Die Jugendberatungsstelle zieht Bilanz über die Tätigkeit 2016

Jugendliche besprechen Sorgen gerne auf digitalem Weg

Mittwoch, 15. März 2017 | 19:47 Uhr

Bozen – Viele Südtiroler Jugendliche holen sich in der Phase des Heranwachsens Hilfe bei Young+Direct. 2016 hat die Jugendberatungsstelle 1.771 Kontakte verzeichnet. In sieben von zehn Fällen haben die Jugendlichen auf die digitalen Beratungskanäle zurückgegriffen. Es gab auffallend viele Beratungen zu familiären Konflikten. Auch die zahlreichen Workshops von Young+Direct an Schulen sind für junge Menschen sehr wertvoll und wichtig. Bei der heutigen Pressekonferenz hat die Beratungsstelle Bilanz gezogen über ihre Tätigkeit von 2016.

Jugendliche verbringen mittlerweile viel Zeit im Internet. Auch ihre Sorgen, Probleme oder Krisen, die sie in der realen Welt durchleben, „besprechen“ sie am liebsten auf digitalem Wege. Im Online-Kummerkasten von Young+Direct gingen 699 E-Mails ein, 567 Beratungen gab es auf WhatsApp, 50 Kontakte auf Facebook. „Ob über WhatsApp, Facebook oder E-Mail, auch über diese Medien kommt es zu einem intensiven Austausch über teils sehr komplexe und schwierige Themen“, sagt Michael Reiner, Leiter der Jugendberatungsstelle Young+Direct.

Young+Direct
Young+Direct

„Dass die Jugendlichen sich bei Young+Direct gut verstanden fühlen“, sagt Michael Reiner, „zeigen nicht nur die vielen langfristigen Beratungen, sondern auch die Tatsache, dass Jugendliche oft einen sehr weiten Weg auf sich nehmen, um das Angebot des persönlichen Gesprächs zu nutzen. 2016 gab es beispielsweise 190 persönliche Beratungsgespräche“.

2016 machten Südtirols Jugendlichen vor allem familiäre Konflikte, Lebenskrisen, psychische Probleme und Fragen rund um die sexuelle Aufklärung zu schaffen. „Dieser Umstand zeigt, welche herausfordernden Lebenssituationen junge Menschen zu bewältigen haben“, sagt Martina De Zordo, die Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings, „und wie wichtig die Beratungsstelle Young+Direct für die Jugendlichen Südtirols ist, denn hier finden Jugendliche auf unkompliziertem Weg professionelle Hilfe und Unterstützung“.

Wie immer waren dem Team auch 2016 Aktionen vor Ort in Form von Infostands, Referaten und Diskussionsrunden sehr wichtig. In 79 Workshops an Schulen hat das Team zudem mit den Schüler/innen die Themen Liebe, Freundschaft, Sexualität vertieft sowie den sicheren Umgang mit dem Internet und den Social Media besprochen. Im Rahmen dieser Tätigkeiten konnten 3.400 Jugendliche Informationen und Beratung zu den genannten Themen erhalten.

„Unumgänglich für unsere Arbeit mit den Jugendlichen ist auch eine gute Vernetzung mit anderen öffentlichen und privaten Organisationen im Jugend-, Sozial- und Gesundheitsbereich“, sagt Michael Reiner, „für manche Situationen lassen sich nur in der Zusammenarbeit mit beispielsweise den Sozialdiensten, den Psychologischen Diensten oder auch der Kinder- und Jugendpsychiatrie Lösungen finden.“

Für den Südtiroler Jugendring ist die Tätigkeit von Young+Direct ein wichtiger Seismograph, der Aufschluss über die aktuellen Bedürfnisse und Schwierigkeiten von jungen Menschen gibt. „So sehen wir, bei welchen Themen Jugendliche Unterstützung brauchen und wo wir als Südtiroler Jugendring auch politisch aktiv werden sollen“, meint De Zordo.

Abschließend richtet Kevin Hofer, Geschäftsführer des SJR, seinen Dank an das deutsche, italienische und ladinische Amt für Jugendarbeit sowie an das Amt für Kinder- und Jugendschutz und soziale Inklusion. Das Angebot der Beratungsstelle kann vor allem durch deren ideelle und finanzielle Unterstützung gewährleistet werden. Er unterstreicht weiters die Wichtigkeit des Dienstes für die Jugendlichen in Südtirol und dankt dem Team von Young+Direct für ihre professionelle Arbeitsweise.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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1 Kommentar auf "Jugendliche besprechen Sorgen gerne auf digitalem Weg"


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Tabernakel
Tabernakel
Universalgelehrter
13 Tage 22 h

Und alles mit Digitalbier, wie auf dem Foto zu sehen.

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