"Menschen nicht alleinlassen"

KFS wegen hoher Zahl an Selbstmordversuchen in Sorge

Freitag, 12. Juni 2020 | 17:07 Uhr

Bozen – Die Coronavirus-Krise ist noch lange nicht vorbei, auch wenn die Infektionszahlen glücklicherweise stark sinken, wir unsere gewohnten Freiheiten langsam wiedergewinnen und Normalität in unser Leben zurückkehrt, so der Katholische Familienverband. Was nun große Sorgen bereitet, sei die rapide angestiegene Anzahl an Selbstmordversuchen in den letzten Wochen – und die Prognose des Psychiatrischen Dienstes des Südtiroler Sanitätsbetriebs sei alarmierend: “Die Zahlen werden in den nächsten Monaten weiter zunehmen! Die Politik muss dringend dagegen ankämpfen”, fordert der Katholische Familienverband Südtirol (KFS), “indem sie den Menschen konkrete Hilfen und Unterstützung anbietet und sich niemand mehr alleingelassen fühlen muss.”

“Überwiegend Männer und folglich Familienväter sind selbstmordgefährdet. Seit jeher fühlt sich der Mann verantwortlich für das Wohlergehen und die finanzielle Absicherung der Familie. Je größer sein beruflicher Erfolg, je höher sein Einkommen, desto besser geht es seinen Lieben. Die Covid-19-Pandemie hat diese Lebenseinstellung plötzlich zum Einsturz gebracht: Kurzarbeit, Lohnausgleich, drohende Arbeitslosigkeit und damit hervorgerufene Geldsorgen, Zukunftsängste, Verzweiflung. Es ist erschreckend, dass in einem so reichen Land wie Südtirol Menschen Angst um ihre Zukunft haben müssen“, zeigt sich Angelika Mitterrutzner, Präsidentin des Katholischen Familienverbands Südtirol betroffen. „Seit Jahren fordern wir die Politik auf, sich mehr für die Familien einzusetzen. Oft haben wir notwendige familienpolitische Forderungen deponiert. Auch wenn einiges umgesetzt wurde, so gibt es immer noch großen Handlungsbedarf.“

Aufgrund der aktuellen Brisanz, hätten folgende Punkte absolute Priorität:

  • Familien müssen gezielter und finanziell besser gefördert werden;

  • leistbares Wohnen für Familien muss vorangetrieben werden;

  • Familien müssen steuerlich entlastet werden;

  • eine qualitativ hochwertige außerfamiliäre Kinderbetreuung muss garantiert werden;

  • die Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss verbessert werden.

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ fragt sich KFS-Präsidentin Mitterrutzner und fordert die politischen Entscheidungsträger zu raschem Handeln auf. Finanzielle Unterstützung braucht es aber auch vom Staat, denn die Südtiroler Landesregierung wird nicht alles allein stemmen können. „Diese staatlichen Maßnahmen müssen aber unbedingt auch für die Mittelstandsfamilien greifen, das wäre mir ein großes Anliegen“, so Präsidentin Mitterrutzner weiter, „denn eine Gesellschaft kann nur funktionieren, wenn es den Familien gut geht, wenn Papa, Mama und Kinder glücklich sind.“

Es ist bekannt, dass der Katholische Familienverband Südtirol die größte Interessensvertretung für die Südtiroler Familien ist. Wenige wissen jedoch, dass der Familienverband mit dem Hilfsfonds „KFS-Familie in Not“ ein Instrument geschaffen hat, das bei Härtefällen schnell und unbürokratisch helfen kann. „KFS-Familie in Not“ wird dort aktiv, wo eine erste Überbrückungshilfe die Not zu lindern vermag – durch eine einmalige finanzielle Zuwendung, aber auch durch beratende Unterstützung.

„Gerade in schwierigen Zeiten kann auch der Glauben eine große Hilfe sein. Der Glauben vermag, Ordnung und Struktur, Verlässlichkeit und Zugehörigkeit zu vermitteln. Durch verschiedene Aktionen versucht der KFS, Familien damit in Berührung zu bringen. Familien in jeglicher Hinsicht zu begleiten und zu bestärken, das ist unsere Mission“, weist Angelika Mitterrutzner, Präsidentin des Katholischen Familienverbands Südtirol, abschließend hin.

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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19 Kommentare auf "KFS wegen hoher Zahl an Selbstmordversuchen in Sorge"


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sepp2
sepp2
Superredner
1 Monat 25 Tage

viele warten seit 2 Monate auf den Lohnausgleich. Für jeden Sinnlosen Bau ist Geld genug. als Beispiel in Brixen der Hofburggarten für 10 mio€. und einige Wissen nicht wie sie sollen die Miete bezahlen.

Lorietta12345678
1 Monat 25 Tage

Bitte nicht falsch verstehen, klar muss und soll Familien geholfen werden die momentane Situation ist nicht leicht. Aber frage mich schon manchmal, Familie, normale Angestellten aber Haus, neues Auto, Markenklamotten und Urlaub. Dass das mathematisch nicht geht ist klar. Kenne viele, die “es wirklich hätten” und sparsamer leben.

PuschtraPloeddra88
PuschtraPloeddra88
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

Des Thema wert gerne unton Teppich gekehrt. Dank @SüdtirolNews fis augreifn und in di Betroffenen viel Kroft. Südtirol und di Welt braucht enk! Beißt Durch, a wenns hort wert! Es lohnt sich! 😉

Staenkerer
1 Monat 25 Tage

i honn den selbstmort unsres dorfbewohners vor ca. an monat do im forum zu de “corona”opfer gezählt und dafür an haufn👎 kassiert! jetz scheint man decht zu kappiern das es de “corona”opfer gib, und no gebn werd, ober über de werd koane liste gführt, des isch in insern lond von eher a tabuzonen, a totgeschwiegenes, offenes geheimniss!

Verstehenurbahnhof
1 Monat 25 Tage

Seid Jahren vordern wir die Politik auf …….! Mit den Politikern sind wir auf verlorenen Posten ! Viel gerede und bis zum Schluss ist doch nichts gesagt ! Leere Versprechungen  . Die reden sich überall raus ! Warum müssen diese keine Konsequenzen tragen , mit den total überzogenen Löhne und Fehlentscheidungen ?
JETZT kommen die Corona toten , durch die Suizide.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 25 Tage

verstehenurbahnhof Die Die immer noch gleich wählen verstehn wohl auch nur Bahnhof.Denen haben Wir Das Alles zu verdanken.

MarioHana
MarioHana
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

Naja, ziemliche Horror-Story. Es werden keinerlei Zahlen genannt. Ich lass mir von der Tante nicht einreden, dass Südtirols Familien total im Arsch sind und die verzweifelten Väter suizidal vor der Psychiatrie Schlange stehen.
Das erinnert sehr an den jährlichen “Armutsbericht” der AWO in Deutschland. Hunger und Not ohne Ende überall und natürlich ständig steigend. Seit Jahrzehnten.

sunshine
sunshine
Tratscher
1 Monat 25 Tage

7 an der Zahl in den letzten beiden Wochen. Reicht dir das?

MarioHana
MarioHana
Grünschnabel
1 Monat 25 Tage

@sunshine
Nein das reicht mir nicht. Suizid Tode oder Androhungen ? Quelle ? Statistik ? Vergleich Vorjahr usw.
Solche Grusel-Behauptungen müssen stichhaltig belegt werden.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 24 Tage

@sunshine nein reicht nicht.Wo?Und am Ende als Druckmittel .Eine Frage — keine Behauptung.Ich kenne persöhnlich Einige wo leicht geholfen werden könnte mit etwas Gerechtigkeit.Aber das bleibt in Südtirol ein Fremdwort.

sunshine
sunshine
Tratscher
1 Monat 24 Tage

Mein Link dazu wird leider nicht freigeschaltet. Es waren genau 7 Suizid-Tote innerhalb 6 Tagen. Vorher war ca. 1 Suizid pro Woche in Südtirol, was auch schon viel zu hoch war!

sunshine
sunshine
Tratscher
1 Monat 24 Tage

Übrigens erstaunt es mich, dass diese Zahlen überhaupt bekannt gemacht wurden. Das Thema Suizid ist leider immer noch ein großes Tabu.

sunshine
sunshine
Tratscher
1 Monat 25 Tage

Vielleicht denkt jemand auch daran, dass es nicht immer nur um die finanziellen Sorgen geht! Südtirol hat sehr viele Menschen mit Depressionen. Für diese waren der Lockdown und seine Auswirkungen die reinste Katastrophe! Abstand, keine sozialen Kontakte, Vereinsamung, Quarantäne, Masken… Damit hatten schon Menschen ohne Depressionen ihre Probleme, wie sollten dann diese damit klar kommen? Einfach nur schlimm! Die Selbstmordrate hat sich in den letzten 2 Wochn verdreifacht!!!

Sag mal
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Kinig
1 Monat 25 Tage

wie wär es etwas bescheidener zu leben als ums verrecken den luxuriösen Lebensstandart zu halten?Ich sehe beim einkaufen von Müttern mit Kindern wo keine Wünsche abgeschlagen werden.Es gibt Alleinstehende Die unter schlechten Bedingungen wohnen müssen oder Alles hinnehmen um nicht auf der Strasse zu landen.Druckmittel oder Erpressung ist nicht Jedermanns Sache.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 25 Tage

heute muss Jedes Kind ein Eignes Zimmer haben…Handy,Laptop,und und und und…Urlaub ,Essen gehn….ich kenne min.Zwei Alleinstehende Die gemobbt werden in der 1Zimmerwohnung und wo hin sollten??????!!!!

Diezuagroaste
Diezuagroaste
Tratscher
1 Monat 24 Tage

Leider wird das erst der Beginn der Verzweiflung sein. Durch den brutalen Lock down wurden unzählige Existenzen zerstört, viele sind vereinsamt und besonders in Südtirol ist es nicht üblich, aufeinander zu zu gehen.

mapawolisi
mapawolisi
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage
immer sind nur die Familien die Leid tragenden… wenn ich aber o umschaue sehe ich eigentlich alles Familien mit grossen Autos, Eigenhein oder Eigrnhaus, Kinder, die jedes Wochenende volles Unterhaltungsprogramm bekommen, und wehe die Kinder werden nicht unterhalten!! wir aus den 70er Jahren hatten das alles nicht und sind doch gut v. a. gebildet erzogen worden…. ja die Familien brauchen Unterstützung : weil sie das Geld für den ganzen Luxus brauchen!!! aber es sind weitaus andere Sozialschichten die wirklich Hilfe bräuchten, alleinstehende Frauen, die mit ihrem weiblichen niedrigen Gehalt sich kaum oder sehr eng eine Mietwohnung derleisten aber andererseits keinen… Weiterlesen »
Guenni
Guenni
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Was auch immer die Gründe sind, es ist immer erschütternd, Menschen zu verlieren.

mapawolisi
mapawolisi
Grünschnabel
1 Monat 24 Tage
als hätten nur die Männer nur grosse Lasten zu tragen! das ist schon lange nicht mehr aktuell!! Frauen arbeiten hart im weniger Geld und um oft mehr Leistung als Männer! sind womöglich Alleinerzieherinnen, aber auch ohne Kinder istbes schwer über die Runden zu kommen! meine Vermieter mit denen ich im Haus wohne haben mich nie gefragt (trotz gutem Verhältnis, aber beim Geld hört sich ja die Freundschaft auf) ob ich trotz Coronazuhausebleibzeit die Miete zahlen kann, sie haben sie immer bekommen, trotzdem! irgendwie! es ist eine grosse Last! die Frauen die allein sind müssen mehr kämpfen für alles, für Anerkennung… Weiterlesen »
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