Tipps vom Naturschutzbund Deutschland für Katzenhalter

Juraprofessoren wollen Katzen den Freigang verbieten – Kritik an Studie

Sonntag, 08. Dezember 2019 | 16:22 Uhr

Tilburg – Mit ihrer Studie, wonach Katzen in der freien Natur viel Schaden anrichten und folglich nicht mehr ins Freie dürfen, haben zwei Juristen der niederländischen Universität Tilburg für viel Aufsehen gesorgt und auch Kritik einstecken müssen.

Laut Arie Trouwborst und Hans Somsen gefährden Hauskatzen weltweit die Artenvielfalt und sollten daher nicht mehr umherstreunen dürfen. Ihre Position untermauern die beiden Uniprofessoren mit Zahlen: „Weltweit waren Hauskatzen an der Ausrottung von mindestens zwei Reptilienarten, 21 Säugetierarten und 40 Vogelarten beteiligt – das heißt an 26 Prozent aller bekannten derzeitigen Ausrottungen in diesen Tiergruppen“, so Trouwborst und Somsen. „Derzeit stellen Hauskatzen weltweit eine Gefahr für mindestens 367 bedrohte Arten dar.“

Aussagekraft der Zahlen ist umstritten

Die genauen Zahlen sind in der Fachwelt zwar umstritten, unbestreitbar ist jedoch tatsächlich, dass Hauskatzen und verwilderte Hauskatzen Vögel, Echsen, Nager und anderes Getier in relevanter Größenordnung töten. Eine Studie aus den USA kam 2013 zu dem Ergebnis, dass dort jedes Jahr zwischen 1,4 und 3,7 Milliarden Vögel und zwischen 6,9 und 20,7 Milliarden kleine Säugetiere von Katzen erlegt werden. Experten verweisen allerdings darauf, dass sich aus solchen Zahlen keine wissenschaftlich belastbaren Aussagen über die Gefährdung von Arten treffen lassen, berichtet das Magazin Geo.

Die beiden Juristen kommen jedenfalls zu dem Schluss, insbesondere streunende und verwilderte Katzen aus der Landschaft zu entfernen. Hier dürfte wohl auch das größte Problem liegen, denn sie müssen jagen, um an Nahrung zu kommen. Doch die Juraprofessoren gehen noch einen Schritt weiter. Laut ihrem Gutachten dürften auch Hauskatzen nicht mehr nach draußen – es sei denn angeleint oder in Gehegen. Rechtliche Handhabe für ein solches Verbot bieten laut Trouwborst und Somsen Richtlinien der Europäischen Union. Sie sind sich auch sicher, dass eine Klage auf Einhaltung der europäischen Regeln „gute Erfolgschancen“ hätte.

Gegenüber dem Spiegel kommentierte ein EU-Sprecher indes, dass niemand das Recht auf Freizügigkeit innerhalb der Europäischen Union beschränken wolle – das gelte auch für Katzen.

Kritiker sehen keine Grundlage

Kritiker der Arbeit der beiden Juristen aus den Niederlanden finden, dass sie das Artenschutzrecht sehr streng auslegen. So bewertet auch der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) die Schlussfolgerungen der Juristen aus den Niederlanden skeptisch. “Das Katzenproblem muss man ernst nehmen”, sagt Nabu-Vogelexperte Lars Lachmann gegenüber dem Bayrischen Rundfunk. Ein Ausgehverbot könne bei der Gefährdung lokaler Populationen mancherorts durchaus sinnvoll sein. Flächendeckend sei eine solche Maßnahme rechtlich aber nicht begründbar.

Für Lachmann gibt es keine Grundlage für ein generelles Ausgehverbot von Katzen, nur weil die Stubentiger einzelne Individuen geschützter Tierarten töten. Dann müsse man auch gegen alle Fensterscheiben in Gebäuden vorgehen – dadurch kommen laut Nabu in Deutschland jährlich rund 100 Millionen Vögel ums Leben.

Das Artensterben könne man daher nicht den Katzen in die Schuhe schieben: “Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt ist und bleibt die fortschreitende Verschlechterung von Lebensräumen durch den Menschen.”

Das können Katzenhalter tun, um Vogelbestände zu schützen

Lachmann sagt aber auch: “Vogelbestände im Siedlungsbereich, und vielleicht auch in unmittelbar angrenzenden Teilen der Agrarlandschaft, sind in vielen Fällen sicherlich niedriger als sie ohne Katzen wären. In extremen Fällen bei sehr hoher Katzendichte kann es sogar den Anschein haben, als gäbe es fast keine Vögel mehr in den Gärten.”

Der Vogelschützer rät Katzenhaltern daher: “Wenn man konsequent dafür sorgen würde, dass sich die Katze von Mitte Mai bis Mitte Juli in den Morgenstunden nicht im Freien aufhält, wäre den Vögeln schon sehr geholfen, denn dann sind die meisten gerade flüggen Jungvögel unterwegs. Wer viel mit den Katzen spielt, reduziert auch deren Jagdambitionen. Gefährdete Bäume mit Vogelnestern können durch katzenabweisende Manschettenringe gesichert werden. Viele in Deutschland heimische Straucharten, wie Weißdorn und Wildrosen, sind mit Dornen und Stacheln bewehrt und schützen die Vogelbrut vieler Freibrüter dadurch auf natürliche Weise.”

Von: luk

Kommentare

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29 Kommentare auf "Juraprofessoren wollen Katzen den Freigang verbieten – Kritik an Studie"


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nikname
nikname
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

Hauskatzen die gefüttert werden ergreifen keine Vögel und wenn, dann nur Kranke. Nur noch lächerlich.

Missx
Missx
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

@nikname
Hm komisch, dann füttern die meisten Leute ihre Katzen nicht. Ich sehe oft Katzen beim Jagen.
Man sollte dies wohl dem Tierschutz melden, dass die Katze dem Besitzer genommen wird. Er füttert sie nicht mal.

Staenkerer
1 Monat 19 Tage

@Missx sem müßte man in mensch long schun wegsperrn, für immer! der rottet tiere ohne grund aus, oft genua ohne nochzudenkn, oder schlimmer mit vollen wissn, lwi weil se im weg sein, oder als kollateratschodn um den eh nit schod isch! wenn professorn nix bessers zu tien hobn, hobn mir nit zuwienig studierte fochleit, sondern zu viel!

Simba
Simba
Superredner
1 Monat 18 Tage

Die Minusdrücker sind wieder am Werk.Lächerlich was die Professoren da von sich geben

Black-Mamba
Black-Mamba
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

Ich würde verpflichtend einführen dass die Katzenbesitzer ihre Tiere auf VEGAN umerziehen müssen……Problem gelöst 😁😁😁😁

Krissy
Krissy
Superredner
1 Monat 18 Tage

@Black-Mamba
Vögel aber auch. Die fressen Regenwürmer.
Nächste Studie wird wohl sein: Rotten Vögel die Regenwürmer aus?

nikname
nikname
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

@Missx
ja, es sind eben auch Raubkatzen, bezweifele aber dass du jemals eine Katze beobachtest hast die auch einen Vogel gefangen hat!

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 19 Tage

Der Mensch hat bei weitem mehr Vogelarten auf dem Gewissen und darf trotzdem noch raus.

Simba
Simba
Superredner
1 Monat 18 Tage

der Mensch frißt Entschuldigung er ißt die Singvögel schön garniert auf dem Teller . Pfui Teufel
Da ist die Katze dagegen harmlos Nun viel Minuspunkte drücken.

So ist das
So ist das
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Nicht Hauskatzen gefährden weltweit die Artenvielfalt, sondern der Mensch.
Dagegen sollte manch ein Jurist kämpfen.

Missx
Missx
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

@so ist das
Menschen mit ihren unnatürlichen Haustieren, in diesem Fall Katzen

Simba
Simba
Superredner
1 Monat 18 Tage

@Missx .Was ist da unnatürlich
bitte um Aufklärung

Krissy
Krissy
Superredner
1 Monat 18 Tage

@Missx
Also in unserem Minigarten sind mehr Vögel als Katze.

hundeseele
hundeseele
Tratscher
1 Monat 19 Tage

Ich würde eher in Erwägung ziehen diesen Juraprofis den Freigang zu verbieten.
Ganz schön viel Meinung für so wenig Ahnung…..aber alles immer sog.Experten und Professoren und Alleswisser/Gelehrte….aber kaum einen Funken Hausverstand!!!

montechristo
montechristo
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

Ich wette du hast keine der Studien gelesen. Hatte selber eine Katze und hab sie auch regelässig gefüttert, aber Vögel hat sie trotzdem gejagt, im Gegenteil mein Hund kackt nur in die Wiese und bleibt die Kacke auch😘. Soll gut sein als Dünger hab ich gelesen 😆

Paula
Paula
Tratscher
1 Monat 18 Tage

Hundehäufchen sind KEIN Dünger. Die haben Stoffe, die Kühe usw. krank machen können, wenn sie mit ins Viehfutter wandern!
Katzen einsperren ist definitiv unwürdig. Das sind keine reinen Haustiere. Katzen haben wie Hunde, Füchse, Wölfe usw. einen natürlichen Jagdinstinkt. Den kann man nicht einfach ausschalten.

Savonarola
1 Monat 19 Tage

vielleicht gibt es zuviele Katzen. So wie es zu viele Wölfe, Bären und Hunde gibt. Und Schweine.

Staenkerer
1 Monat 19 Tage

und menschen!

mandela
mandela
Superredner
1 Monat 19 Tage

Katzen dürfen nicht mehr raus und im haus wohnung werden sie übergewichtig…

Missx
Missx
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

@mandela
Katzen als Haustiere abschaffen – ganz einfach

nikname
nikname
Grünschnabel
1 Monat 18 Tage

@Missx
Menschen als Umweltzerstörer abschaffen – ganz einfach

puschtra55
puschtra55
Neuling
1 Monat 19 Tage

wenn man zuviel studiert, kommen solche Argumente zum Vorschein

giftzwerg
giftzwerg
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Der mensch isch die gröschte gfohr auf der welt , überhaupt de supergscheiden

Obadja
Obadja
Grünschnabel
1 Monat 19 Tage

und wos tiamor mit die löwen, Leoparden und tigor wos in gonz Afrika viechor umbringen? und wos mit die gonzn Raubtiere auf dor Erde? i hon vo die dokus olm glernt, dass des olls zum natürlichen Kreislauf keart? i vorstea ba der heintign Welt lei mehr bohnhof

Mistermah
Mistermah
Kinig
1 Monat 18 Tage

Tier bringen nicht um! das macht nur der mensch. tiere leben im kreislauf der natur. sie fressen zum überleben. vögel die würmer, spinnen die insekten, kühe die pflanzen usw. breitet sich ein tier zu sehr aus, wird es durch natürliche massnahmen (nahrungsmangel, fressfeind, krankheit) wieder auf ein tragbare zahl reduziert. dies kann zwar einige zeit dauern, aber die natur regelt es.

Missx
Missx
Universalgelehrter
1 Monat 19 Tage

Ich bin dafür, dass Katzen, die streunen ins Tierheim kommen. Auf alle Fälle sollen sie nicht zum verantwortungslosen Besitzer zurück.

Savonarola
1 Monat 18 Tage

Jura = Rechtswissenschaften sind keine Wissenschaft, sondern nur Ansichtssache.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
1 Monat 18 Tage

Wenn man es ganz genau nimmt, müssten dann auch Löwen, Tiger, Leoparden….etc. weg. Sind auch Katzen. Also lassen wir die Kirche mal im Dorf.
Haben diese……PROFESSOREN nichts anderes zu tun? Hochbezahlte……..!

Staenkerer
1 Monat 18 Tage

jetz solln olle kloanen und großn raubtier verschwindn umnde tierwelt zu erholtn?
wenn der mensch ihnen weiterhin den lebensraum nimmt, werd sell sicher nit de lösung sein! a beutetier des koane deckung findet isch holt amoll leichte beute!

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