Brent-Ölpreis seit Kriegsbeginn um mehr als 18 Prozent gestiegen

Iran – Ölpreise steigen auf höchsten Stand seit April 2024

Freitag, 06. März 2026 | 16:21 Uhr

Von: APA/dpa/Reuters

Der Anstieg der Ölpreise beschleunigt sich. Am Freitag setzten sie zu einem weiteren Preissprung an. Am Nachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar gehandelt. Zuletzt kostete Nordsee Rohöl 90,42 Dollar je Barrel (159 Liter) und damit über fünf Prozent mehr als am Vortag.

Der Iran-Krieg und die Sorge vor einer längeren Sperrung der Straße von Hormus bleiben bestimmende Themen am Ölmarkt und sorgen kurz vor dem Wochenende für einen weiteren Preisschub. Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran am vergangenen Wochenende hat sich Rohöl der Sorte Brent um etwa 25 Prozent verteuert.

Angetrieben wurde der Ölpreis durch Aussagen von US-Präsident Donald Trump, der nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Iran abschließen will. Stattdessen müsse es auf eine “bedingungslose Kapitulation” hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

Katar rechnet damit, dass alle Energieerzeuger am Golf ihre Exporte innerhalb weniger Wochen einstellen und den Ölpreis auf 150 Dollar pro Barrel treiben werden, sagte der Energieminister des Landes, Saad al-Kaabi, in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der “Financial Times”. Selbst wenn der Krieg sofort beendet würde, würde Katar “Wochen bis Monate” brauchen, um zu einem normalen Lieferzyklus zurückzukehren, erklärt Kaabi.

IEA: Keine Notwendigkeit für Freigabe der Ölreserven

Wie lange die Ölpreise auf dem hohen Niveau bleiben werden, lasse sich im Moment kaum abschätzen, heißt es in einer Analyse von Rohstoffexperten der Dekabank. “Alles wird davon abhängen, in welchem Ausmaß und für wie lange Beeinträchtigungen der Rohstoffförderung und des Transports vorliegen werden.”

Die Internationale Energieagentur (IEA) erklärte, sie sehe angesichts des Kriegs im Nahen Osten keine Notwendigkeit, die Ölreserven für den Notfall freizugeben. Weltweit seien Ölvorräte reichlich vorhanden und die Auswirkungen des Konflikts voraussichtlich nur vorübergehend.

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