwer zugesetzt. Jetzt hat es angefangen zu regnen. „Die Hoffnung wächst mit dem Getreide und dem Mais auf den Feldern. Der Kampf gegen den Hunger ist aber nicht vorbei. Die Menschen brauchen Hilfe, damit sie selbständig wirtschaften und für weitere Krisenzeiten vorsorgen können“, unterstrich Caritas-Direktor Paolo Valente bei der heutigen Pressekonferenz. Die Caritas-Kampagne findet heuer zum elften Mal statt. Zum ersten Mal beteiligen sich in diesem Jahr auf Anregung von Bischof Ivo Muser auch alle Südtiroler Pfarreien mit lautem Glockengeläut. Am Freitag, den 13. Juli, um 15.00 Uhr wird damit in der Sterbestunde Jesu der vielen Opfer des Hungers gedacht. Generalvikar Eugen Runggaldier war heute bei der Eröffnung mit dabei: „Das Läuten der Kirchenglocken zur Sterbestunde Jesu soll uns hörbar an das weltweite Sterben erinnern und auch daran, dass derzeit noch immer 20 Millionen Menschen akut vom Hungertod bedroht sind. Es erinnert aber auch daran, dass wir etwas tun können: Wir können uns gemeinsam für unsere Mitmenschen in Afrika einsetzen und sie auch in unser Gebet einschließen“.

Die Südtiroler Caritas engagiert sich seit Jahrzehnten gegen Hunger und Armut in Afrika. Insgesamt unterstützt sie 25 Projekte in neun verschiedenen Ländern. Dabei setzt sie zum einen auf Nothilfe in Krisenzeiten, zum anderen auf nachhaltige Projekte, die den Menschen langfristig eine Ernährungsgrundlage sichern. „Während der Dürre der vergangenen drei Jahre galt es, das Überleben Tausender Menschen zu sichern: mit der Verteilung von Lebensmittelpaketen und sauberem Trinkwasser, Zusatznahrung für Kleinkinder und landwirtschaftlichen Projekten zum Erhalt der Böden und der Viehherden“, erklärt der Caritas-Verantwortliche Fabio Molon. Weitere Programme sollen helfen, sich gegen kommende Katastrophen zu rüsten. „Die Wetterkapriolen nehmen zu, vor allem in Afrika. Immer öfter wechseln sich Dürreperioden mit schweren Unwettern ab. Damit die Menschen diesen Veränderungen nicht länger ohnmächtig gegenüberstehen, helfen wir ihnen, die Anbaumethoden zu verbessern und bieten Schulungen zu Kompostierung, Düngung, Lagerung und Vermarktung der Ernte an. Zusätzlich verteilen wir dürreresistentes Saatgut, landwirtschaftliche Geräte und Nutztiere“, so Molon.

Besonderes Augenmerk kommt dabei den jungen Menschen zu. „60 Prozent der Bevölkerung südlich der Sahara sind unter 25 Jahre alt. Sie brauchen eine Lebensgrundlage, die sie auch in schwierigen Zeiten trägt“, betont Judith Hafner, welche die Caritas-Projekte in Afrika begleitet. Zunächst gelte es, die Kinder vor Unterernährung und ihren lebenslangen Folgen zu bewahren. „Wenn ein Kind nicht genug zu essen bekommt, wird seine körperliche und geistige Entwicklung so stark beeinträchtig, dass es den Rückstand sein Leben lang nicht aufholen kann“, gibt Hafner zu bedenken. Auch deshalb bekommen besonders bedürftige Kinder über die Caritas in den Schulen täglich ein warmes Mittagessen. Für viele ist es die erste und einzige Mahlzeit am Tag. Gleichzeitig erhalten sie die nötige Bildung, um an ihrer Zukunft zu bauen. „Nur wer lesen und schreiben kann, kann seine Rechte und Chancen wahrnehmen. Das gilt für die Frauen, die eine selbständige Arbeit beginnen, genauso wie für Mitglieder der Genossenschaften oder für einfache Bauern, die ihr Getreide zu fairen Preisen verkaufen wollen“, erklärt Hafner. Weitere Bausteine im Kampf gegen Hunger und Armut seien Berufsausbildungen und Kleinkredite, die besonders jungen Müttern die Chance auf ein sicheres Einkommen für die ganze Familie geben. Insgesamt hat die Caritas im vergangenen Jahr über 1,3 Millionen Euro für die Hilfsprogramme in Afrika eingesetzt.

Möglich ist diese Hilfe auch durch die Unterstützung zahlreicher Spender aus Südtirol. Caritas-Direktor Paolo Valente bedankt sich für die große Solidarität mit den Menschen in Afrika und hofft auf weitere Hilfe: „Jede Spende rettet Leben. Mit 25 Euro für Saatgut sichern Sie einer Familie das tägliche Brot, mit 10 Euro im Monat bekommt ein Kind in der Schule jeden Tag ein warmes Mittagessen, 100 Euro ermöglichen einer jungen Frau eine berufliche Ausbildung und die Chance auf eine sichere Zukunft“, ruft Valente zum Spenden auf.

Wer die Hilfe der Caritas für hungernde Menschen unterstützen möchte, kann eine Spende unter dem Kennwort „Hunger in Afrika“ tätigen. Unter der Telefonnummer 0471 304 304 hat die Caritas bis zum Ende der Kampagne „Hunger macht keine Ferien“ am 24. Juli eine Spendenhotline eingerichtet. Nähere Informationen dazu können aber auch online unter www.caritas.bz.it oder direkt bei der Caritas in der Bozner Sparkassenstraße 1 eingeholt werden.

Wichtig: Die Caritas setzt die Spenden zu 100 Prozent in den Projekten ein. Für die Finanzierung der Verwaltungstätigkeit und Bewerbung der Projekte kommen Sponsoren auf. Die Rechenschaftsberichte der einzelnen Projekte können im Dienst für globale Verantwortung in der Sparkassenstraße 1 in Bozen eingesehen werden und stehen den Spendern auszugsweise auch im Spenderinformationsblatt und auf der Webseite der Caritas (www.caritas.bz.it) zur Verfügung. Die Kampagne „Hunger macht keine Ferien“ wird von der italienischen Bischofskonferenz und privaten Sponsoren finanziert.

 

Spendenkonten der Caritas Diözese Bozen-Brixen:

Raiffeisen Landesbank, IBAN: IT42 F0349311600000300200018;

Südtiroler Sparkasse, IBAN: IT17 X0604511601000000110801;

Südtiroler Volksbank, IBAN: IT12 R0585611601050571000032.

Intesa Sanpaolo, IBAN: IT18 B0306911619000006000065

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Hunger in Afrika: Nach der Dürre wächst Hoffnung"


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oli.
oli.
Universalgelehrter
7 Tage 9 h

WIR KÖNNEN NICHT ALLE RETTEN , nur einige der berühmte heisse Tropfen auf den Stein.
Auch wenn es die Gutmenschen und Caritas anders sieht.

HILFE MUSS VOR ORT PASSIEREN , LANDWIRTSCHAFT , WASSERVERSORGUNG ETC. IN SCHWUNG BRINGEN , DAMIT SIE SICH SELBST VERSORGEN KÖNNEN.

gapra
gapra
Superredner
7 Tage 7 h

@oli Gottseidank gibt es noch Gutmenschen und die Caritas etc. Diese machen Hilfe erst möglich und viele Tropfen können einen heißen Stein auch abkühlen.Hilfe vor Ort heißt für mich, Hilfe dort zu leisten wo sie notwendig ist.Und…man kann sich vor Verantwortung nicht einfach nur freikaufen

Mamme
Mamme
Superredner
6 Tage 22 h

@gapra Mier wurde gesagt der Caritas spenden heist,vom gespendeten Geld wird 70% einbehalten

gapra
gapra
Superredner
6 Tage 18 h

@Mamme Wenn man spenden will, so gibt es immer Lösungen. Wenn nicht, dann ist diese Ausrede eine der schlechteren.

Waltraud
Waltraud
Superredner
6 Tage 14 h

@Mamme

Genauso ist es.

Loewe
Loewe
Tratscher
6 Tage 23 h

Da wäre Hilfe von der EU angesagt! Alle Politiker der EU sollten überall dort im Ausland, von woher die Flüchtlinge kommen ihnen dort helfen, dass die sich selber dauerhaft helfen können! So auf diese Weise können die Afrikaner bei ihnen zu hause bleiben und es würden ihnen viel Strapazen erspart bleiben und sie haben den Vorteil, dass sie zu Hause bei ihren Freunden und Verwandten bleiben können, und die EU hat den vorteil, dass dadurch viele Gelder aber auch Strapazen erpart bleiben!

Loewe
Loewe
Tratscher
6 Tage 23 h

@Oli
ja, das stimmt!!!
Wenn Hilfe vor Ort passiert, dann könnte ihnen dauerhaft geholfen werden!!!

krakatau
krakatau
Universalgelehrter
3 Tage 14 h

Spenden hilft nicht viel. Von den Spenden versickert viel zu viel. Die Politik und die Bürokraten in den Empfangsländern sind alle (einige Ausnahmen) korrupt. Solange die Korruption nicht ausgerottet ist werden weiterhin Menschen verhungern

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