Präparat wird ausgebracht

Kiefernprozessionsspinner: Biologische Bekämpfung vom Hubschrauber aus

Mittwoch, 15. November 2017 | 11:27 Uhr

Schlanders – Morgen wird vom Hubschrauber aus ein Präparat zur Bekämpfung des Prozessionsspinners ausgebracht, teilt das Forstinspektorat Schlanders mit.

Auffällige weiße Raupen-Gespinstnester in den Kronen und an den Astenden der Kiefern weisen auf den Befall durch Kiefernprozessionsspinner hin: “Es ist”, erklärt der Direktor des Forstinspektorates Schlanders Georg Pircher, “der stärkste Befall seit zehn Jahren”. Die Brennhaare dieser Forstschädlinge sind giftig, weshalb sich Menschen und Tiere von ihnen fernhalten sollen. Eine Bekämpfung ist in Gebieten Pflicht, wo dieser Schädling ein Risiko für die Gesundheit von Mensch und Tier darstellen könnte. Auch ein Gutachten der Universität Padua empfiehlt eine Bekämpfung. Seit zehn Jahren sind “Bestimmungen über die Pflichtbekämpfung des Kiefernprozessionsspinners Thaumetopoea pityocampa” in Kraft.

Am morgigen Donnerstag, dem 16. November, wird ab 8.30 Uhr von einem Hubschrauber aus das biologische Präparat Bacillus thuringiensis verteilt. Von der betroffenen Waldfläche von rund 1200 Hektar werden morgen rund 150 Hektar in Goldrain, den Vetzaner Leiten, Schlanderser Leiten, Laaser Leiten, Kortscher Leiten, Eyrser Leiten und Spondinig bekämpft, beginnend von Goldrain talaufwärts. Sollte die Witterung am morgigen Donnerstag ungünstig sein, erfolgt die Ausbringung an einem der darauffolgenden Tage.

Das verwendete Mittel ist für Mensch und Tier nicht schädlich, unterstreicht Amtsdirektor Pircher: “Das Präparat ist unschädlich, da es erst im Verdauungstrakt der Raupen seine Giftigkeit entwickelt, nachdem die Raupen die Nadeln der Föhren gefressen haben.” Die betroffenen Waldgebiete werden kurzzeitig gesperrt, der Forstdienst ist vor Ort. Das biologische Bekämpfungsmittel baut sich innerhalb weniger Tage ab.

Für die Behandlung einzelner Bäume im Siedlungsbereich kann man sich an die zuständige Forststation wenden, da die Möglichkeit besteht, auch mit Bodenspritzgeräten eine Behandlung durchzuführen.

Auskünfte erteilen das Forstinspektorat Schlanders unter der Telefonnummer 0473 736120 oder die Forststationen; dort liegen auch Informationsfaltblätter auf.

Von: luk

Bezirk: Vinschgau

Kommentare

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14 Kommentare auf "Kiefernprozessionsspinner: Biologische Bekämpfung vom Hubschrauber aus"


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Hans_H
Hans_H
Grünschnabel
3 Tage 16 h

Tja, nachdem man die wirklich biologischen Mittel (natürliche Feinde, wie bestimmte Vogelarten) des Prozessionsspinners durch ausgedehnte Monokulturen weitgehend eliminiert hat, versucht man (wiedermal typisch Mensch) das eine Übel mit einem anderen zu bekämpfen, ohne die wirkliche Ursache zu beheben.

yeah
yeah
Grünschnabel
3 Tage 16 h

sehr gut informiert wia die meissten do, vögel fressen nämlich keine prozessionsspinner.. ober erklär ins lei weiter mit dem unglaublichen fachwissen bitte

knedlfanni
knedlfanni
Tratscher
3 Tage 16 h

sehe ich genauso… viele Vogelarten wird es in Zukunft wahrscheinlich (LEIDER!!!) nicht mehr geben!! und man kann mir nicht erzählen, dass die erst seit 2 Jahren ein Problem sind, weil sehen tut man sie ja schon länger! nur wird gewartet, bis es zum Problem wird, dann mit Hubschraubereinsatz bekämpfen🙈🙊 beim chin. Springkraut und Jakobskreuzkraut wird es in ein paar jahren wohl nicht anderst sein!

m. 323.
m. 323.
Tratscher
3 Tage 15 h

@ du gscheidr. wos tasch du vorschlogn…und wos für a Vogl war do zuständig…seit jo gegn gor olls. …sog inns an ondrn Weg. obr sel wersch koan wissn…

@
@
Tratscher
3 Tage 15 h

@yeah
Schlecht infomiert, wia die meistn do. Zu den natürliche Feinde des Prozessionsspinners gehört der Kuckuck, und das ist meines Wissen ein Vogel. Weiters gehören Brackwespen, Schlupgwespen, die Raupenfliegen und einige Käfer zu den natürlichen Feinden . Doch wenn die Insekten laut neuester Studien um 70% zurückgegangen sind, betrifft es natürlich auch oben genannte Insekten und den Kuckuck, für den Inskten die Nshtungsgrundlage sind. Noch Fragen?????

Hans_H
Hans_H
Grünschnabel
3 Tage 15 h
@yeah Naja, da scheinst du wohl besser informiert zu sein. Aber sag mal, was ist mit dem Wiedehopf, der den Prozessionsspinnern schon auf dem Boden zu Leibe rückt, noch bevor sie auf die Bäume wandern. Soll ja bis zu 70%!!! der Plage unter Kontrolle halten. Und dann wäre noch das Kohlmeischen, was sogar imstande ist, das “Spinnennetz” der Raupe zu öffnen, um sich die Raupen für die Fütterung des Nachwuchses zu holen. Aber ja, ich erzähl ja nur Blödsinn und bin schlecht informiert, was? Von wegen Vögel fressen keine Prozessionsspinner…vielleicht, weil keine Vögel mehr da sind, die sowas machen würden?… Weiterlesen »
Hans_H
Hans_H
Grünschnabel
3 Tage 15 h

@m. 323.
Der Wiedehopf ist bei uns “nahezu” ausgerottet worden, weil überall nur noch Apfelbäume stehen. Vereinzelt gibt es zwar hier und da noch einzelne Exemplare, aber die haben in Zukunft keine Chance. Da dieser Vogel Bodenbrüter ist und fast keine größere, geeingete freie Wiesenfläche gibt, wo er in Ruhe sein Gelege haben könnte. Aber das wisst ihr Intelligenzbestien ja selbst schon lange, da erzähl ich sicher keine Neuigkeiten, gell?

knedlfanni
knedlfanni
Tratscher
3 Tage 14 h

@m. 323. @yeah also, Hans hat schon recht… Wiedehopf, Kuckuck und Meisen, ansonsten auch Wespen und Garten- bzw Siebenschläfer sind natürliche Fressfeinde der Raupen und auch der Eier!! Aber wichtig bei euch zwei: Ziemlich viel Meinung für so wenig Ahnung!✌👌🙈

Aurelius
Aurelius
Grünschnabel
3 Tage 11 h

Hans_H
Gut erklärt👍

rota
rota
Neuling
3 Tage 15 h

Soviel zu den BT Giftstoffen welche auch in vielen Herbiziden zB Roundup vorkommen: 
Im Jahr 2000 haben Wissenschaftler im Fachjournal “Applied and Environmental Microbiology” dargelegt, dass es sich beim alternativen Pflanzenschutzbakterium Bacillus thuringiensis, dem Milzbranderreger Bacillus anthracis und dem Lebensmittel vergiftenden Bacillus cereus um die Variationen einer einzigen Spezies handelt. Die Keime von Bacillus cereus bilden ein hämolytisches und ein nichthämolytisches Enterotoxin, sowie Cytotoxin K, (ein enterotoxisches Protein). Dieses Bakteriengift kann beim Menschen nicht nur erhebliche Durchfälle hervorrufen, sondern auch zu Todesfällen führen.

Hans_H
Hans_H
Grünschnabel
3 Tage 14 h

Aber alles unbedenklich für uns Menschen, so zumindest versichern uns das die zuständigen “Experten” und die Politiker. Dass es aber massive Veränderungen in unserer Natur gegeben hat und noch gibt, das kann mir keiner schönreden, das sind Tatsachen.
Massive Rückgänge der Singvögelpopulationen (von 2003-2016 mehr als 50 bis 80%), Verschwinden der Insektenartenvielfalt, bis auf ein paar resistente Gattungen und und und…aber ist alles nur Einbildung laut den Chemiebeführwortern.

wokap
wokap
Grünschnabel
3 Tage 16 h

interessant ist, dass durch den intensiven Obstbau bis auf eine bestimmte Höhe auch durch Verfrachtung von Giftstoffen  durch entsprechende Thermik die Insektenwelt drastisch dezimiert wurde, der Kiefernprozessionsspinner  aber scheinbar über entsprechende Überlebensstrategien verfügt. Ansonsten würden  die Kiefern  nicht so  reich mit Nestern bestückt werden wie  heuer und voriges Jahr.. Die Bekämpfung  mit Bac. Thuringensis bringt wohl wenig, soviel habe ich in den letzten Jahren beobachtet… 

kik
kik
Tratscher
3 Tage 16 h

und die hunderte abgestorbenen Kiefern sieht das FORSTAMT anscheinend nicht🤔🤔🤔

wokap
wokap
Grünschnabel
3 Tage 10 h
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